Alsfeld (ml). Ein »Mekka der Straßenschilder und Paradies für Haarspalter«. So beschreibt der Kabarettist und Autor Kerim Pamuk Deutschland in seinem aktuellen Buch »Allah verzeiht, der Hausmeister nicht«.
Kabarettist Pamuk berichtete über lustige Eigenheiten der Deutschen. (ml)
Im Rahmen der Lesereihe »Der Vulkan lässt lesen« stellte er seinen »kulturellen Reiseführer« rund 70 Zuhörern im Marktcafé vor. In der 90-minütigen Lesung berichtete er über die Komplexität der deutschen Sprache, die Tierliebe dieses »exotischen Volkes« oder die vielfältigen Widersprüche im Verhalten der Deutschen. Doch allen Lesern verspricht er auch, am Ende der Lektüre werde man die Deutschen »vielleicht nicht lieben, aber auf jeden Fall mögen«.
Kerim Pamuk wurde 1970 in einem kleinen Dorf an der türkischen Schwarzmeerküste geboren. Mit neun Jahren kam er nach Hamburg, wo er auch heute noch lebt und er lernte nach eigenen Aussagen innerhalb von zwei Jahren Deutsch. Nach dem Abitur studierte er Orientalistik und Germanistik. Pamuk ist nicht nur Schriftsteller und Drehbuchautor, er tourt auch als Kabarettist durch Deutschland. Sein Buch »Allah verzeiht, der Hausmeister nicht« habe er für Landsleute geschrieben, die beabsichtigen, eine Reise nach Deutschland zu planen.
In 15 Kapiteln geht er mit viel Humor und Augenzwinkern auf die Eigenheiten der Deutschen ein, hält ihnen den Spiegel vor, aber zeigt auch die Unterschiede der Kulturen auf. Mit genauer Beobachtungsgabe entlarvt er Widersprüche, Stärken und teilweise sympathische Schwächen der Teutonen. Er bezeichnet die Deutschen als schrullig, seltsam, rätselhaft, erstaunlich, aber nicht verrückt. Darüber hinaus enthält das Buch ein Glossar, in dem er »typisch deutsche Begriffe« wie Doppelhaushälfte, Migrationshintergrund oder unverkrampft erläutert.
An diesem Abend las er vier Kapitel seines Buches vor, erzählte aus seinem Leben und gab Witze über eine türkische Volksgruppe zum Besten. Denn die Lasen, so Pamuk gelten als »die Ostfriesen der Türkei«. Diese Gruppe besitze angeblich 80 Prozent Herz und 20 Prozent Hirn. Und so gab es für die Zuhörer viel zu lachen an diesem Abend, an dem die Satire im Fokus stand, wie es Andreas Matlé von der OVAG bereits in seiner Begrüßung angekündigt hatte. Pamuk erzählte vom »grübelnden Deutschen«, der sich immer zu viele Gedanken macht, selbst wenn es nur ums Essen geht. Er leide unter »seelischer Dauerqual« und überprüfen jedenWitz auf politische Korrektheit.
Auch das Thema Tierliebe wurde erörtert. Für Haustiere kann es keinen besseren Ort geben, stellt Pamuk in seinem Buch fest. Für Tiere gebe es Angebote wie Friseursalons, Schulen und Bekleidungsgeschäfte, von dem mancher Orientale nicht mal träume. »Wenn es um Tiere geht, setzt bei Deutschen gerne mal der Verstand aus«, so der Kabarettist.