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Kriminelle Finanzmethoden

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Artikel vom 28.10.2013 - 08.36 Uhr

Kriminelle Finanzmethoden

Homberg (eva). »Ich habe selten so gelacht bei einer Krimi-Lesung«, so meinte Ulrike Sowa von der Buchhandlung Homberg, die gemeinsam mit der Stadt und »Leseland Hessen« am Freitagabend zu einem Leseabend mit Matthias P. Gilbert, in die Stadthalle Homberg eingeladen hatte.

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»Ich habe selten so gelacht bei einer Krimi-Lesung«, so Ulrike Sowa von der Buchhandlung Homberg, die dem Krimiautor Matthias P. Gilbert für seine Lesung aus dem Buch »Pechsträhne« in der Stadthalle dankte. (Foto: eva)
Rund 120 Lesebegeisterte hatten sich zum größten Teil schon im Vorfeld Karten gesichert, um den Kasseler Krimiautor live zu erleben. Gilbert las aus seinem neuesten Buch »Pechsträhne«. Darin geht es um einen nordhessischen Investmentbanker, der durch seine dubiosen Machenschaften Menschen in den Ruin oder gar in den Tod treibt. Der Krimi ist der elfte Fall der Kriminalisten Hauptkommissar Paul Lenz und dessen jungen Kollegen Thilo Hain, die auch schon in Gilberts Vorgängerbüchern ermittelten.

»Ich fange grundsätzlich immer mit einer klitzekleinen Geschichte an«, so Gilbert, der sich dem Publikum als ein in Königstein im Taunus geborener und in Kassel lebender »Franzose mit allem was dazugehört«, vorstellt und der in seiner Vita als ein »französischer Autor deutschsprachiger Kriminalromane« beschrieben wird, weil Gilberts Vater Franzose ist.

Der Autor begann mit der Geschichte um Martha, die im Kasseler Stadtteil Wilhelmshöhe in einem Seniorenstift lebt. Sie ist eine von vielen, die, nachdem sie durch die unlauteren Finanzgeschäfte der Nordhessenbank ihr Hab und Gut verloren hat, keinen Sinn mehr im Leben sieht und in einem Abschiedsbrief ihren Suizid ankündigt und erklären möchte: »Ja, ich möchte nicht mehr leben, ich möchte es einfach nicht mehr«, schreibt sie. Finanzielle Not habe sie ruiniert, alle Ersparnisse seien aufgebracht, alle Konten stünden auf Null, und sie bittet alle um Verzeihung, die dadurch mitbetroffen sind, da sie nichts mehr zu vererben hat. Während sich in der Stimme des Autors zu Beginn seiner Geschichte die Entrüstung über die kriminellen Finanzmethoden widerspiegelte, erklangen nun, als er von Martha, ihrer Ausweglosigkeit und ihrem Vorhaben sich das Leben zu nehmen las, sanfte Töne «... und sie betrachtete ihren faltigen, aber immer noch schönen Körper im Spiegel, bevor sie in die Badewanne mit dem duftenden Schaum stieg«. Eindringlich die Beschreibung, wie sich Martha durch die Einnahme von Schlaf- und Schmerzmitteln in einen Tagtraum fallen und ihr Leben nochmals Revue passieren ließ.

Leser haben Mitgefühl mit getötetem Hund

Mit klarer Stimme und den Worten: »Martha ist die erste Tote in dem Krimi«, holte der Autor die Zuhörer auf den Boden der Tatsachen der Kriminalgeschichte zurück, und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Denn, so erfuhr das Publikum alsbald, in einer Villa in Kassel wird die übel zugerichtete Leiche des Bankmanagers Sven Vontobel, nebst ebenfalls erschossenem Hund gefunden. Es stellte sich heraus, dass der Ermordete wegen seiner Wertschöpfungsmethoden selbst bei Kollegen unbeliebt war. (Wobei der Autor zwischendurch betonte, dass bei seinen Lesungen dem erschossenen Hund, im Gegenteil zu dessen Herrchen, von den Lesern sehr viel Mitgefühl entgegengebracht werde, so dass für die Zukunft zu überlegen sei, Tiere in seinen Geschichten doch lieber überleben zu lassen.) Kurz darauf gibt es zwei weitere Tote, ebenfalls Mitarbeiter der Nordhessenbank. Und so müssen Hauptkommissar Paul Lenz und sein junger Kollege Thilo Hain gegen alle Widerstände aus den Reihen der Geldmafia und in einer für sie fremden, abstoßenden Welt ermitteln und nach einem Täter fahnden, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

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Artikel vom 28.10.2013 - 08.36 Uhr
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