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»Hat Schlag getan und der Wagen stand in Flammen«

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Artikel vom 17.01.2014 - 11.56 Uhr

»Hat Schlag getan und der Wagen stand in Flammen«

Alsfeld (jol). Ein Kunde erlebt die Amok-Fahrt am Donnerstag auf dem Marktplatz, Anwohner sehen staunend, wie schnell sich ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus entwickelt, so ihr Bericht.

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Das Feuer ist laut der Anwohner rasend schnell und mit viel Rauch ausgebrochen. (pwr)
Die Allgemeine Zeitung sprach mit Zeugen des Brandes in Altenburg und der Amok-Fahrt des 62-jährigen S. über den Alsfelder Marktplatz. Demnach sind beide Brände sehr schnell entflammt.

Dirk Ubrig will eigentlich nur einen Kaffee trinken und hebt gerade einen Schnipsel Papier vom Boden des Kaffee-Geschäfts auf, als er auf einmal ein Auto über den Marktplatz auf ihn zurasen sah. »Es hat einen Schlag getan und da stand der Wagen schon in Flammen.« Ubrig hat das Pech, am Donnerstagmorgen direkter Zeuge der Amok-Fahrt von S. zu werden. Der Mitarbeiter des AEM-Geschäfts am Marktplatz schätzt, dass der 62-Jährige »mit 50 bis 60 Sachen« durch den Fußgängerbereich gefahren ist. Als er zu dem Wagen hinausläuft, sieht Ubrig eine zwei Meter lange Flamme aus dem Beifahrerfenster schlagen und hört ein Zischen wie von einem geöffneten Gas-Ventil.

Die Hitze ist viel zu groß, als dass Ubrig an den regungslos im Wagen sitzenden Fahrer herankommt, wie er sich erinnert. Weil er befürchtet, die Gasflasche explodiert, bringt er sich hinter der nächsten Hausecke in Sicherheit. Binnen vier Minuten ist auch schon die Feuerwehr da und beginnt zur Erleichterung der Passanten mit dem Löschen.

Manfred Braun, ein Nachbar in der Lauterbacher Straße, bekommt den Brand von Anfang an mit. Der habe sich unvorstellbar schnell entwickelt, »in ein bis zwei Minuten stand alles in Flammen. Das kann nur Gas gewesen sein«, ist er sich bei der Brandursache sicher. Dann habe es eine riesige Rauchwolke gegeben, die »kesselschwarz« aufgestiegen sei. Ein Nachbar sei mit Schnittwunden im Gesicht im Krankenwagen abgeholt worden. Mit dem 62-Jährigen habe er kaum Kontakt gehabt, obwohl der schon zwei Jahrzehnte dort wohnte.

Nachbarin Anna Greb hört einen Knall und denkt an einen Verkehrsunfall. Als sie nach draußen geht, sieht sie eine Riesenrauchsäule und Flammen, die aus den drei Fenstern im Obergeschoss des Hauses schlagen. Der Brand schlägt in die Dachverkleidung über und greift so von oben auf weitere Teile des Mehrfamilienhauses über. Nun muss sie wohl ausziehen. Die eigene Wohnung ist verraucht, Strom abgestellt.

Über die Motive des 62-Jährigen sind sich die Nachbarn, die am Donnerstagnachmittag in einer Gruppe vor dem ramponierten Gebäude stehen, unklar. So habe eine Immobiliengesellschaft den Komplex gekauft und Kündigungen ausgesprochen. Man habe auch gehört, dass eine Ex-Partnerin von S. in dem Kaffee-Geschäft gearbeitet habe, das Ziel der Amok-Fahrt war.

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Artikel vom 17.01.2014 - 11.56 Uhr
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