Homberg (pm). Die Prof. Dören/Dr. Ebke GbR (Forschungszentrum Neu-Ulrichstein) hat sich in kritischen Anmerkungen zum Artikel über den Sachstand zur Vergabe der ehemaligen Landesdomäne Neu-Ulrichstein geäußert (die AZ berichtete am Mittwoch).
Bürgermeister Volker Orth habe durchblicken lassen, das Forschungsprojekt habe die schlechteren Chancen. Es gebe aber unterschiedliche Auffassungen zum Gebot zweier Interessenten für die Landesdomäne. Das eine Gebot fuße auf der gültigen Bebauungsplan-Ausweisung der Stadt Homberg und beinhalte die Sanierung der Infrastruktur und den Ausbau der Landesdomäne zu einem Forschungszentrum mit der Schaffung von Arbeitsplätzen.
Das andere Angebot basiere auf einer erheblichen Erweiterung des Geländes zur Errichtung einer großen Biogas-Anlage und einer landwirtschaftlichen Lösung. Die Angebote seien »nicht miteinander vergleichbar«.
Ausdrücklich existiere ein erweitertes Angebot der Entwickler des Forschungs-Zentrums-Umwelt Neu-Ulrichstein, »welches entgegen der Behauptung des Bürgermeisters nicht zu niedrig ist«.
Es gebe einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Homberg, den geltenden Bebauungsplan nicht zu Lasten eines Forschungszentrums zu ändern – vielmehr sei weiterhin eine Entwicklung zu einem Forschungszentrum aufbauend auf den Einrichtungen der ehemaligen Landesdomäne mit der Neuschaffung von forschungsorientierten Arbeitsplätzen gewünscht. Es werde überhaupt nicht erwähnt, welche Chancen das Konzept des Forschungs-Zentrums biete und welche namhaften Institute bereits in die Planungen eingebunden wurden. Es verwundere, dass im Artikel beim Mitbewerber plötzlich von einem Dannenröder Landwirt und Mitinvestoren gesprochen werde. Im Ausbietungsverfahren seien die bietenden Parteien ausdrücklich zu benennen, »Mitinvestoren waren nicht genannt«.
»Es dürfte von öffentlichem Interesse sein, ob ein unabhängiges Investment zur Erzeugung von Biogas entsteht, wohin alle Landwirte der Region zu gleichen Bedingungen liefern können oder ein Anbieter mit unbekannten und nicht benannten Mitinvestoren allein für seinen Betrieb eine Anlage von regionaler Größenordnung errichtet«. Die GbR habe den Staatssekretär Weinmeister in seinen Bemühungen, einen Vergleich herbeizuführen unterstützt, »wir sind deshalb über die Einseitigkeit der Berichterstattung und die Einschätzung des Bürgermeisters sehr erstaunt. Wir bitten, die Fakten besser und tiefer zu bewerten, als dies bisher geschehen ist«.