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Gute Wünsche für den Vorgänger und den Neuen

Artikel vom 30.06.2010 - 07.00 Uhr

Gute Wünsche für den Vorgänger und den Neuen

Homberg (ks). Demokratie lebt vom Wandel, meinte ein Redner - in diesem Sinn verließ ein Akteur die Bühne und ein anderer betrat sie.
Sympathische Gesten beim Amtswechsel: von links Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jürgen Burmeister, 1. Stadtrat Armin Klein, Bürger
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Sympathische Gesten beim Amtswechsel: von links Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jürgen Burmeister, 1. Stadtrat Armin Klein, Bürgermeister Volker Orth, der am Mittwoch den letzten Tag im Amt ist, und sein Nachfolger Prof. Béla Dören.
Vor rund 300 Gästen wurde dem seitherigen Bürgermeister Volker Orth in einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag Abend die Entlassungsurkunde überreicht. Sein Nachfolger Prof. Bela Dören legte den Amtseid ab und erhielt seine Ernennungsurkunde. Gute Wünsche gab es reichlich für beide. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jürgen Burmeister ergriff im Namen aller Fraktionen das Wort und richtete es zunächst an den scheidenden Volker Orth. Ein Bürgermeister mnüsse viele Funktionen haben, »er muss von Bestattungsunternehmer über Mathematiker bis zum Ökonom alles sein und alles können«. Ebenso habe der Verwaltungschef emotionale Aufgaben und Volker Orth habe sich durch seinen persönlichen Einsatz ausgezeichnet. »Oft brannte spätabends im Rathaus Licht und er war noch im Amt.«

Als wichtige Projekte unter Federführung Orths zählte Burmeister unter anderem Freibad, Kläranlage, Kamax-Ausbau, Industriepark Nieder-Ofleiden und Seniorenwohnheim auf.

Erster Stadtrat Armin Klein sagte, ihn verbinde eine lange Freunschaft mit Volker Orth und er habe ihn als »kompetenten und engagierten Mann kennen gelernt«. Die Weiterentwicklung Hombergs und seiner Stadttteile sei Orth eine »Herzensangelegenheit« gewesen. So habe er sich für den Ankauf der alten Bahntrasse für einen Radweg eingesetzt, was kürzlich beschlossen wurde. »Er genießt hohes Ansehen und hatte immer ein offenes Ohr für die Belange seiner Mitbürger«.

In der kommunalpolitischen Arbeit sei Orth immer am Konsens gelegen gewesen. Bei seiner Arbeit hätten ihm hervorragende Sachkenntnis und seine mitmenschliche Art geholfen. Volker Orth habe das Amt nach besten Kräften gut und erfolgreich gemeistert. Die Bilanz der Tätigkeit sei positiv, so Klein. Béla Dören erwarte ein wohlgeordnetes Haus, er werde manches weiterführen, aber auch neue Akzente setzen. Landrat Rudolf Marx dankte für gutes Miteinander und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Zu Volker Orth gewandt zitierte er ein Wort des Dalai Lama: »Wenn du einmal etwas nicht bekommst, dann kann das eine günstige Fügung des Schicksals sein.« Béla Dören übernehme kein leichtes Amt, »denn Geld ausgeben können wir alle aus dem Eff-Eff, jetzt heißt es sparen und das den Bürgern vermitteln. Doch Sie haben das Amt gewollt, dann muss man es ausführen zum Wohl der einem anvertrauten Menschen.« Ulrich Künz, Kirtorfs Rathauschef, sprach auch für die Kreisvereinigung der Bürgermeister und dankte Orth für eine langjährige gute und kollegiale Zusammenarbeit: »Ein engagierter Bürgermeister verlässt das Rathaus.« Béla Dören wünschte er für die neue Aufgabe Glück, dieser habe in bisherigen Ämtern Sachverstand und Erfahrungen sammeln können. Grußworte kamen vom Stadtrodaer Bürgermeister Harald Kramer, der hofft, Volker Orth weiter in der Partnerstadt zu sehen. Ute Schneider vom Vorstandsteam des Gewerbevereins charakterisierte den Menschen Volker Orth als »spontan, aktiv, unbürokratisch, warmherzig, offen und kulturinteressiert«. Sie wünscht sich vom Nachfolger Impulse für eine aktive Innenstadtentwicklung und den Erhalt der Geschäfte. Kollegin Ulrike Weitzel überreichte an Orth Badeutensilien, »mit denen er Staub und Anstrengung abspülen kann«.

