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03.03.2010 - 09.00 Uhr
Stadt bekommt mehr Geld für Schulschwimmen
Alsfeld (jol). Das Finanzproblem löst die Zusage des Kreises zwar nicht, aber dennoch ist Bürgermeister Ralf Becker erfreut über die Mehreinnahme beim Schulschwimmen.
Der Vogelsbergkreis hat signalisiert, ab dem neuen Schuljahr 60 000 statt bislang 30 000 Euro für die Schwimmübungen der hiesigen Grundschüler im Alsfelder Schwimmbad zu erstatten. Zum Vergleich: Jedes Jahr legt die Stadt über 700 000 ¤ beim Betrieb der Bäder drauf, den größten Brocken macht dabei das Hallenbad aus. Noch eine positive Botschaft hatte Becker bei einem Pressegespräch am Dienstag: DasLand hat hohe Fördermittel für Dämmung und Heizungsumbau bereitgestellt, nächste Woche will man den Antrag stellen.
Bürgermeister Becker erinnerte daran, dass die hoch verschuldete Stadt beim Schwimmbad kräftig drauflegt - da machte das Schulschwimmen keine Ausnahme. Der Kreis zahlte pro Kind 2,25 Euro, was bislang nur etwa ein Drittel der realen Kosten gedeckt hat. Im Zuge der Sparbemühungen habe er deshalb Schuldezernent Diening um eine Lösung gebeten, zuletzt ultimativ in zufrieden stellende Bezahlung eingefordert. Nun kam die Entscheidung: Am Sommer sollen 60000 Euro vom Kreis entrichtet werden, der Schwimmunterricht wird von fünf auf drei Vormittage zurückgefahren. Das schafft Möglichkeiten, durch Wasser-Aerobic-Kurse zusätzliche Einnahmen zu erzielen, wie Becker erläuterte.
Die Schwimmbäder bleiben aber weiter im Fokus der städtischen Politik, wobei die höchsten Kosten im Hallenbad verursacht werden. Allerdings ist ein gut Teil des laufenden Defizits durch die Abzahlungen für das Blockheizkraftwerk (150000 Euro/Jahr) und Kreditkosten für den letzten Umbau (über 300000 ¤/Jahr) festgelegt. Aber Geschäftsführer Götz hat nun Alternativ-Konzepte im Aufsichtsrat vorgelegt, wie man weiter verfahren kann. Die teuerste Variante ist es, nur die gröbsten Schäden zu reparieren, dann ist das Bad in zehn Jahren abbruchreif.
Besser wäre es, so Becker, in die Anlagen zu investieren. Kurzfristig kann ein Förderprogramm des Landes für die energetische Sanierung des Hallenbades genutzt werden, nächste Woche soll der Antrag rausgehen, so Becker. Der Vorteil: Wegen der prekären Finanzlage der Stadt muss sie nur 10 % Eigenanteil aufbringen, um die Dämmung zu verbessern und die technische Anlagen zu optimieren. Im nächsten Jahr läuft auch der Vertrag mit dem Energieversorger OVAG für das Blockheizkraftwerk aus. Es war überdimensioniert und sollte eigentlich noch weitere öffentliche Gebäude mitversorgen. Ein neuer Contracting-Vertrag würde die Bäder GmbH nur etwa ein Drittel der aktuellen Kosten von 160000 Euro kosten. Geschäftsführer Götz habe aber auch vorgeschlagen, eine Grundsanierung zu erwägen. Die kostet rund 5 Millionen Euro, dann wären aber die Folgekosten niedriger und das Bad wäre deutlich attraktiver für Gäste. »Ich bin guten Mutes, was eine Unterstützung durch Landrat Marx betrifft«, sagte Becker.
In der Vergangenheit habe die Aufsicht eher eine harte Position vertreten und Bereiche wie Schwimmbäder, Wirtschaftsförderung und Tourismus als freiwillige Aufgaben angesehen. Da habe ein Umdenken eingesetzt, eine Investition in eine wichtige Anlage wie das Hallenbad ist durchaus möglich. Die Pläne sollen erst einmal von einer unabhängigen Stele auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden.
Personalbedarf wird errechnet
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