Alsfeld (ml). »Museen sind Schaufenster in die Geschichte«, hob Uta Nebe, Geschäftsführerin der Region Vogelsberg Touristik bei der Eröffnung des 32. Internationalen Museumstages am Sonntag hervor. Bereits zum fünften Mal präsentierten sich 34 regionale Museen gemeinsam als »Museumslandschaft Oberhessen«.
Matthias Nicolai stellte Reiseautoren vor.
Bei der Eröffnungsveranstaltung waren neben Landrat Rudolf Marx auch Vertreter des Wetteraukreises im Alsfelder Regionalmuseum. In diesem Jahr stand der Museumstag unter dem Motto »Museen und Tourismus«. Neben einer Ausstellung, einer Fotoserie und einer Lesung zum Thema Reisen stand besonders eine Rundreise durch die Region in einem 50 Jahre alten Bus im Mittelpunkt.
Man könne stolz sei auf die oberhessische Museumslandschaft, sagte Jochen Weppler, Vorsitzender des Geschichts- und Museumsvereins in seiner Begrüßung. Diese Museen stärken die regionale Identität und bewahren das historische Kulturgut. Es bedürfe großer Anstrengungen, museale Neukonzeptionen zu finanzieren. Besonders in Zeiten, wo die wirtschaftliche Lage vieler Kommunen den Stellenwert von Museen schwächen. Aber dieser Aufgabe müsse man sich stellen, »damit die Vergangenheit eine Zukunft hat«, so Weppler. Auch bei der immer stärkeren Vermarktung vieler deutscher Regionen im touristischen Bereich müsse man mithalten. Der Vogelsberg sollte seine Potenziale weiter ausbauen. Ein solcher Museumstag sei ein Beitrag dazu. Die Rundfahrt in dem historischen Bus streife viele sehenswerte Landstriche im Vogelsberg und setze die Vernetzung der Museen in Szene.
Auch Landrat Marx lobte die Kooperation zwischen dem Vogelsberg und der Wetterau, die die sehenswerten Museen der Region stärke und gleichzeitig auf die wunderschöne Landschaft verweise. Man dürfe in schwierigen Zeiten die kulturellen Angebote nicht vernachlässigen. Besonderer Dank galt den Sponsoren der Sparkasse Oberhessen. Dies sei ebenfalls nicht selbstverständlich, so Marx. Nach einem weiteren kurzen Grußwort durch 1. Stadträtin Ingeborg Beckmann-Launer folgte der Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises Helmut Betschel-Pflügel. Das Motto des Museumstages falle in diesen Regionen auf besonders fruchtbaren Boden. Die Museen seien ein wichtiger Teil der touristischen Infrastruktur. Die enge Kooperation beider Landkreise zahle sich spürbar aus. Dies sei auch weiterhin der Grundstein für steigende Besucherzahlen, so Betschel-Pflügel.
Im Anschluss folgte eine Lesung zum Thema Reisen. Matthias Nicolai, Vorstandsmitglied des GMV, ließ dabei nicht nur Dichter und Autoren wie Goethe, Camus oder Heine mit kritischen und heiteren Zitaten zu Wort kommen, er informierte auch über verschiedene Reiseführer in der Geschichte. Dabei spannte er den Bogen vom Beginn des 17. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert. Abschließend las Nicolai aus dem 1905 erschienen Buch »Reisewinkel für Vergnügungs- und Erholungsreisende« vor. So war von typischen Reisevorbereitungen und Ausrüstung jener Zeit zu hören und welche Regeln beim Reisen zu beachten seien. Interessant auch der Ratschlag des Autors Paul Otto Forberger, das bei einer Bergwanderung »Weinbrand und starke Schokolade« empfehlenswert seien. Neben dieser Lesung gab es eine kleine Ausstellung mit Reiseführern und Souvenirs.
Danach stand dann die Abfahrt des historischen Busses vor dem Museum auf dem Programm. Flankiert wurde er dabei von weiteren Oldtimern wie zum Beispiel einem Opel Kapitän. Die Mitreisenden erlebten dabei eine rund fünfstündige Fahrt durch die beiden Altkreise Alsfeld und Lauterbach. Die Fahrtstrecke führte über Hopfgarten, Storndorf, Meiches und Eichenrod nach Herbstein, wo es nach einer Besichtigung des Fastnacht und Statt Museums noch Kaffee und Kuchen gab. Neben der Geschichte des Kreisstadt-Streites zwischen Alsfeld und Lauterbach führte die Rundreise auch am jüdischen Friedhof in Storndorf, dem Totenköppel in Meiches oder dem Kolpingferiendorf vorbei. Dort und an weiteren sehenswürdigen Punkten gab es viele historische Hintergründe und Anekdoten zu hören.