Homberg (ks). Trotz Haushaltskonsolidierung soll die Stadt keinen zu harten Sparkurs fahren, sondern ihre soziale Verantwortung bedenken. Dafür hat sich am Mittwoch Abend in seiner Sitzung der Haupt- und Finanzausschuss ausgesprochen.
Es ging um den Bereich »Kindergärten«, die im Rahmen des arf-Gutachtens auf den Prüfstand gestellt wurden. Es herrschte Übereinkunft, dass die kleinen Kindergärten in den Stadtteilen und die Krabbelgruppen nicht in Frage gestellt werden sollen. Bei den Krabbelgruppen müsste man sonst wieder bei »Null« anfangen, wenn ab 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Unter-Dreijährige gelten sollte.
Vor rund 25 Zuhörern, darunter Leiterinnen und Erzieherinnen der Kinderbetreuungseinrichtungen, stellte Hauptamtsleiter Markus Haumann zunächst Zahlen zur Geburtenentwicklung und der Belegung der Kindergärten vor. Danach würden sich die Geburtenzahlen in den kommenden Jahren bei 50 bis 55 pro Jahr einpendeln. Für die Kernstadt Homberg etwa werden für 2010 rund 23 Geburten, für 2011 30, für 2012 20, für 2013 23, 2014 27 und für 2015 23 geschätzt - immer unter Vorbehalt natürlich. Rund 63 Kinder kämen demnach dieses Jahr in die Schule.
Gerhard Kuntz mahnte an, die Verwaltung solle Konzepte vorlegen, es könne nicht Aufgabe des Ausschusses sein, diese zu erarbeiten. Hauptamtsleiter Haumann entgegnete, es gebe verschiedene Varianten, allerdings müssten die Stadtverordneten ein Ziel vorgeben. So gebe es Varianten von der eher »brutalen« bis zur »ausführlichen«. In der Hochstraße in der Kernstadt gibt es derzeit drei Gruppen und eine Schulkindgruppe, Ende des Kindergartenjahres könnten es 70 Kinder sein, eventuell werde eine Integrativgruppe eingerichtet. Für das neue Jahr wären dann noch sechs Plätze frei. Auch die Kindergärten Büßfeld (derzeit 18 Kinder) und Nieder-Ofleiden (17) könnten aufgrund der Belegungszahlen so die nächsten Jahre weiterarbeiten. 24 Kinder sind darüber hinaus in der Hochstraße in der Schulkindbetreuung, bald wohl 28. Beim Betreuungsschlüssel wurde der für Kinder ab drei Jahren auf 1,75 festgelegt, bei Unter-Dreijährigen auf 2, was allerdings dem Minimum entspricht, so werden damit nur die Betreuungszeiten abgedeckt, es sind keine Zeiten etwa für Vor- oder Nachbereitung oder Elterngespräche eingerechnet. Würde man auf eine Mindestbetreuungszeit von fünf Stunden am Tag gehen und die Schulkindbetreuung streichen, dann könnte die Stadt im Jahr rund 200 000 Euro sparen.
Hier müsse sich jetzt zeigen, so Bürgermeister Orth, ob die Schulkindbetreuung künftig im Rahmen eines Landesprogramms an der Grundschule erfolgt oder weiter bei der Stadt, hier wären dann auch Zuschüsse vom Kreis zu erwarten. Die Eltern sähen wohl eine Betreuung in der Hochstraße lieber, weil dort eine Mittagsversorgung möglich ist. Ein entsprecher Förderantrag für die Schulkindbetreuung ist gestellt, so der Bürgermeister. Er sagte, auf eine Betreuung von nur fünf Stunden am Tag zurückgehen hieße »viele Eltern im Regen stehen lassen«. Hier gebe es eine soziale Verpflichtung, zudem seien Eltern bereit, leicht höhere Gebühren zu zahlen.
»Die harte Variante kommt nicht zum Tragen,« hielt Ausschussvorsitzender Klaus Fiedler fest. Bedenken könne man aber, eine Ganztagsbetreuung nur in der Hochstraße anzubieten. »Ein Kindergarten ist kein Wirtschaftsbetrieb,« meinte Annerose Seipp, über die Öffnungszeiten solle man auch nicht streiten, diese hätten sich bewährt.