Antrifttal-Ohmes (jol). Man muss den Leuten schon etwas bieten, damit sie im Dorf bleiben.
Was in Köddingen mit dem Edeka-Geschäft der Familie Scharmann klappt, streben die Ohmeser auch an – einen funktionierenden »Dorfladen« einzurichten. (Foto: ks)
Das wissen auch die Mitglieder des Ortsbeirats Ohmes und gehen deshalb mit Eifer das Projekt »Dorfladen« an. Dabei wissen sie, dass es ein steiniger Weg ist und der Erfolg nicht garantiert. Aber andererseits wollen sie etwas für das Dorf anschieben, damit die Lebensqualität steigt – und da bietet sich eine kleine Einkaufsmöglichkeit mit Dorftreff zum Kaffeetrinken und Schwätzen an.
Beim jüngsten Treffen des Ortsbeirats brachte Ortsvorsteher Matthias Jahn die Idee wieder auf den Tisch, auch wenn die Resonanz diesmal nicht so gut war wie bei dem vorigen Treffen. Da hatten gut 30 Ohmeser ihr Interesse an dem Dorfladen bekundet und engagiert mitberaten. Nun war der Ortsbeirat wieder unter sich, aber man will Ende Januar zu einem öffentlichen Treffen einladen, um die ersten Pflöcke einzuschlagen.
Jahn erinnerte daran, dass er bei der Landratswahl mit Listen abgefragt hat, wie groß das Interesse der Dorfbewohner an einem solchen gemeinschaftlich betriebenen Geschäft ist. Ergebnis: Groß. Viele der 481 Ortsbewohner trugen sich in die Liste ein, manche bekundeten gar, dass sie mitmachen wollen. Gerade die Generation vor und in der Rente ist daran sehr interessiert, wie Jahn feststellte. Die Jüngeren im Ort sind mobil und kaufen auf dem Weg von der Arbeitsstelle in größeren Geschäften ein.
Andererseits unterstützt das Land Hessen über die »Nachhaltigkeitsstrategie Hessen« das Kompetenznetz Vitale Orte 2020. Teil dieser Aktivität ist auch die Unterstützung beim Einrichten von Dorfläden, wie Jahn weiter berichtete. Ziel ist es, einen kleinen Laden für die zentralen Dinge des täglichen Bedarfs im Ort zu haben. Ganz nebenbei ist ein solcher Laden auch Treffpunkt für die Ortsbewohner, wenn man dort einen Kaffee trinken kann und Nachbarn auf ein Schwätzchen trifft.
Der Gedanke ist gut, aber eine akkurate Planung ist notwendig, so das Ergebnis der Beratung im Ortsbeirat. So wandte ein Mitglied ein, dass die Voraussetzungen für ein Lebensmittelgeschäft geprüft werden müssen. Da geht es um Hygienevorschriften, Wasserstellen, Toiletten und ähnliches. Zudem müsse klar sein, wer gegenüber Versicherung und Vermieter mit seinem Namen einsteht. Eine Investition in den Laden muss gesichert werden, was ist mit dem Finanzamt und noch weitere Fragen sind zu klären. Jahn versicherte, mit einem Verein könne man die Trägerschaft abdecken.