Verheiratete seien stressresistenter, weniger anfällig für Depressionen und lebten länger. Generell sei ein gutes soziales Netz, das einen auffange, sehr wichtig. Freundschaften und Beziehungen förderten Glück. Ein weit verbreiteter Irrtum sei auch, dass Kinder glücklich machen. Diese These werde häufig »von Müttern in die Welt gesetzt, die gerne Großmutter werden wollen«, so die Referentin. Kinder hätten aber keinerlei Einfluss auf das Glücksempfinden, eher sogar leicht negative Auswirkungen. Ähnlich wie beim Geld brächten Kinder viele neue Probleme und Sorgen mit sich. Untersuchungen zeigten, dass besonders während der Pubertät der Glücklevel der Eltern deutlich sinke, erst beim Auszug der Kinder steige das Glücksempfinden wieder: »Kinder machen glücklich, wenn sie aus dem Haus sind«, so Heyne. Falsch sei auch die Annahme, dass Unglück das Gegenteil von Glück sei.
Diese Gefühle entstünden unabhängig voneinander in unterschiedlichen Gehirnregionen und könnten sogar nebeneinander existieren. »Glück ist nicht Abwesenheit von Unglück«, so die Psychologin.
Glück sei eher das Gegenteil von Langeweile, man müsse es aktiv herbeiführen. Denn auch die Aussage »Nichtstun macht glücklich« sei ein Irrglaube. Auf Dauer mache das unglücklich, denn der Mensch brauche Ziele und einen Antrieb. Etwas tun und dem Leben einen Sinn verleihen seien ureigene Ziele des Menschen. Die höchste Depressionsrate verzeichneten nicht umsonst Langzeitarbeitslose. »Morgens aufstehen ohne zu wissen wofür ist das Schlimmste«, sagte Heyne. Erwiesen durch Forschungen sei auch, dass glückliche Menschen eine etwa neun Jahre längere Lebenserwartung haben. Sie leiden seltener unter hohem Blutdruck, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob man glücklich oder unglücklich sei, hänge aber nicht vom Schicksal ab, so Heyne zum letzten verbreiteten Irrtum. Schicksalsschläge gehörten zum Leben dazu. Entscheidend sei, wie man damit umgehe. a liege der Unterschied zwischen Glück und Unglück. Sowohl beruflich als auch im Sport zeige sich, dass Optimisten erfolgreicher als Pessimisten seien.