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Von Aal bis Herman ze German

Artikel vom 14.08.2012 - 08.00 Uhr

Von Aal bis Herman ze German

Die Olympischen Sommerspiele 2012 in London sind vorbei. Sie haben 17 Tage lang tollen Sport geboten, Siege und Niederlagen, Freude und Trauer, Überraschungen und Enttäuschungen. Die Medaillen sind verteilt. 44 gingen nach Deutschland.

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Liebevoll und hilfsbereit präsentierten sich die Volunteers. (Foto: mac)
Einige davon fahren gerade auf dem Traumschiff von London nach Hamburg nach Hause. In sechs Sportarten wurden 44 Weltrekorde aufgestellt.Dopingfälle gab es kaum. Es war ein Sportfest von alten Hasen wie die deutsche Fahnenträgerin Natascha Keller oder jungen Hüpfern wie die deutsche Turnerin Elisabeth Seitz, die zum ersten Mal bei Spielen war. Genau wie unser Sportredakteur Marc Schäfer (mac). Seine Olympia-Premiere als »Mind the (mac)« und was davon hängengeblieben ist, fasst er von A bis Z zusammen, nicht immer ganz ernst gemeint.

A wie Aal: A. in Aspik gilt als das traditionsreichste Essen im Londoner Eastend. Nicht Fish & Chips. Erhältlich ist A. in Aspik in Frank Cooke’s Pie & Mash Shop in der Hoxton Street. Seit über 120 Jahren wird das Rezept dort nicht verändert. Das gilt auch für die Inneneinrichtung. Wer die ganze Portion Aspik schafft, hat eine (->) Goldmedaille verdient. Wer es wenigstens versucht hat, hat Anerkennung verdient.

B wie BBC: BBC steht für »British Broadcasting Corporation«. Die Programmchefs haben dies allerdings zu wörtlich genommen. Am TV-Gerät in Großbritannien hatte man den Eindruck, die Olympischen Spiele seien britische Kreismeisterschaften, bei denen die Sportler/innen ohne (->) Union Jack auf der Brust außer Konkurrenz starten. Die BBC hatte zudem Aufpasser mit Fernbedienungen in alle Pubs geschleust, die sofort zu einer anderen Sportart wechselten, wenn die Programmchefs mal nicht aufgepasst hatten und doch ein(e) Sportler/in aus einem anderen Land auf dem Schirm zu sehen war.

C wie Convenience Food: Die Briten sind uns nicht nur in den Sportstätten um Längen voraus gewesen, sie schlagen uns auch im Supermarkt. Das Angebot an C. ist hervorragend. Pasta mit Scampi, Couscous mit Hähnchen. Wraps. Salate. Suppen. Es gibt alles. Täglich frisch. Für den Single-Haushalt eines gestressten Olympiareporters aus Gießen ist die Auswahl an C. das Paradies. Das gilt auch für die Öffnungszeiten der Supermärkte.

D wie Dong, Dong: D. ist der Name eines Olympiasiegers aus China. Im Trampolinspringen. Und der Beweis für ein funktionierendes Sportfördersystem, das in China offensichtlich schon mit der Geburt und der Namensgebung beginnt. Julian Justus, heimischer Olympiateilnehmer aus Homberg im Schießen, dürfte aber froh sein, dass das Sportfördersystem Chinas nicht in Deutschland angewendet wird, sonst hieße er wahrscheinlich nicht Julian Justus, sondern Peng Peng.



