Steuerberater lobt hohe Eigenkapitalquote in Antrifttal
Antrifttal (jol). Die Eröffnungsbilanz weist es aus: Die Eigenkapitalquote der Gemeinde Antrifttal liegt bei rund 38% - ein traumhafter Wert, wie Steuerberater Altan Günsoy der Gemeinde attestiert.
Steuerberater Altan Günsoy erläuterte den Antrifttaler Gemeindevertretern die Eröffnungsbilanz. (Foto: jol)
Antrifttal (jol). Von dieser Eigenkapitalquote können Unternehmen in der freien Wirtschaft nur träumen, meinte Steuerberater Altan Günsoy anerkennend über die Finanzkraft der Gemeinde Antrifttal. Die Gemeindevertreter hörten es mit Freude und werden nun über die Finanzlage der kleinen Kommune im Ausschuss beraten. Am Dienstag stellte Günsoy die Eröffnungsbilanz der Gemeinde vor. Bei einem Volumen von 9,75 Millionen Euro liegt die Eigenkapitalquote bei 3,7 Mio. – ohne stille Reserven.
Die Eröffnungsbilanz der Gemeinde stand im Mittelpunkt der Gemeindevertreter-Sitzung am Montag im Gemeinschaftshaus Ohmes. Unter Leitung von Alfred Pfeffer sprach man zudem über die Interkommunale Zusammenarbeit mit sechs weiteren Vogelsberg-Kommunen. Ungewöhnlich für Antrifttal: Der Antrag zur Weiterführung der Beratungen über mehr interkommunale Kooperation wurde bei sieben Ja-Stimmen und sechs Enthaltungen angenommen. Üblicherweise gehen Anträge in der Gemeindevertretung Antrifttal einstimmig durch, weil sie bereits vorab eingehend durchdiskutiert wurden – was hierbei offenbar nicht geschehen ist. Das bemängelten Franz-Josef Kreuter und Udo Dippel in ihren Stellungnahmen zu dem Antrag. Bürgermeister Johannes Averdung setzte dem entgegen, dass es nur um die grundsätzliche Bereitschaft zur interkommunalen Zusammenarbeit gehe. Sobald Konkretes anstehe, werden die Gemeindevertreter eingebunden. In der Vorlage wird zum Beispiel die Zusammenlegung des Finanzwesens erwähnt.
Dippel vermisste besonders Informationen über die Zielrichtung der Kooperation. Er wollte das noch einmal beraten, bevor man einen Prozess in Gang setzt. Kreuter meinte, es gehe ihm zu schnell mit einer solchen Abstimmung. »Ich weiß nicht, was da besprochen wurde.« Alfred Pfeffer sah noch weiteren Diskussionsbedarf, dem aber Averdung widersprach. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden brauchten einen Auftrag an dem Thema weiter arbeiten zu können. Dann könne man den Gemeindevertretern genaueres vorstellen.
Ohne Diskussion in den Ausschuss verwiesen wurde die Eröffnungsbilanz der Gemeinde. Sie betrifft den Stichtag 1. Januar 2009 und umfasst das Vermögen und die Schulden der Gemeinde. Die Bilanz ist eigentlich Grundlage des Haushalts, der seit wenigen Jahren nach der doppischen Buchführung erstellt wird. Da steckt »sehr viel Arbeit« der Gemeindeverwaltung drin, wie Bürgermeister Averdung erläuterte. Er schlug vor, über die Eröffnungsbilanz zu beraten, sie im Dezember zu beschließen und dann an das Revisionsamt beim Kreis weiterzuleiten.
Das begrüßte Altan Günsoy von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ReweCon, die sich auf die Beratung von Städten und Gemeinden spezialisiert hat. Allein im Vogelsbergkreis betreut seine Firma zehn Kommunen und Zweckverbände, die in diesen Wochen ihre Eröffnungsbilanzen beim Revisionsamt einreichen, so der Betriebswirt. Die Eröffnungsbilanz gibt den Vermögensstand der Gemeine am 1. Januar 2009 wieder und ist Grundlage für die Jahresabschlüsse der Gemeinde. Grundlage ist eine Erfassung der eigenen Vermögenswerte wie Straßen, Kanäle und Gebäude als »Aktiva«. Dem gegenüber gestellt sind die Passiva, also die Mittelherkunft. Bei Aktiva wie Passiva stehen sich 9,75 Millionen Euro gegenüber, »eine vernünftige Größe für eine Gemeinde dieser Größe«, so Günsoy.