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Von Bischofkirche über Buchdruck zum Ball

Artikel vom 18.11.2011 - 16.09 Uhr

Von Bischofkirche über Buchdruck zum Ball

Antrifttal (pm). 43 Ministranten der Pfarrgemeinde St. Michael aus Ruhlkirchen, Ohmes, Seibelsdorf und Vockenrod unternahmen dieser Tage einen gelungenen Ausflug nach Mainz. Durch den Erlös des Pfarrfestes war dieses Dankeschön der Pfarrgemeinde an die Ministranten möglich geworden.

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Die Ausflugsgruppe der Ministranten aus Antrifttal in Mainz. (Foto: pm)
Begleitet wurde die Gruppe von Manuela Feurer, Susanne Botthof-Schlitt, Pfarrer Zbigniew Wojcik und Diakon Reinhold Konle. Nach der Ankunft erreichten die Antrifttaler nach kurzem Fußweg den Mainzer Dom und wurden dort schon zu einer speziellen Domführung erwartet und erfuhren vieles über die wechselvolle Geschichte der Bischofkirche, die über Jahrhunderte eng mit der machtvollen Stellung der Mainzer Erzbischöfe verbunden ist.

Der Mainzer Dom ist künstlerisch und historisch gesehen von hoher Bedeutung. Der Dompatron, so wussten die Minis zu erzählen, ist der heilige Martin von Tours. Bereits der Urbau des Doms wurde unter Erzbischof im Stil der Romanik ausgeführt.

Auch bei späteren Veränderungen behielt man den Stil bei, sogar über die eigentliche Kunstepoche hinaus. Nach dem Dombrand von 1081 wurden im 12. Jahrhundert die monumentale Ostgruppe mit der halbrunden Apsis und der Zwerchgalerie sowie das dreischiffige Langhaus mit den wuchtigen Pfeilern gebaut. Mit der Weihe am 4. Juli 1239 war der Aufbau des Mainzer Doms in seiner bis heute erhaltenen Grundform und wesentlichen Gestaltung vollendet. Zeitgleich mit der Vollendung des romanischen Doms (1239) setzte sich die Gotik in Mainz durch. Als erstes Werk im Dom entstand um 1240 der Westlettner des bekannten »Naumburger Meisters«.

Mit dem Anbau von gotischen Seitenkapellen zwischen 1279 und 1319 erfolgte der erste wesentliche Eingriff in die romanische Architektur des Doms. Vom ursprünglichen Bau stammen heute fast noch Teile der bei Rundtürme der Ostfassade des Doms.

Nach der Domführung hatten die Ministranten die Möglichkeit, die Stadt zu erkunden bzw. an einem Besuch des Gutenberg-Museum teilzunehmen. Nach einem kurzen Imbiss machte sich ein Teil der Messdiener mit Begleitern auf den Weg zum Gutenberg-Museum. Eine Führung war gebucht, so dass die Teilnehmer gleich in die Welt des Beginns des Buchdrucks eintauchen konnten. Dabei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, eine Druckvorführung, das Gießen von Bleilettern und einen Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen des Museums zu erleben. Das Anfertigen eines Drucks durch einige der Ministranten gehörte mit dazu.

Zum Schluss wurde das kleinste Buch der Welt besichtigt und Gutenbergs Meisterwerk, die 42zeilige Bibel, in Augenschein genommen werden. Das zweibändige Werk mit 1282 Seiten entstand um 1454 in der Blüte seines Schaffens mit Hilfe von etwa 20 Mitarbeitern. Gutenberg hat für diese Bibel 290 verschiedene Figuren gegossen.

Die farbigen Initialen und Zeichen wurden später von einem Illuminator und einem Rubrikator eingefügt. Von den 180 Exemplaren waren vermutlich 150 auf Papier und die verbleibenden 30 auf kostbarerem Pergament gedruckt. Heute existieren noch
49 Exemplare, wovon zwei im Besitz des Gutenberg-Museums sind.



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