Beginn der neuen sportpolitischen Zukunft im Kreis
Alsfeld (ml). Zum ersten Mal seit Bestehen des Vogelsbergkreises veranstalteten die beiden Sportkreise Alsfeld und Lauterbach einen gemeinsamen Neujahrsempfang. Im Autohaus Roth in Alsfeld konnten die Vorsitzenden Günther Krämer und Werner Eifert dazu neben vielen Vertretern aus Politik und Wirtschaft auch den Präsidenten des Landessportbundes Hessen (LSBH) Dr. Rolf Müller begrüßen, der in einem Kurzvortrag über die Zukunftsfähigkeit der Sportvereine referierte.
Auf gute Zusammenarbeit der beiden bisherigen Sportkreise: Landrat Marx mit Müller, den Vorsitzenden und dem gemeinsamen Polo-Shirt.
Neben weiteren Grußworten, Musik und Imbiss gab es Ehrungen für besondere Verdienste. Dabei wurden Jörg Köhler vom Alsfelder Schwimmverein und Helmut Caspar vom TV Engelrod mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.
Nach musikalischer Eröffnung durch die Musikschüler Yannick Tost und Colin Morgenstern sowie der Begrüßung durch Helmut Roth folgte die Eröffnung des Empfangs durch Krämer. Man stehe nicht nur am Beginn eines neuen Jahres sondern auch am Anfang einer »neuen sportpolitischen Zukunft im Vogelsbergkreis«. Mit der anstehenden Fusion der beiden Sportkreise Alsfeld und Lauterbach wachse endlich zusammen, was zusammen gehöre, so Krämer. In den 238 Sportvereinen des Kreises seien rund 50000 Mitglieder organisiert. Die Sportvereine leisten einen unersetzlichen Beitrag zur Sportversorgung und seien der größte Träger des ehrenamtlichen Engagements. Über den Sport seien etwa 8,7 Millionen Menschen ehrenamtlich organisiert, dies entspreche einer Wertschöpfung von rund 6,6 Milliarden Euro. Daran erkenne man auch den »Wirtschaftsfaktor Sport«.
Dies zeige die Notwendigkeit der Sportförderung, die schon lange keine »freiwillige Leistung« mehr sein könne. Dem Staat werden so viele Aufgaben erspart, die er sonst weder leisten noch bezahlen könne, ergänzte Krämer. »Sportförderung ist nicht nur sportpolitisch sondern auch volkswirtschaftlich wichtig«. Sport sei daher keinesfalls eine rein private Angelegenheit sondern von gesellschaftlichem Interesse. In den anschließenden Grußworten hoben auch die Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel (CDU) und Manfred Görig (SPD) die Bedeutung des Sports hervor. Besonders für den ländlichen Raum wäre das Leben ohne Vereine auf den Dörfern viel ärmer, so Görig. »Ohne Vereine hat der Kreis keine Zukunft«. Auch Landrat Rudolf Marx betonte den Stellenwert des Sports.
Daher werde man auch weiter die Förderung betreiben. Ebenso werden auch die Sporthallen den Vereinen weiter kostenlos zur Verfügung gestellt. Sein Dank galt allen, die sich ehrenamtlich für ihre Vereine einsetzen. Dr. Heinz Zielinski, Ministerialrat im hessischen Innenministerium erklärte, dass das Ehrenamt »das Essentielle im Sport« sei. Dieses Ehrenamt sei ein weltweites Alleinstellungsmerkmal für Deutschland. Daher versuche die Politik die Rahmenbedingungen zu erhalten und optimieren. Parteiübergreifend gebe es viele Abgeordnete, die sich für den Sport stark machen. Im Anschluss an die Grußworte folgte der Kurzvortrag des LSBH-Präsidenten. Darin ging Müller auf die bevorstehenden Herausforderungen für die Vereine ein. Fünf zentrale Themen seien dabei für Vereine besonders wichtig. In diesen Bereichen müsse der Sport »nachjustieren« und neue Prioritäten setzen. Eine Vereinsführung, die die Zeichen der Zeit nicht erkenne, werde »ihr blaues Wunder erleben«, prophezeite Müller. Die Vereine und der Sport müssen sich dem Wandel anpassen.
Neben dem demographischen Wandel, der eine Änderung des Angebots nach sich ziehen müsse sei auch die Aufgabe der Integration nicht außer acht zu lassen. Diese habe zwar eine lange Tradition beim LSBH, es gehe aber auch darum, Migranten für die Vorstandsarbeit und in der Übungsleiterfunktion zu gewinnen. Weitere wichtige Herausforderungen seien außerdem die Veränderung der Schullandschaft und das neue Gesundheitsbewusstsein. Und auch die Finanzierung des Sports sei ein wesentliches Thema. Durch den dramatischen Rückgang der Mittel aus Lotterien funktioniere ein wichtiges Fundament des Sports nicht mehr, so Müller. In der Zukunft gehe es darum, diese Mittel adäquat zu ersetzen. Dazu brauche man einen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Sport.
Danach überreichte er den beiden Sportkreisvorsitzenden ein kleines Präsent. Und auch Krämer und Eifert hatten für Müller und Landrat Marx ein Geschenk dabei. Sie erhielten ein T-Shirt mit dem Aufdruck »Sportkreis Vogelsbergkreis«. Im Anschluss folgten kurze Ausführungen des Vorsitzenden des Sportkreises Wetterau Thomas Alber, der über die dortige Fusion der Sportkreise Friedberg und Büdingen im Jahr 2004 berichtete. Den Schlusspunkt des Neujahrsempfangs bildeten dann die Ehrungen für Jörg Köhler und Helmut Caspar. Beide engagieren sich in vielen Funktionen seit vielen Jahrzehnten für ihre Vereine und den Sport im Allgemeinen, wie die beiden Laudatoren Georg Schäfer und Werner Eifert sagten. Köhler und Caspar erhielten dafür eine Urkunde des LSBH und die Ehrennadel in Silber. Mit einem Schlusswort von Werner Eifert und einem Imbiss ließ man den Neujahrsempfang ausklingen.