Alsfeld (pm). Bereits zum zweiten Mal war es der VR Bank HessenLand gelungen, den durch seine Vortrags- und Kurstätigkeit bekannten Benediktinermönch aus dem Kloster Münsterschwarzach für einen Vortrag zu gewinnen.
Pater Anselm Grün (2. v. r.) mit dem Vorstand der VR Bank HessenLand. Der Referent hielt einen Vortrag zum Thema »Menschen führen – Leben wecken«. (Foto: pm)
Rund 1300 Menschen aus dem gesamten Geschäftsgebiet der Bank waren gekommen, um den Vortrag zum Thema »Menschen führen – Leben wecken« von Pater Dr. Anselm Grün zu hören. In seiner Begrüßung erläuterte Helmut Euler, der Vorstandsvorsitzende der VR Bank HessenLand, das Interesse an diesem Thema. »Führen heißt für uns, das Unternehmen muss den Menschen dienen. Für uns sind das unsere Mitglieder und Kunden«.
»Unsere Ziele sind: Die Ökonomie muss stimmen, das bedeutet, wir müssen einen Mindestgewinn erwirtschaften. Ferner wollen wir die Nummer eins in der Zufriedenheit unserer Kunden und die Nummer eins bei der Identifikation unserer Mitarbeiter sein. Der Vorstand muss für alle ein Vorbild sein«, erklärte Euler.
»Führen heißt, den Menschen dienen«. Mit dieser Aussage begann der Autor von über 80 Büchern seinen rund einstündigen Vortrag. Voraussetzung dafür sei, dass der Führende im Einklang mit sich selbst ist, nur dann könne er andere Menschen achten. »Wer Andere verletzt, ist nicht im Einklang mit sich selbst«, so Pater Anselm Grün. Oft würden verletzende Situationen aus der Kindheit unbewusst wiederholt. Abhilfe könne nur die Aussöhnung mit sich selbst und seiner Vergangenheit schaffen.
Den religiösen Aspekt seines Vortrags überschrieb der Referent mit der Grundaussage: »Gottesfurcht befreit von Menschenfurcht«. Wer auf Gott vertraue, der brauche sich nicht um populistische Aspekte oder um die eigene Beliebtheit zu kümmern.
Autoritäre Menschen könnten nicht führen, da sie nicht dienen könnten. Sie versuchten, andere Menschen zu dominieren und klein zu halten oder klein zu machen, um sich selbst groß zu fühlen. Das sei ein Zeichen von Minderwertigkeitsgefühlen. Führen habe etwas mit Reife und Weisheit zu tun. Führen bedeute Dienen. Zum Dienen gehöre in einem Unternehmen auch die Kommunikation mit den Mitarbeitern und die Fähigkeit und Bereitschaft, die Stärken der Mitarbeiter zu erkennen und zu fördern. Damit könne man das Leben in Menschen hervorlocken. »Der Vorgesetzte führt gut, bei dem die Mitarbeiter aufrechter nach Hause gehen. Wer sich verstanden fühlt, der hat auch mehr Stehvermögen«, erklärte Pater Grün abschließend.