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Koffer mit bunter Vielfalt an Anschauungsmaterial

Artikel vom 10.02.2009 - 19.56 Uhr

Koffer mit bunter Vielfalt an Anschauungsmaterial

Alsfeld (ml). »Kulturen und Religionen greifbar und schnupperbar machen« ist das Ziel eines neuen Projekts, das im Herbst vom evangelischen Dekanat Alsfeld gestartet wurde. Im Rahmen des Förderprogramms »Vielfalt tut gut« wurden bisher fünf sogenannte Multiplikatorenboxen zusammengestellt
Materialien zu Christentum, Judentum und Islam sowie zu Polen und der Türkei enthalten die Boxen, die Ralf Müller und das Int. F
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Materialien zu Christentum, Judentum und Islam sowie zu Polen und der Türkei enthalten die Boxen, die Ralf Müller und das Int. Frauencafe vorstellten. (ml)
, die sich mit den drei großen Religionen Judentum, Christentum und Islam sowie den Ländern Polen und Türkei beschäftigen. Darin enthalten sind landes- und religionstypische Gegenstände, die einen Einblick in die jeweilige Religion oder das Land geben. Partner bei diesem Projekt waren das Internationale Frauencafé, der Ökumenekreis Alsfeld sowie die Jüdische Gemeinde Marburg.

Wichtig sei es gewesen, dass die Aluboxen nicht von pädagogischen Stellen gefüllt wurden, sondern dass Migrantinnen und Angehörige von Religionsgemeinschaften die Exponate für die Boxen ausgesucht haben, sagte Ralf Müller, Leiter der Fachstelle Bildung und Ökumene beim evangelischen Dekanat. Diese Koffer stehen nun kostenfrei für Schulen, außerschulische Bildungsarbeit und Vereine zur Verfügung. Die Koffer enthalten »eine bunte Vielfalt an Anschauungsmaterial« und vermitteln ein Bild der verschiedenen Religionen und Länder.

Das Projekt sei zwar abgeschlossen, aber dennoch können die Multiplikatorenboxen weiter wachsen, dabei sei man dann allerdings auf private Spender angewiesen. Wünschenswert wäre es auch, wenn weitere Boxen entstehen. Man könne sich zum Beispiel eine italienische, griechische oder russische Multiplikatorenbox vorstellen. Insgesamt wurde das Projekt mit rund 2800 Euro an Bundesmitteln gefördert, erläuterte Silvia Lucas vom Amt für Jugend, Familie und Sport. Das Förderprogramm »Vielfalt tut gut« wurde 2007 vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend gestartet und der Vogelsberg ist einer von drei hessischen sowie 90 bundesweiten Projektträgern, der in das Förderprogramm aufgenommen wurde. Insgesamt sind dadurch bislang 25 Einzelprojekte entstanden, die seitdem 175000 Euro an Fördermitteln bekommen haben. Für 2009 wurden weitere 100000 Euro in Aussicht gestellt. Noch bis 2010 läuft das Förderprogramm.

Die Boxen enthalten religionstypische Gegenstände wie das christliche Kreuz, die jüdische Menorah oder auch den islamischen Gebetsteppich. Zahlreiche Informationen über die Religionen, Kulturen und deren Geschichte geben einen tiefen Einblick in die jeweilige Religion fernab von Klischees. Die unterschiedlichen Feiertage werden genauso erläutert wie Ritualgegenstände oder Trachten. In den Nationenboxen der Türkei und Polen werden zudem alltägliche Gegenstände gezeigt und kulturelle Bräuche erläutert. So kann man dort nicht nur die jeweilige Landesflagge sehen, man erfährt auch einiges über die Zubereitung türkischen Tees und was in Polen der »nasse Montag« ist. Die Materialbox des Christentums war bereits im Rahmen der Gebetswoche im Einsatz, die übrigen Koffer werden beim Weltreligionentag Ende Februar an der Max-Eyth-Schule ebenfalls Verwendung finden, wie Müller mitteilte.

Für das Judentum habe man vor Ort zwar keinen Ansprechpartner gefunden, aber man stehe in gutem Kontakt zur Jüdischen Gemeinde Marburg. Ein Projekt, das sich gegen Rechtsradikalismus und Intoleranz wende, sei ohne das Judentum nicht möglich. Zur Erweiterung dieser Multiplikatorenbox sei nun eine Thora-Rolle in Aussicht gestellt worden. Dazu, so Müller benötige man allerdings noch einen Sponsor, da keine Fördermittel mehr zur Verfügung stehen.

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Artikel vom 10.02.2009 - 19.56 Uhr
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