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02.09.2010 - 07.00 Uhr
Spuren an Auto und Reifen beseitigt?
Gießen/Gemünden/Alsfeld (kan). Neue Winterreifen, obwohl die alten noch in Ordnung waren, und eine Autowäsche trotz klirrender Kälte - das fiel zwei Zeugen im Januar 2008 auf, kurz nachdem die Lebensgefährtin des Fahrers in einem Wald bei Gemünden erschossen worden war.
Die Spuren der abmontierten Reifen wurden am Tatort entdeckt.
Beide Zeugen sagten am Mittwoch während des vierten Verhandlungstages im Prozess gegen den 49-jährigen Alsfelder vor der Sechsten Strafkammer des Gießener Landgerichts aus. Der Angeklagte sei schon mehrmals bei dem Reifenservice gewesen, berichtete der 30-Jährige, der ihm Anfang 2008 die Reifen wechselte.
Trotz des Hinweises, dass die Räder noch gut seien, habe der 49-Jährige auf Neue bestanden, weil die anderen nicht seine eigenen seien. Die sollten gelagert und später abgeholt werden. Als der Monteur und sein Kollege von den Vorwürfen gegen den Angeklagten hörten, verständigten sie die Polizei, die die Reifen beschlagnahmte.
Die 45-Jährige Nachbarin bemerkte an jenem Januarmorgen zum ersten Mal, dass der Angeklagte sein Auto wusch. Und das scheinbar in Eile, geradezu hektisch. »Da hab ich mich gewundert, weil es ja so kalt war«, berichtete sie am Mittwoch. Später, als die Polizei das Haus ihres Nachbarn durchsuchte, teilte sie den Beamten ihre Beobachtung mit.
Sie erinnerte sich auch, schon des Öfteren Streit zwischen dem Angeklagten und dem 29-Jährigen Opfer mitbekommen zu haben. Einmal habe sie auch ein Klatschen gehört, wie von einer Ohrfeige, aber gesehen habe sie das nicht.
Als die Nachbarn nach einem scheinbaren Treppensturz der jungen Frau darüber redeten, dass der Angeklagte für diesen Unfall verantwortlich sei, habe sie das für ein Gerücht gehalten. Die Verhandlung wird am 17. September fortgesetzt.