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Artikel vom 14.08.2012 - 08.00 Uhr
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Leserkommentare
(17.08.2012 10:20)
Lux
@ Mareike
Auch ich finde meinen Kommentar angemessen. Ich bleibe dabei, Gigantomanie, die nichts mit Sport zu tun hat. Als ehemaliger Sportler kann ich mir sehr wohl ein Bild machen und lasse mich durch solche Ereignisse nicht hinter die Fichte führen. Da ich selbst schon in London war kenne ich auch die Ecken, die durch Olympia unsichtbar gemacht wurden. Allein die Preise zum Besuch der Sportveranstaltungen waren für viele sportbegeisterte Briten zu hoch. Jeder Arbeitnehmer hat einen größeren Aufwand, als so mancher unserer weinerlichen Sportler. Die US-Trials zeigen wie es geht. Wer seine Leistung nicht bringt, bleibt Zuhause. Nichts spricht dagegen, wenn er auf eigene Kosten anreist. Also besser den Ball flach halten. Olympia hat nichts mit der Realität zu tun. Es ist die alte Masche des pane et circencum. Nero hätte seine Freude gehabt, wenn er geahnt hätte, dass dieser Circus die Menschen immer noch vom Denken abhält.
(17.08.2012 07:57)
Mareike k
Ein ganz schlauer Kommentar
Na, da hat ja jemand was ganz Schlaues und Weises von sich gegeben! Diese "Gigantomanie" herrscht nun mal bei Großsportereignissen, an denen Sportlern aus der ganzen Welt teilnehmen. Das gilt für Olympia genausowie für Fußball- Europa- bzw. Weltmeisterschaften. Aber nichtsdestotrotz kann ich als Besucherin der Olympischen Spiele in London nur sagen : es war einfach nur wahnsinnig toll!! Genauso, wie der Journalist Marc ein bißchen persiflierend oben berichtet, war es. Die Unmengen von freundlichen Volunteers, die ständig bereit standen zu helfen, immer freundlich und nett, auch abends um 23 Uhr, wenn die U.-Bahnen sich wieder füllten, um den Besucherstrom nach Hause zu bringen. Die Oranisation der Spiele war perfekt, die Sicherheitsmaßnahmen ausgeklügelt, so dass man sich wirklich sicher fühlte.Die Sportler waren glücklich und haben die Atmosphäre genossen, auch wenn sie vielleicht nicht ganz fit (wie z.B. der Speerwerfer) zu den Spielen angereist waren. Soll er Zuhause bleiben, nur weil die Fernsehzuschauer auf ihren bequemen Sofas Zuhause nur Medaillengewinner sehen wollen? Die wissen nicht, wieviel Zeit, Aufwand und Verzicht auf viele Dinge im Leben der Sportler auf sich genommen hat, um einmal im Leben hier teilzunehmen! Die Olympischen Spiele sind das Größte, was ein Sportler je erleben kann. Wenn jemand die Spiele nicht mehr sehenswert findet, soll er einfach umschalten. Es gibt ja genug andere Programme.
(14.08.2012 11:12)
Lux
Olympias Ende
Auch wenn ich gerne Sport sehe. Die Gigantomanie muss ein Ende haben. Die nächsten Sommerspiele in Rio werden wahrscheinlich noch pompöser und das in einem Land und einer Stadt mit riesigen Elendsvierteln. Dafür ist Geld da, die Lage der Armen wird sich nicht ändern. Im Gegenteil! Wie in China wird man sie unsichtbar machen, damit nichts den Schein einer angeblich einigen und menschlichen Welt trüben kann. Das Olympia der letzten 50 Jahre ist verkommen und nicht mehr sehenswert. Was haben Bohnenstangen wie die Spicegirls mit Olympia zu tun? Nichts. Das Fernsehen wird sich wundern, wie das Interesse an Olympia zurückgehen wird, wenn erst mal bekannt wird, warum diese Spiele und für wen sie durchgeführt werden. Das Interesse der Zuschauer wird schlagartig abnehmen. Was die Leistungen von Team Deutschland betrifft: Wer nicht fit ist, hat nichts bei den Wettkämpfen zu suchen. Mit einem verletzten Ellenbogen kann ich keinen Speer werfen und bleibe deshalb zuhause, das war nur ein Beispiel. Wenn sich Olympia nicht ändert, wird es erneut in der Versenkung verschwinden. Niemand wird es vermissen, außer denjenigen, die es durch ihre Macht-und Geldgier ruiniert haben.
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