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Ohne Sanierung »schließt Hallenbad in 10 Jahren«

Artikel vom 10.03.2010 - 09.00 Uhr

Ohne Sanierung »schließt Hallenbad in 10 Jahren«

Alsfeld (pm). Die CDU setzt ihre Strategie der radikalen Fundamentalverweigerung weiterhin fort, urteilt Bürgermeister Ralf A. Becker über den jüngsten Vorstoß der Alsfelder CDU, die sich gegen eine Grundsanierung des Hallenbads ausspricht.
Becker weiter: Nachdem sich im Aufsichtsrat bei der Präsentation der Zahlen alle Anwesenden einig waren, dass man die von dem Geschäftsführer Hans-Martin Götz präsentierten Szenarien zumindest von neutraler, fachkundiger Seite überprüfen lässt, pfeife die Fraktion nun »wieder einmal ihre Aufsichtsratsmitglieder schrill zurück«, bevor überhaupt eruiert wurde, welcher Weg der wirtschaftlich Sinnvollste ist.

Zum wiederholten Male sei die CDU nicht bereit, über mögliche Varianten eines sinnvollen Handelns nachzudenken: So habe sie es schon abgelehnt, eine Minderheitsbeteiligung Dritter im Bereich der Stadtwerke zur Finanzierung einer Bädersanierung überhaupt zu akzeptieren. Nun, so Becker weiter, solle man sich auf eine energetische Sanierung des Bades beschränken und lehne eine dringend notwendige Investition in das Bad von vorne herein ab.

Eine Auseinandersetzung mit den vom Geschäftsführer der Bäder GmbH, Hans-Martin Götz, vorgestellten Zahlen finde dabei überhaupt nicht statt, kritisiert der Bürgermeister. Götz habe vorgerechnet, dass nur eine konzeptionelle Neuorientierung zu einer deutlichen Reduzierung des Defizits führen kann. Es werde außerdem völlig ausgeblendet, dass ohne deutliche Investitionen in das Bad eine Schließung des Hallenbades in rund 10 Jahren unumgänglich wird. Das würde der Stadt Alsfeld nicht nur das endgültige Ende der für das Mittelzentrum so wichtigen Einrichtung bringen, sondern darüber hinaus auch bis 2019 ein kumuliertes Defizit in Höhe von rund 8 Millionen Euro bescheren. Diese Belastungen ergeben sich aus Restfinanzierung, Abschreibungen, laufenden Defiziten und Abrisskosten.

Die stark rückläufigen Besucherzahlen des Hallenbades ließen erkennen, dass es mit einer energetischen Sanierung der Einrichtung nicht getan ist. Die Attraktivität des Bades hab in den letzten Jahren mangels getätigter Investitionen deutlich gelitten.

Becker kritisierte auch das Rezept der CDU zur Reduzierung des Defizites. Eine weitere Verknappung der Öffnungszeiten soll demnach das Problem lösen. Dabei werde völlig verkannt, dass die Öffnungszeiten bereits vor wenigen Jahren bis an die Grenzen des für Besucher noch Zumutbaren reduziert worden sind.

Und »als i-Tüpfelchen« soll dann noch die eigenständige Bäder GmbH liquidiert werden und diese Aufgabe in die Verwaltung zurückgeholt werden. Becker fragt, ob man in der CDU eigentlich nichts aus der Liquidierung der TCA GmbH gelernt habe, die im Nachhinein betrachtet als überflüssig und falsch bewertet werden muss? Erkenne man in den Reihen der Christdemokraten nicht, welche Vorteile ein in der Form einer GmbH organisierter Bäderbetrieb hat?

Becker sah einen Bezug zu der im nächsten Jahr anstehenden Kommunalwahl, mahnte aber dennoch, dass man zur sachlichen Arbeit zurück kehrt. Zumindest solle man eine Überprüfung der von dem Geschäftsführer vorgestellten Zahlen in Auftrag geben.

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Artikel vom 10.03.2010 - 09.00 Uhr
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