Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Homberg »

Tierkrematorium: Gräben sind weiterhin tief

Artikel vom 21.04.2012 - 09.05 Uhr

Tierkrematorium: Gräben sind weiterhin tief

Homberg (ks). Der Streit um das geplante Tierkrematorium hält an. Die Tierbestattungsfirma hätte eigentlich schon in dieser Woche mit den Bauarbeiten beginnen können, sie hält sich aber zurück, um angesichts eines möglichen Mediationsverfahrens keine Fakten zu schaffen.

_94_183547_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Bleibt ein Aufreger in der Ohmstadt: das geplante Haustierkrematorium. (Fotos: Archiv)
Das sagte Bürgermeister Béla Dören am Donnerstag in der Sitzung des Sozial- und Umweltausschusses. Die Stadt hatte zugesagt, 1500 Euro für ein Mediationsverfahren zu übernehmen. Dören zeigte sich sehr verärgert angesichts von Plakaten und Beschimpfungen, hier sei Anzeige erstattet worden. Unterdessen hat der Kreis eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn und einen Mitarbeiter der Verwaltung zurückgewiesen. Es sei »kein pflichtwidriges Verhalten zu erkennen,« so Landrat Rudolf Marx.

Die Homberger Stadtverordneten hatten ein Mediationsverfahren beschlossen, damit Gräben wieder zugeschüttet werden und Frieden in der Ohmstadt einkehren möge. Die Psychologin, die sich für diese Aufgabe der Vermittlung anbietet, möchte statt der zunächst bewilligten 1500 Euro aber 2400 Euro haben. Deshalb könnte die Initiative gegen das Krematorium den verbleibenden Teil der Kosten übernehmen, so der Vorschlag von Bürgermeister Dören.

Denn die beiden Verfahren, die vom Verwaltungsgericht Gießen angebotene Mediation, und die von der Stadt angestrebte, seien nicht vergleichbar. So sei eine vom Gericht initiierte Mediation eine Sache zwischen Klägern und Beklagtem, hier dem RP stellvertretend für das Land, während die Stadt eine möglichst breite Verständigung anstrebt, damit sich die im Laufe der Monate aufgeheizte Atmosphäre wieder etwas beruhigt.

So hat Dören inzwischen nach eigener Aussage Anzeige erstattet, weil ein gegen ihn und einen Mitarbeiter der Verwaltung gerichtetes Plakat mit Nazi-Symbolen aufgetaucht sei. Zudem habe eine Hombergerin böse Beschimpfungen gegenüber Akteuren der Stadt ausgestoßen. So weit dürfe der Unmut nicht gehen, »wir sind hier nicht in einem Kleinkrieg«, mahnte Dören.

Und inhaltliche Argumente, die gegen das Vorhaben sprechen würden, habe er bisher noch nicht gehört. Bei der Initiative weist man hingegen darauf hin, das vom Bürgermeister beanstandete Plakat habe »sonst niemand gesehen, auch beim Rewe-Markt nicht, wo es ja gestanden haben soll.« Zudem habe man sich beim Rathauschef von solchen Verhaltensweisen deutlich distanziert, »das ist nicht unser Stil«, meinte Klaus Beutel als einer der Sprecher der Initiative. Dort will man in der nächsten Woche das weitere Vorgehen beraten. Derzeit sehe man aber keinen Sinn darin, einen Teil der Kosten einer von der Stadt veranlassten Mediation zu übernehmen, wenn es zugleich eine über das Gericht geben würde, die eventuell nichts koste.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 21.04.2012 - 09.05 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(23.04.2012 22:02)
Peter Hartung
Kein Verständnis
Ich gehöre zu den Zeitgenossen, die gerne mit Haustieren zusammen leben. Das Leben eines Hundes oder einer Katze ist für den Menschen zeitlich überschaubar, zwölf bis achtzehn Jahre bei guter Pflege. Wer auf dem Land lebt und die Möglichkeit hat, wird sein verstorbenes Haustier im Garten begraben. Aber man selbst wird auch älter und nicht jeder Mensch möchte sein geliebtes Haustier am Ende seines Lebens an den Abdecker geben, auch und gerade dann nicht, wenn die eigenen Kräfte altersbedingt nicht mehr reichen, um ein Grab schaufeln zu können. Schon garnicht im Winter. Deshalb würde ich für meinen alten Hund nach seinem Tod schon ein Krematorium ins Auge fassen und ein entsprechendes Angebot im mittelhessischen Raum prüfen. Die von Krematoriumsgegnern aufgeheizte Stimmung stößt daher auf mein Unverständnis.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang