Homberg (ks). »Null Bock auf Politik?« - Nicht so an der Ohmtalschule. Lange bevor es richtig ernst wird, konnten die Schüler schon mal üben, ein Kreuzchen bei einer Bundestagswahl zu machen. Der Fachbereich Politik und Wirtschaft der Schule und die evangelische schulbezogene Jugendarbeit hatten sich entschlossen, bei der »Kinder- und Jugendwahl U18« mitzumachen und hatten die Homberger Ohmtalschule bundesweit als Wahllokal Nr. 1101 registrieren lassen.
Und so lief am Freitag unter den wachsamen Augen der Wahlhelfer Holger Schäddel, Anna Reid und Benjamin Gauger fast alles so ab wie bei der richtigen Wahl, auch wenn die Stimmen natürlich nicht »echt« zählen.
Schon vorher hatten sich die Schüler inhaltlich mit Politik auseinandergesetzt, an die Wand in der Aula waren noch einmal die unterschiedlichen Positionen der Parteien zu verschiedenen Themen gepinnt worden. Alle der rund 540 Schüler im Alter zwischen elf und sechzehn Jahren waren aufgefordert, (natürlich freiwillig) ihre Stimme abzugeben und die Wahlbeteiligung war unterm Schnitt recht zufriedenstellend. Während es für die Jüngeren eher ein Spaß war, einmal Wähler zu spielen und den Zettel in »das komische Ding« (die Urne) zu werfen, können die Älteren, sprich 16-Jährigen, immerhin schon bei der nächsten Kommunalwahl dabei sein. Für die Teilnahme an der Bundestagswahl gilt allerdings weiterhin das Mindestalter von 18 Jahren.
Im Vorfeld der Wahl haben sich die Kinder und Jugendlichen unter anderem mit den Programmen der Parteien sowie den Wahlversprechen der Politiker auseinandergesetzt. Am Freitag wurde es dann ernst. Zunächst wurde der Eintrag im Wählerverzeichnis kontrolliert, dann gab es den Stimmzettel, es ging damit in die Wahlkabinen, die aus großen Pappkartons bestanden, anschließend verschwand der Zettel mit dem Kreuzchen zusammengefaltet in der Urne. Über die Website www.u18.org kann man übrigens alles über die Aktion erfahren und wem die jungen Leute an der Ohmtalschule ihre Stimme gegeben haben. Auf der Website ist auch zu sehen, wie viele Wahllokale es gab.
Von den 540 Schülern beteiligten sich übrigens 350, was einer Wahlbeteiligung von rund 64 Prozent entspricht. 338 Stimmzettel waren gültig. Interessant das Ergebnis (nur Zweitstimmen): einen herausragenden Gewinner gab es nicht, wenngleich die SPD mit 20,12% das beste Ergebnis erzielte, gefolgt von der Tierschutzpartei (!) mit 18,64% und der CDU mit 17,75%.
10,95% der Schüler gaben der Piraten-Partei ihre Stimme, es folgten die Grünen mit 10,36%, die Linke mit 9,76%, die FDP mit 5,92%, die NPD mit 5,32% und die Sonstigen mit 1,18%.