»Bildung ist das wichtigste Kapital in Deutschland«
Alsfeld (ml). Einen »wichtigen Schlüssel für ihre berufliche Zukunft« erhielten am Samstag die 72 Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums der Max-Eyth-Schule. Im Rahmen der offiziellen Abiturfeier in der Stadthalle bekamen sie von ihren Tutoren und Schulleiterin Claudia Galetzka ihre Abschlusszeugnisse.
Der Schüler Martin Momberger war der erste Preisträger an der MES für den Eberhard-Möhlmann-Preis, ausgelobt vom VDI-Bezirk Mittelhessen, hier vertreten durch Professor Peter Czermak. (Foto: ml)
Besonders geehrt wurden dabei auch die Jahrgangsbesten, der beste Schüler aus dem Schwerpunkt Technik erhielt zudem eine Auszeichnung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Unter dem Motto »Abilympia« begann die Feier mit dem Einmarsch der Abiturienten, bevor die beiden Moderatoren Laura Koblischek und Artur Shitnik durch den offiziellen Teil führten.
Schulleiterin Galetzka gratulierte als erste zum bestandenen Abitur. Ein Lob ging dabei auch an die Lehrkräfte und Abteilungsleiterin Charlotte Falk, die insgesamt 216 schriftliche Arbeiten korrigierten und 56 Präsentations- prüfungen sowie 96 mündliche Prüfungen bewerteten. Das Abiturzeugnis sei eine wichtige Zukunftspolice, die alle Möglichkeiten eröffne, stellte die Schulleiterin heraus. Das Detail- Wissen werde vermutlich verblassen, Fertigkeiten und Fähigkeiten dagegen weiter abrufbar bleiben. Wer sich in dieser Welt zurechtfinden und Arbeitswelt und Gesellschaft konstruktiv beeinflussen wolle, brauche Wissen und Bildung, so Galetzka. Lebenslanges Lernen werde ein ständiger Begleiter sein. »Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, sobald man damit aufhört treibt man zurück«, mahnte die Schulleiterin. Für den weiteren Lebensweg könne man auch das MES-Leitbild gut gebrauchen. Die Buchstaben MES stünden dabei für Miteinander und Mut, Energie und Sachkompetenz.
Auch Bürgermeister Ralf A. Becker gratulierte zum Abitur. Die »schulischen Fesseln« seien nun gesprengt, und es komme eine neue Lebensphase mit unbekannten, spannenden und persönlich prägenden Erlebnissen auf die Schüler zu. Auch wenn die Abiturienten erst einmal »vom Büffeln genug haben« würden sie das Lernen nie loswerden, so Becker. Die Berufswelt sei derart rasant, dass sich niemand auf den Kenntnissen ausruhen könne, Fort- und Weiterbildungen seien in Zukunft eine Selbstverständlichkeit. Wichtige Eigenschaft sei dabei besonders die Flexibilität, denn die Zeiten, in der man 40 Jahre im gleichen Beruf tätig gewesen sei, seien unwiederbringlich vorbei. Becker nutzte die Gelegenheit auch zu einer Kritik am deutschen Schulsystem, das den modernen Herausforderungen nicht mehr gerecht werde. Daher dürfe der Bereich Bildung nicht vom Sparzwang betroffen sein. »Bildung ist das wichtigste Kapital, das Deutschland zu bieten hat«.
Für eine Premiere sorgte Professor Peter Czermak vom VDI-Bezirk Mittelhessen (Verein Deutscher Ingenieure), dem größten technisch-wissenschaftlichen Verein der Region. Erstmals zeichnete er den besten Schüler aus dem Bereich Technik mit dem Eberhard-Möhlmann-Preis aus. Damit wolle man bei Schülern einen zusätzlichen Ansporn schaffen, technische Berufe zu ergreifen. Für den ersten Preisträger der MES, Martin Momberger, gab es neben der Urkunde auch einen Geldbetrag. Ebenfalls geehrt wurden die Jahrgangsbesten, die alle drei aus dem Bereich Ernährung kamen. Jasmin Schnell schaffte ihr Abitur mit einem Notenschnitt von 1,2. Carolin Krommes und Jasmin Sauer bestanden ihr Abitur jeweils mit dem Notenschnitt 1,4. Einen »sportlichen Rückblick« auf die zurückliegenden drei Jahre warfen anschließend die beiden Abiturientinnen Darija Mischin und Sina Gonther. Man habe drei Jahre lang für diesen Moment trainiert und in den Abschlussprüfungen die Fähigkeit, Rekorde zu brechen, unter Beweis gestellt. Neben dem harten Training hätten die drei Jahre aber auch viel Spaß gemacht, und ein besonderer Dank ging nicht nur an Eltern und Freunde, sondern auch an die »Trainer« (Lehrer).
Nach dem offiziellen Teil folgten zunächst das Buffett sowie eine Gesangseinlage von Schülern, ehe man dann die Abifeier gemütlich mit Musik und Tanz ausklingen ließ.
Max-Eyth-Schule: 72 Abiturienten erhielten Samstag ihre Zeugnisse
Schwerpunkt Technik (Tutor Jörg Schilderoth): Eric Diemel, Christoph Diezemann, Lysander Erhardt, Michael Hellwig, Fabian Horst, Lisa Hubner, Julian Klein, Christian Maryska, Martin Momberger, Mario Röder, Simon Schultheis, Felix Seibert, Boas Stein und Sascha Kevin Steinbrecher.
Schwerpunkt Datenverarbeitungstechnik (Tutor Dr. Christoph Stüber): Marius Diebel, Henning Jung, Alexander Parr, Julian Ruppel, Johannes Schmidt, Christoph Schott und Alexander Schulz.