Über 15 000 Stunden für ein schöneres Dorf gearbeitet
Feldatal-Köddingen (jol). Der Einsatz hat sich gelohnt: Tausende von Stunden haben freiwilige Helfer für den Ausbau des Gemeinschaftshauses und andere öffentliche Vorhaben der Dorferneuerung geleistet.
Einige der aktiven Mitarbeiter bei der Dorferneuerung vor der Kegelbahn: Helmut Merkel (2. v. links) und Robert Schrimpf (Mitte) mit Dennis Sauer, Manfred Sauer und Volker Spohr.
Feldatal-Köddingen (jol). Immer noch sind die Mannen am Werk – dieser Tage verputzten sie Jugendraum und DRK-Heim. Auch nach tausenden Stunden für die Dorferneuerung Köddingen sind die Helfer um Ortsvorsteher Helmut Merkel immer noch mit Elan bei der Sache. Und das Ergebnis der Bemühungen kann sich sehen lassen: 22 öffentliche Maßnahmen für fast eine Million Euro haben den Ortsteil von Feldatal aufgewertet, größte Vorhaben sind das Gemeinschaftshaus und demnächst der Raiffeisenplatz in der Ortsmitte. Kürzlich ist die Antragsfrist für Fördermittel in der Dorferneuerung abgelaufen, Zeit für ein Resümee – das eindeutig positiv ausfällt, wie ein Gespräch mit Ortsvorsteher Merkel und Robert Schrimpf vom Arbeitskreis Dorferneuerung belegt.
Die Dorferneuerung in Köddingen ist gut gelaufen, fasst es Peter Zimmer vom Amt für den ländlichen Raum zusammen. Entscheidend war für ihn dabei der engagierte Arbeitskreis Dorferneuerung und die Unterstützung durch die Bürgermeister Offhaus und Schlosser. 22 öffentliche Maßnahmen waren für den Zeitraum 2003 bis 2012 vorgesehen, die meisten sind umgesetzt. Allerdings wird die Dorferneuerung nicht im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Grund: Der Ausbau der Ortsdurchfahrt hat sich verzögert und ist erst für 2013/2014 geplant. Daran gekoppelt ist die Umgestaltung des Dorfplatzes in der Ortsmitte. Dieser »Raiffeisenplatz« ist über das Bett des Katharinenbachs gebaut und soll für rund 450000 Euro neu gestaltet werden, die förderfähigen Kosten sind auf 300000 Euro begrenzt.
Aber auch wenn die Dorferneuerung noch drei Jahre weiterläuft, sind Merkel und Schrimpf mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Von Anfang an war die Begeisterung über das Förderprogramm für das Dorf ausgesprochen groß. »Gottseidank wurden immer wieder genug Leute gefunden, die bei den Baumaßnahmen mit anpackten.« Ein Beispiel: Allein 13 Mann waren beim Verputzen von DRK-Heim und Jugendraum am Werk. Auch die Jugend habe immer mit geholfen, wenn sie angesprochen wurde. Zuletzt organisierten die Vereine die Helfer. Und die waren über die ganze Zeit hinweg nötig, allein für das Gemeinschaftshaus waren in vier Jahre über 15 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit nötig. Ihm selbst wollte seine Frau schon ein Bett ins Gemeinschaftshaus stellen, weil er dort so viele Stunden zugebracht hat, erinnert sich Merkel.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, Besucher bestätigen, dass das Gemeinschaftshaus ausgesprochen schön wurde. Eineinhalb Jahre dauerte allein der Umbau des Untergeschosses. Das war auch deshalb kniffelig, weil der Grundriss des DGH umgestaltet wurde. Vorher bestand es aus zwei unterschiedlich breiten Abschnitten, nun ist es ein gleichmäßiges Rechteck. Davon profitierte die einzige Gaststätte im Ort, die Knick-Schuss-Bar im Untergeschoss. Die Fläche des Gastraums ist in etwa verdoppelt, massive Stahlträger fangen die Decke ab. Saniert wurde auch die Kegelbahn, wobei die Helfer sämtliche Rohrleitungen für das Gebäude in die abgehängte Decke der Sportanlage verlegten. Dabei war Merkel froh, dass Fachleute für Elektro- und Heizungsbau mit anpackten und so die Baukosten weiter senkten. Fenster, Fußböden und Rohbauarbeiten wurden an Firmen vergeben, den großen Rest mit Elektro-, Verputzer-, Bau- und Heizungsarbeiten machten die Köddinger selbst.
Auch der Betrieb im Gemeinschaftshaus wurde erleichtert, so spendete die Jagdgenossenschaft die Bühne und eine Spülstraße für 6000 Euro. Damit kann Geschirr von Hochzeiten und Festen in 3 bis
20 Minuten gereinigt werden. Das DGH bietet nun drei Räume, die bei Bedarf zusammen gelegt werden können und dann 150 Menschen Platz bieten. Seit dem Umbau ist das DGH Köddingen das öffentliche Gebäude mit den höchsten Nutzerzahlen. Die Komplettsanierung der Gaststätte zahlte sich ebenfalls aus und die Kegelbahn wird rege genutzt.