Homberg-Schadenbach (kli). Traditionell fand am Sonntagnachmittag wieder ein Bärenumzug im Homberger Ortsteil Schadenbach statt. Dazu traf sich die Dorfgemeinschaft, voran ging der Strohbär, in dem dieses Jahr Uwe Bock steckte, der vom »Bärnläerer« (Bärenführer) Bernd Seibert an einem Strick geführt wurde.
Homberg-Schadenbach (kli). Traditionell fand am Sonntagnachmittag wieder ein Bärenumzug im Homberger Ortsteil Schadenbach statt. Dazu traf sich die Dorfgemeinschaft, voran ging der Strohbär, in dem dieses Jahr Uwe Bock steckte, der vom »Bärnläerer« (Bärenführer) Bernd Seibert an einem Strick geführt wurde (früher war eine Kette üblich, da der Bär den Strick zerreißen konnte), denn auch dieses Ungetüm war wieder recht wild und ärgerte immer wieder die vielen mitgehenden bunt gekleideten Kinder, die ihrerseits dann laut schreiend davon liefen. Spätestens beim dritten Bärenüberfall merkten die Kleinen, dass es sich um einen Scherz handelte.
Im Gefolge kamen die Eiersammler, die von Haus zu Haus gingen und Eier, Wurst, Speck, Süßigkeiten und Geld bekamen. Besonders gut gefiel der neuzeitliche Brauch des Kamellewerfens der Zuschauer aus den Fenstern der anliegenden Häusern, bei dem die Kinder tüchtig aufsammelten.
Am Ende des Umzugs ging es dann gemeinsam ins Feuerwehrhaus. Dort sorgten die Mitglieder der veranstaltenden TTG-Gymnastikgruppe für gebackene Eier mit Wurst und Speck, die Alfred Simon in seinen großen Pfannen zubereitete. Man bot für die Gäste auch Kaffee und Kuchen, während nebenan der Strohbär abgewickelt und seine Haferstrohhülle verbrannt wurde. Damit symbolisiert man in Schadenbach seit bald einem Jahrhundert das Austreiben des Winters. Früher wurde das Stroh von Hülsenfrüchten zum Bärenwickeln verwandt. In Ermangelung von diesem greift man heute auf Haferstroh zurück, das gewickelt und mit Kordeln am Körper der jungen Leute, die als Bär fungieren, befestigt wird. (Foto: kli)