Béla Dören erhielt Schutzhandschuhe und Schal, »weil er heiße Eisen anfassen und sich auch manchmal warm anziehen muss.« Pfarrer Ulrich Heyn (Maulbach) meinte, Volker Orth habe jetzt neue Freiheiten, sein Nachfolger neue Gestaltungsmöglichkeiten. Volker Orth habe er als jemanden kennen gelernt, »der zuhören und entschlossen helfen kann«. Er überreichte einen Band mit irischen Segenswünschen an Orth und einen Band mit Schildbürgerstreichen an den neuen Rathauschef. Volker Orth dankte in seiner Ansprache langjährigen Mitstreitern und Mitarbeitern. Er habe keinen Grund, Homberg zu verlassen, das ihm zur Heimat geworden sei - »Ich werde jetzt auch nicht Häuslesanierer oder Rasenmäher.« Es gebe einige interessante Angebote für eine künftige Tätigkeit, »es wird sicher nicht langweilig.« Er hoffe, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe alle ausgeräumt sind und stehe seinem Nachfolger bei Fragen zur Verfügung. »Wenn ich mein Wissen einbringen kann, dann will ich das tun.« Béla Dören nannte den friedlichen Wechsel kennzeichnend für eine Demokratie, seinem Vorgänger gebühre Dank und Anerkennung für die Arbeit in zwölf Jahren: »Ich werde erst beweisen müssen, was ich bewegen kann.« Er versprach das Amt zum Wohl der Stadt zu nutzen, dabei wolle er gern Ideen und Kenntnisse von außen einbinden. Gemeinsam wolle man in nicht einfachen Zeiten für neue Lösungen kämpfen, »wir dürfen aber nicht vergessen, dass es uns noch besser geht als vielen in der Welt.« Er dankte allen, die ihn unterstützten und kündigte an, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, schon weil die Kommune nicht mehr alles leisten könne. »Wir müssen eine sinnvolle Zukunft für Stadt und Dörfer suchen, um mit den Anforderungen der Zeit mithalten zu können.« Er hoffe auch auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Magistrat. Umrahmt wurde der Abend vom Spielmanns- und Fanfarencorps der Feuerwehr mit schmissigen Melodien, dem Silcherchor mit getragenen und freudigen Liedbeiträgen und Siri, Tochter von Chorleiter Rainer Eder, die mit einem Geigenzwischenspiel sehr viel Applaus einheimste. Unter den vielen Gästen waren an diesem Abend auch die Bürgermeister Bott (Gemünden), Averdung (Antrifttal), Stock (Lautertal), Alsfelds Erste Stadträtin Ingeborg Beckmann-Launer und Ehrenbürgermeister Walter Seitz. Blumen und Geschenke gingen an beide Empfänger, vom Magistrat bekam Orth zu seiner Überraschung eine Zeppelin-Fahrt geschenkt.

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Artikel vom 30.06.2010 - 07.00 Uhr
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Leserkommentare
(03.07.2010 11:10)
Mystery
Kuscheltour von Orth !?
Sehr geehrter Herr Löhr,
ich kann Ihnen in diesen Punkten nur recht geben, allerdings hatte Orth es bis her immer gut hinbekommen daß man ihm nichts nachweisen konnte.
Mich macht aber eher diese neue Kuscheltour von ihm sehr misstraurig.
Herr Dören sollte sich in Acht nehmen, denn dieses freundschaftliche Getue
passt nicht, mein Gefühl sagt mir; der führt was im Schilde.
(30.06.2010 12:14)
stefanloehr
Verdacht nicht ausgeräumt
(Offener Brief)
Sehr geehrter Herr Orth,
auch wenn Sie es sich wünschen: Der Verdacht einer unerlaubten Wahlbeeinflussung ist bis heute nicht ausgeräumt und wird wohl nie aufgeklärt werden können.
Es ist richtig, dass die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Sie eingestellt hat. Dies jedoch nur, weil ein "möglicherweise unberechtigter Zugang zu den Unterstützungslisten keine Straftat darstellt" (wörtliche Aussage der Staatsanwaltschaft). Ein solches Vergehen könnte nur von der Kommunalaufsicht geahndet werden, wenn Beweise vorliegen. Da die Kommunalaufsicht jedoch keine Polizeigewalt zur Sicherstellung von Beweisen hat, wären Mitarbeiter der Verwaltung die einzigen Personen, die überhaupt "Beweise" einer unerlaubten Einsichtnahme sicherstellen könnten! Heißt im Umkehrschluss: Eine unerlaubte Einsichtnahme in Unterstützungslisten bleibt solange ungestraft, bis ein Verwaltungsmitarbeiter der Kommunalaufsicht konkrete Beweise vorliegt. Ein Außenstehender (z.B. Mitbewerber) wäre niemals im Stande, solche "Beweise" vorlegen zu können. Welch rabenschwarze Erkenntnis für unsere Demokratie...
Abschließend bleibt zu sagen, dass Sie sich laut Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen keiner strafrechtlich relevanten Nötigung schuldig gemacht haben.
Festzustellen bleibt aber auch, dass Sie in Ihrer Funktion als Bürgermeister Unterzeichner meiner Liste angerufen bzw. angesprochen haben. Ebenso ist es Tatsache, dass Sie Wissen über Unterschriftsleistungen hatten, das Sie eigentlich nicht hätten haben können. Ebenso haben Sie bis heute nicht den Beweis erbracht, dieses Wissen auf rechtmäßigem Weg erworben zu haben.
Und solange Sie sich einer solchen, lückenlosen Aufklärung verweigern, müssen Sie sich auch weiterhin den Verdacht einer "unerlaubten Wahlbeeinflussung" gefallen lassen.
Daran wird auch Ihre Anzeige gegen mich wegen "falscher Verdächtigung" und die geradezu lächerlichen Schmerzensgeldforderungen Ihres Anwalts nicht ändern!
Stefan Löhr
Würzburg
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