Alsfeld (kl). Es war ein Straßenfest der besonderen Art: Zum 10. Geburtstag des Antiquariats Buchbasalt präsentierte Andrea Weißling nicht nur viele »weiße Rosen«, sondern auch einen bunten Strauß aus Literatur mit vielen Besonderheiten.
Schaufenster-Lesungen in der Untergasse: Karl-Heinz Theiß aus Burg-Gemünden bei seiner Mundart-Lesung. (Foto: kl)
Lesungen aus dem »Schaufenster« von Buchbasalt standen auf dem Tagesprogramm, dazu gab es »Stundengedichte«, die sozusagen den Takt der Jubiläumsveranstaltung vorgeben sollten und selbstverständlich war »Straßenmusik« passend zum Antiquariat angesagt.
Unter Einbeziehung des Eiscafé Carlet sorgte dann auch noch ein »Basaltbecher« für kulinarische Erfrischung. Dazu konnte man sich gemütlich ein Buch aussuchen. Alles war bestens vorbereitet – und dann kam der große Regen.
Improvisieren war angesagt, Geduld musste man haben und sich immer wieder damit trösten, dass die Sonne irgendwann wieder zum Vorschein kommt. Aber bis in die Nachmittagsstunden hatte der Regen offensichtlich kein Einsehen. Erst nachdem auch die letzten »Schaufenster-Lesungen« – mit Mundart und Märchen – beendet waren, hörte auch der Regen auf.
Und dann zeigte sich auch die ganze Bandbreite der Möglichkeiten im Spannungsfeld von Literatur, Musik, Geselligkeit und Muße. Breit war das Angebot an Lesungen, das sich durch die komplette »Geburtstagfeier« zog. Den Startschuss gab Meta Perschel, Nachbarin und Künstlerin, den Schlusspunkt setzte in Sachen Mundart Karl-Heinz Theiß aus Burg-Gemünden, der mit seinen 65 Jahren bis ans Lebensende dem Dialekt verbunden bleiben wird, wie er selbst bekundete. Von ihm gab es keine Gedichte, sondern Reime in der Mundart aus dem Raum Gemünden zu hören. Interessant die Beschäftigung mit dem Leben in der Vergangenheit auf dem Land. Gekonnt und süffisant trug Karl-Heinz Theiß seine »Reime« vor.
Aus Alsfeld dabei war Helga Dönges, Ehefrau des verstorbenen Mundart-Dichters Lutz Dönges alias »Hieronymus Cäsar«. Sie las aus den Büchern ihren Mannes, dem »Plasterschisser« und »Es geht de Mensche wie de Leut«. Schmunzeln und Lachen war bei beiden Vorträgen angesagt. Karl-Friedrich Becker (Lehrbach) befasste sich in seiner Lesung mit dem »Vuchelsberger Edelsta«, dem Basalt. Eine Lesung der besonderen Art war in den Abendstunden – und frei von Regen – von Johannes Fischer (Alsfeld) zu hören. Fischer, der momentan in Leipzig studiert, ist Preisträger des Literaturforums Hessen-Thüringen. Er las aus seinem eigenen Roman; als Zugabe gab es noch zwei von ihm verfasste Gedichte – sehr zum Nachdenken geeignet. Der junge Alsfelder Autor erntete großen Beifall. Den gab es auch für die Musikgruppe »Radio Los Santos«, die dem Straßenfest und Geburtstag dann zur Abendstimmung in der Altstadt noch ein besonderes Flair gab.