Bau der Bahn ließ in Gemünden neuen Ortsteil entstehen
Die Großgemeinde Gemünden besteht aus den sieben Ortsteilen
Nieder-Gemünden, Burg-Gemünden, Ehringshausen, Hainbach, Elpenrod,
Otterbach und Rülfenrod. Die größten Ortsteile sind Nieder- und
Burg-Gemünden, in denen sich neben der Verwaltung auch der
Kindergarten, eine große Mehrzweckhalle, größere Firmen und Geschäfte
für den täglichen Bedarf befinden.
Erste Erwähnung findet Nieder-Gemünden in einer Urkunde des Klosters Fulda, welche auf den Zeitraum der Jahre 750 bis 779 datiert wird. Der Bau der Eisenbahnlinie Gießen - Fulda 1869 bis 1871 brachte Burg- und Nieder-Gemünden den Anschluss an das moderne Verkehrsnetz und führte nach und nach zur Entstehung eines völlig neuen Dorfviertels. Das bis dahin rein landwirtschaftlich ausgerichtete Dorf wurde dadurch zu einer gewerblich orientierten Gemeinde. Die Ansiedlung moderner Gewerbebetriebe in Bahnhofsnähe setzte nach 1945 ein. Nieder-Gemünden zerfiel damit in zwei Ortsteile: den alten Ortskern mit seinen fast vollständig unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern und dem neueren Ortsteil "Bahnhof", der auf der gegenüberliegenden Seite der Felda entstand. Die evangelische Kirche wurde 1756 eingeweiht und steht an der gleichen Stelle, an der auch schon die Vorgängerkirche, welche im 11. bzw. 12. Jahrhundert erbaut wurde, stand. Die katholische Kirche wurde 1957 eingeweiht.
Das Dorf Burg-Gemünden ist mit etwa 1000 Einwohnern der größte Ortsteil. Die historische alte Ortslage auf der Westseite wird überragt von einer in weiten Teilen erhaltenen und teils restaurierten Burganlage, der das Dorf seinen Namen verdankt.
Ehringshausen ist ein Straßendorf und besteht aus dem eigentlichen Ehringshausen und Oberndorf. Die Häuser reihen sich links und rechts der Hauptstraße auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern. Der Wald, der das Dorf umgibt, ist die eigentliche Attraktion Ehringshausens. Besonders Wanderer, Radfahrer und Naturfreunde finden viele Möglichkeiten der Entspannung und Erholung.
Intakter Wald mit seltenen Pflanzen (z. B. Orchideen) und reichem Wildbestand, lange, ungestörte Wanderwege, stille Seen und Teiche und klare Bäche prägen die nächste Umgebung. Besonders zu erwähnen ist der "Heinzemann", um den sich Sagen und Legenden ranken, eine Basaltformation auf dem Wanderweg nach Otterbach gelegen. Besucher und Urlauber können in gepflegter Gastronomie übernachten. Das älteste Gebäude ist die Kirche, die 1424 erstmals erwähnt wurde, aber in Wirklichkeit noch beträchtlich älter sein dürfte. Von geschichtlicher Bedeutung sind der Anschluss des Dorfes an die Eisenbahnlinie Gießen-Fulda im Jahre 1870 und der Bau der Autobahn Frankfurt-Kassel im Jahre 1935.
Elpenrod liegt im Mündungsbereich zweier Bäche, dem Eisenbach und dem Elpbach. Die Namensendung -rod deutet auf umfangreiche Waldrodungen hin, die bereits im Mittelalter zur Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen eingesetzt wurden. Das markanteste Wahrzeichen des in die beiden Täler eingebetteten Ortes ist die über dem Dorf auf einer Anhöhe gelegene Kirche mit dem Friedhof.
Hainbach ist von Buchenmischwäldern umgeben, harmonisch in die Landschaft eingebettet. Gleich am Ortseingang von Elpenrod kommend liegt hoch am Hang das aus der alten Schule mit viel Eigenleistung umgebaute ansprechende Dorfgemeinschaftshaus, in dem dank guter technischer Ausstattung gesellschaftliche Veranstaltungen aller Art in gemütlichem Raum von 10 bis 120 Personen möglich sind. Darüber hinaus bietet es in seinem Keller eine gut ausgebaute 8-bahnige Schießanlage mit gemütlicher Theke –ein beliebter Treffpunkt.
Eine Fahrt durch das kleine locker bebaute Haufendorf Otterbach bringt viele Besonderheiten zu Tage. So bildet die Kirche in Otterbach beispielsweise eine Einheit mit einem Wohnhaus. Auch die hessische Staatsdomäne ist erwähnenswert.
Rülfenrod zählt zu den kleinen Dörfern der Gemeinde mit liebevoll gepflegte Fachwerkhäusern. Das Ortsbild wird durch die zahlreichen Gebäude eines Gutshofes geprägt, dessen ältestes laut Inschrift auf einem Balken im Jahr 1718 errichtet wurde. Die Kirche wurde 1750 aus grob behauenen Basaltsteinen errichtet. Der Schankraum des ehemaligen Gasthauses "Zum goldenen Löwen" wird seit Jahren als Dorfgemeinschaftsraum genutzt.