Homberg (kli). Zu Ehren des verdienten Homberger Bürgers Dr. med. Ludwig Walb erfolgte am Samstag die offizielle Benennung des Platzes an der Marktstraße (ehemalige Obergasse), am Burgring (ehemalige Hintergasse) und am Verbindungsweg zur Frankfurter Straße (ehemalige Untergasse) zum Dr.-Ludwig-Walb-Platz. Anwesend waren bei der Enthüllung des Namensschil- des Bürgermeister Volker Orth, Ehrenbürgermeister Walter Seitz, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jürgen Burmeister, Magistratsmitglieder, Stadtverordnete und Angehörige der Familien Walb sowie weitere Gäste.
Zu Ehren von Dr. Ludwig Walb wurde das neue Platzschild enthüllt. (Foto: kli)
Bürgermeister Volker sagte, es sei eine Ehre, dass nach dem namhaften Homberger Bürger die Platzbenennung erfolgte. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jürgen Burmeister hielt die Laudatio und meinte, dass die Namensschilder der Homberger Straßen die Namen von Dichtern und Künstlern enthielten. Von diesen sei nie einer in Homberg gewesen, da sei es sinnvoller Flurnamen einzusetzen oder die Namen von verdienten Homberger Mitbürgern, wie in diesem Falle von Dr. med. Ludwig Walb. Dann streifte der Mediziner Dr. Burmeister die Lebensgeschichte des bekannten Arztes Dr. Walb.
Dieser wurde 1907 in Steinbach im Kreis Landkreis Gießen im Gehöft des Vaters geboren und besuchte das Gymnasium in Gießen. Nach dem Abitur studierte er ihn Gießen und war aktiv bei der Landsmannschaft Merowingia Gießen, es folgten die Approbation und Promotion 1933 in Gießen und Wien. 1934 heiratete er Ilse Luft, der Ehe waren fünf Kinder beschieden. 1934 wurde Dr. Walb Praktikantenarzt in Hanau und 1935 eröffnete er eine Praxis in Hammelbach /Odenwald. 1938 unternahm er eine Studienreise nach Amerika mit Gastaufenthalt in der Mayo-Klink in Rochester/USA. Dort bekam er Kenntnisse aus Dr. Hays amerikanischem Ernährungsbuch, eröffnete 1939 in Darmstadt eine Praxis mit chirurgischen Belegbetten und wurde von 1939 bis 1943 als Stabsarzt zum Militär eingezogen. Er versah seinen Dienst in Frankreich und Russland. 1944 wurde er Abteilungsarzt im Kriegslazarett in Cortina /Italien. 1944 erfolgte die Evakuierung seiner Familie in die Ohmstadt. Ein Jahr später kehrte Dr. Walb aus der Kriegsgefangenschaft nach Homberg zurück. Von 1945 an führte er die Praxis von Dr. Luft bis zu dessen Rückkehr aus der Gefangenschaft. Von 1947 bis 1948 erfolgte der Wohnhaus- und Praxisbau »Am Hohen Tor«, und 1949 begann er mit dem Betrieb einer Klinik (fünf Betten im Praxisneubau) und 1957 die Herausgabe des Buches »Die Hay´sche Trennkost« von Dr. Walb und Ehefrau Ilse Walb. Übersetzt wirde das Werk in acht Sprachen, die Auflage erreichte über eine Million Exemplare in über 40 Auflagen. 1958 pachtete Dr. Walb Schloss Hubertus in Lehrbach mit 30 Betten, und 1960/61 wurde der Klinikneubau »Am Hohen Berg« mit 50 Betten und dem Schwerpunkt Hay´sche Trennkost und Elektroneuraldiagnostik und -therapie aufgenommen.
Das besondere Engagement von Dr. Walb galt zudem dem Aufbau des Roten Kreuzes im Vogelsbergkreis. Er erhielt die Richard-Hammer-Medaille des Roten Kreuzes, das Bundesverdienstkreuz, den Ehrenbrief des Landes Hessen und den Pfarrer-Praetorius-Preis.
Die Enthüllung des Schildes mit der Aufschrift »Dr.-Ludwig-Walb-Platz« nahmen Dr. Jürgen Burmeister, Bürgermeister Volker Orth und mehrere Mitglieder der Familien Walb vor. Dr. med. Dieter Walb dankte anschließend im Namen der Walb Familien für die Ehrung von Dr. Ludwig Walb mit der Benennung des Platzes.