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»Für eine forschungsorientierte Nutzung«

Artikel vom 08.04.2009 - 18.46 Uhr

»Für eine forschungsorientierte Nutzung«

Homberg (ks). »So viel Besucher wie wohl noch nie« begrüßte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jürgen Burmeister am Dienstag Abend im Brauhaus zur jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.
Eng wurde es im Brauhaus, wo sich viele Zuschauer zur Sitzung drängten und nicht alle einen Sitzplatz fanden. 	(Foto: ks)
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Eng wurde es im Brauhaus, wo sich viele Zuschauer zur Sitzung drängten und nicht alle einen Sitzplatz fanden. (Foto: ks)
Besonders das Thema Bebauungsplan Neu-Ulrichstein sorgte für den Besucherandrang, nicht alle fanden Platz, einige mussten auf der Treppe stehen. Entschieden ist zwar noch nicht über die ehemalige Landesdomäne, aber die Stadtverordnetenversammlung beschloss nach einer Sitzungspause mehrheitlich, dass man einer »forschungsorientierten Nutzung der Flächen Vorrang gibt und interessiert ist an der Schaffung von Arbeitsplätzen.« Bei der möglichen Nutzung des Geländes prallen derzeit unterschiedliche Interessen aufeinander. So will ein Landwirt dort eine größere Mastanlage einrichten.

Dadurch wiederum sähe der Leiter eines Forschungsinstitutes seine Arbeit bedroht. Denn auf dem Gelände soll ein »überregional wirksames landwirtschaftlich und umweltorientiertes Forschungs- und Entwicklungszentrum« entstehen. Schon 2005 hatte das Parlament beschlossen, einen Bebauungsplan für die ehmalige Landesdomäne aufzustellen, der ein Mischgebiet vorsieht. Der Bebauungsplan ist aber noch nicht rechtskräftig geworden. Vor einiger Zeit hatte die mit der Verwertung der Flächen betraute Hessische Landgesellschaft (HLG) mitgeteilt, das Land habe über den Verkauf an einen ortsansässigen Landwirt entschieden. Dieser hatte darauf die Stadt gebeten, den Plan zu ändern. Er plane keine Energieerzeugung vor Ort, sondern die Einspeisung ins Ferngasnetz, so dass keine wärmeabhängigen Nutzungen wie Fisch- oder Pilzzucht entstehen sollen. Die dafür vorgesehenen Bereiche sollten mit Tierhaltung belegt werden. Mittlerweile gebe es aber wieder Zweifel, ob der Landwirt tatsächlich Käufer des Geländes wird, so Bürgermeister Volker Orth. Das Land habe offenbar noch nicht endgültig entschieden. Im Mai solle es nun einen Ortstermin mit Staatssekretär Weinmeister geben, um die Interessenlagen zu klären. In einer Sitzung des Bauausschusses könne man das Thema vorher behandeln, so Orth. Für die SPD-Fraktion sagte Vorsitzender Dr. Claus Gunkel, die Stadt solle sich jetzt äußern, was sie auf dem Gelände will, das sei überfällig. »Wir jedenfalls wollen dort einen Forschungs- und keinen Biogasstandort.« Hanns Michael Diening (FDP) verwies auf den alten Beschluss für ein Mischgebiet und das Bestreben, dort Arbeitsplätze anzusiedeln. Die Stadt solle sich für eine forschungsorientierte Nutzung des Geländes aussprechen. »Keine Eile« habe der Beschluss, meinte Norbert Reinhardt (CDU), man solle sich alle Optionen offen halten und den Bebauungsplan besser später auf die Investoren zuschneiden, nur dann werde die CDU zustimmen. Auch sei man irritiert, dass sich das Verfahren in die Länge zieht. Für die FW sagte Michael Krebühl, man sei für den FDP-Vorschlag und freue sich über Investoren, die Arbeitsplätze in diesem Bereich ansiedeln. Nach einer Sitzungsunterbrechung sprachen sich 15 Stadtverordnete für den Vorschlag Dienings aus, der Magistrat solle dem Ministerium mitteilen, dass Homberg »einer forschungsorientierte Nutzung der Flächen Vorrang gibt und interessiert ist an der Schaffung von Arbeitsplätzen«. Sechs Stadtverordneten waren dagegen, drei enthielten sich.

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Artikel vom 08.04.2009 - 18.46 Uhr
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