Homberg-Ober-Ofleiden (kli). Die Festgemeinschaft Ober-Ofleiden hatte am Wochenende aufgrund mehrerer Vereinsjubiläen ins Dorf eingeladen.
Auch bei einer Übung lässt es sich nicht immer vermeiden, dass die Einsatzkräfte nass werden. (Foto: kli)
Der MGV Ober-Ofleiden/Gontershausen beging sein 105-jähriges Bestehen mit einem Liederabend und die Burschenschaft ihr 40-jähriges mit einem Burschenschaftstreffen und »Dr. Rock« sowie die Freiwillige Feuerwehr ihr 60-jähriges Bestehen mit mehreren Großveranstaltungen wie Stadtmeisterschaften der Jugendfeuerwehren, Großübung und Festzug durch Ober-Ofleiden. Am Samstag hatten sich sehr viele Zuschauer zur Großübung eingefunden und konnten sich ein Bild über die Einsatzfähigkeit der Wehren machen. Die Alarmierung erfolgte um 15 Uhr und nacheinander trafen dann die Wehren Ober-Ofleiden, Homberg, Gontershausen, Haarhausen und Nieder-Ofleiden an der Einsatzstelle im kleinen Dorf ein. Die Gehöfte der Familie Nau und Vögl waren das Ziel.
Die Freiwillige Feuerwehr Ober-Ofleiden hatte die Wasserversorgung mit einer B-Leitung von der Ohm zum Gehöft Nau übernommen und unterstützte die Homberger Feuerwehr bei der Brandbekämpfung. Diese war ebenfalls zur Menschenrettung mit Pressluftatmer (PA) und über die Drehleiter (ohne PA) eingesetzt, des Weiteren zur Brandbekämpfung im Gehöft Nau. Die Gontershäuser Wehr war bei der Sicherstellung der Wasserversorgung mit Haarhausen zum Anwesen Vögl betraut. Die Wasserentnahme erfolgte aus der Ohm und aus Hydranten. Das DRK Homberg errichtete einen Verletztensammelplatz und übernahm die Patientenversorgung.
Die Übungslage sah ein plötzliches Unwetter mit Blitzeinschlag in den Gehöften Nau und Vögl vor. Bei denen vier vermisste Personen (Nau) und zwei vermisste Personen (Vögl) mit PA-Einsatz geborgen und gerettet wurden. Die Wehrleute engagierten sich auch bei der Versorgung der Verletzten bis zur Übergabe an das DRK. Vom Einsatzgeschehen machten sich die Stadträte Armin Klein, Hansgünter Maiß und Günther Linker sowie Bürgermeister Prof. Béla Dören, Kreisbandinspektor Werner Rinke und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Kohl ein Bild. Die beiden letztgenannten zeigten sich mit dem Übungsverlauf und dem Einsatz der Feuerwehren sehr zufrieden, hatten aber auch Tipps zu Veränderungen parat.
DRK-Bereitschaftsleiter Alfred Artelt erklärte am Ende der Übung die Aufgaben des DRK mit Zeltaufbau, Übernahme von Verletzten (von Feuerwehrleuten) und dann die Versorgung auf dem eingerichteten Verbandplatz. Das DRK-Einsatzgebiet bezeichnete Artelt als sehr schwierig bedingt durch das Schadensereignis zumal die Brandverletzungen schwerwiegend waren und Rauchgasvergiftungen ein besonderes Verhalten erforderten. Er betonte, dass die Arbeit des DRK Homberg sowie die Zusammenarbeit mit den Wehrleuten sowohl bei der Rettung als auch bei der Versorgung der Verletzten sehr gut klappte. Man war mit neun Personen und zwei Fahrzeugen dabei.
Am Ende der Großübung gab es das große Aufräumen, ordnungsgemäße Zusammenpacken und Treffen zur Übungsbesprechung im Festzelt. Stadtbrandinspektor (SBI) Peter Pfeil dankte den Grundstückseigentümern Nau und Vögl für die Bereitstellung ihrer Anwesen zur Übung. Thomas Stein gab noch einmal einen Rückblick über den Ablauf des Geschehens mit den verschiedenen Aufgaben von Feuerwehren und DRK. Eine Besonderheit in Ober-Ofleiden waren Sicherungsaufgaben, weil die Übungsgehöfte beidseitig der Durchgangsstraße lagen. Man hatte Schlauchbrücken eingerichtet und betreute diese mit dem Fahrzeugdurchlass. Die anwesenden Wehren und das DRK waren mit 78 Personen und zwölf Fahrzeugen im Einsatz.
SBI Peter Pfeil sprach über die Übungsbeteiligung und dass diese nicht zu vernachlässigen sei, denn bei einem anderen Zeitpunkt, er nannte einen Werktagvormittag, stünden sicher nicht so viele Kräfte zur Verfügung. Pfeil dankte allen Unterstützern, allen Einsatzkräften und lobte besonders das DRK Homberg. Auch die Mimen hätten toll mitgespielt. Zum Ende seiner Ausführungen sprach er noch einmal über die vorgesehenen Geldzuwendungen, die Einsatzkräfte der Feuerwehr für ihren Einsatzdienst erhalten sollten. Für zehn Jahre 100 Euro, für 20 Jahre 200 Euro, für 30 Jahre 500 Euro und für 40 Jahre 1000 Euro. Ab dem nächsten Jahr solle diese Regelung in Kraft treten. Des Weiteren sprach der SBI über den Sicherheitsstand, wenn dieser wie bisher aufrecht erhalten werden solle, dürfe nichts geschehen was die Anzahl der zur Verfügung stehenden Einsatzkräfte schmälere, und man müsse alles tun um möglichst viele junge Menschen in den Feuerwehrdienst aufzunehmen.