Homberg-Maulbach (csi). Der Ortsbeirat hat einstimmig den Antrag der evangelischen Kirchengemeinde Maulbach an die Stadt Homberg zum Abschluss eines Vertrages unterstützt, um eine Krippengruppe am Evangelischen Kindergarten errichten zu können.
Zuvor hatte der Magistrat bereits das Vorhaben befürwortet und es an die Stadtverordnetenversammlung gegeben, wo es nun zur Entscheidung liegt. Erstmals tagten der Ortsbeirat und der Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde gemeinsam. Auf Einladung von Ortsvorsteherin Christa Vogt waren auch die Mitglieder des Kirchenvorstands im Dorfgemeinschaftshaus erschienen, um das Projekt der Krippengruppe den Mitgliedern des Ortsbeirates vorstellen zu können. Anschließend zogen sich die beiden Gremien für ihre jeweils getrennte Beratung und Beschlussfassung zurück.
Der Ortsbeirat überzeugte sich durch genaue Rückfragen davon, dass sämtliche Kosten für den notwendigen Anbau des Maulbacher Kindergartens aus Bundes-, Landes- und kirchlichen Mitteln bereits bewilligt seien und zur Verfügung stünden und darüber hinaus die Betriebskosten für die ersten fünf Jahre durch eine landeskirchliche Anschubfinanzierung gesichert sind.
Nun werde noch die Stadt Homberg als Vertragspartnerin benötigt, um die Kosten des laufenden Betriebs nach den ersten fünf Jahren zu sichern, wobei die Stadt ab 2013 ohnehin den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplätze für ein- bis dreijährige Kinder umsetzen müsse. Als einhellige Meinung des Ortsbeirates unterstrich Ortsvorsteherin Christa Vogt den Bedarf und mahnte, dass man diese einmalige Finanzierungschance nicht vergeben dürfe.
Zeit drängt: Bundesmittel sind bis 4. März befristet - »Andere stehen Schlange«
Pfarrer Ulrich Heyn hatte als Vorsitzender des Kirchenvorstandes das Vorhaben zuvor ausführlich vorgestellt. Es gehe darum, die bestehende Einrichtung zukunftsfähig zu machen und auf einen Bedarf bei der Betreuung der unter dreijährigen Kinder zu reagieren. »Was wäre Maulbach ohne seinen Kindergarten? Ein totes Dorf,« fasste Pfarrer Heyn die Zukunftsaufgabe zusammen. Allerdings stehe das Vorhaben unter Zeitdruck. Die gewährten Bundesmittel von 150 000 Euro sind bis zum 4. März befristet und würden verfallen, wenn dann nicht mit dem Bau begonnen sei.
Außerdem seien nur 80 Kindergärten in das landeskirchliche Programm der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aufgenommen worden, für die gewährten 80 000 Euro kirchliche Mittel stünden also auch andere Schlange.
Kirchenvorsteher Carsten Simmer, der zugleich Mitglied der Kirchensynode der EKHN und ihres Haushaltsausschusses ist, ergänzte, dass die Landeskirche das Anschubfinanzierungsprogramm beschlossen habe, um einen erkennbaren Trend in der Kinderbetreuung nicht zu verpassen. Deshalb habe sich die Kirche entschieden, innerhalb eines kurzen Zeitfensters eine an sich kommunale Aufgaben mitzufinanzieren. Er warb bei den Verantwortlichen vor Ort um Unterstützung für diese nicht wiederkehrende Chance.