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Schüler sammelten Geld für Erdbebenopfer in Haiti

Artikel vom 10.05.2010 - 13.00 Uhr

Schüler sammelten Geld für Erdbebenopfer in Haiti

Alsfeld (pm). Es sind nun fast vier Monate seit dem Erdbeben vergangen, das mehr als 220 000 Menschen getötet und weite Teile Haitis vollkommen zerstört hat. Das Elend bewog nun Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule an der Max-Eyth-Schule Alsfeld, über 300 Euro für die Leidenden im »Armenhaus Amerikas« zu sammeln.
Noch immer leben hunderttausende Menschen in Haiti auf der Straße. Nach dem jüngsten Bericht der UN-Kinderhilfsorganisation sind für viele der 1,5 Millionen Kinder, die von dem Erdbeben betroffen sind, die Lebensbedingungen verbessert worden. Doch immer noch sei die Lage von Kindern und Frauen in dem Katastrophengebiet schwierig. Besonders Frauen und Kinder sind in dieser Situation von sexueller Gewalt bedroht. Der Wiederaufbau des Landes wird mindestens zehn Jahre dauern.

Diese und andere Fakten veranlassten Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule, sich zusammen mit ihrem Politiklehrer Ralf Fei über Haiti zu informieren und eine Spendenaktion an der Max-Eyth-Schule zu starten. Die gesammelten 317,82 € überweisen sie unter dem Stichwort »Haiti« an das Deutsche Rote Kreuz. Wie die Klasse 12 FO Gesundheit mitteilte, habe die Beschäftigung mit der Geschichte des Landes schnell deutlich gemacht, dass Haiti schon lange nicht mehr auf der Sonnenseite der Geschichte liege. Dies zeige eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Landes.

Die Insel Hispaniola, die sich Haiti mit der Dominikanischen Republik teilt, wurde als zweite südamerikanische Insel von Christoph Kolumbus entdeckt. 1804 befreiten sich die Haitianer als erstes südamerikanisches Land von der französischen Kolonialherrschaft. Damals wurde Haiti wegen seiner wirtschaftlichen Blüte die »Perle der Antillen« genannt.

Seither entwickelten sich nahezu alle politischen Machthaber in Haiti zu skrupellosen Gewaltherrschern. Zu den Despoten kamen immer wieder Naturkatastrophen, Umweltzerstörung, Aufstände, brutale Gewalt, Unterdrückung und Elend. Insbesondere während der Diktatur von Francois Duvalier und seinem Sohn Jean-Claude, die auch als »Papa Doc« und »Baby Doc« bekannt sind, wurde das Land von 1964 bis 1985 regelrecht heruntergewirtschaftet. Ihre Herrschaft steht für knallharte Unterdrückung, Schlägertrupps, Ausbeutung, Rücksichtslosigkeit, Vetternwirtschaft und politische Unfähigkeit.

Nachdem die Haitianer »Baby Doc« aus dem Amt gejagt hatten, setzten sie nach fünf Jahren Militärherrschaft 1991 all ihre Hoffnung auf den Prediger Jean-Bertrand Aristide. Aber auch dieser wandelte sich im Amt des Staatsoberhauptes zunehmend zum Gewaltherrscher. So kam es, dass die Bevölkerung unter ihm am Ende wie unter seinen Vorgängern litt. Seit 2004 ist es dem zum zweiten Mal amtierenden Präsidenten René Préval gelungen, Haiti wenigstens halbwegs zu stabilisieren und durch seine Politik die brach liegende Wirtschaft etwas anzustoßen.



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Artikel vom 10.05.2010 - 13.00 Uhr
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