Homberg (ks). Bei der Staatsanwaltschaft Gießen ist bekanntlich ein Verfahren im Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl gegen Bürgermeister Volker Orth anhängig (die AZ berichtete). Orth drängt jetzt darauf, dass die Angelegenheit möglichst schnell einer Klärung zugeführt wird, denn bis zum Wahltag am 14. März sind es nur noch drei Wochen.
Die Anzeige gegen Orth hatte der frühere SPD-Kandidat Stefan Löhr erstattet, der zwischenzeitlich erklärt hat, er stehe nicht mehr für das Bürgermeisteramt bereit.
Orth erklärte, dass die Vorwürfe der unzulässigen Wählerbeeinflussung nicht im Raum stehen bleiben könnten, das habe »auch mit Ehre zu tun«. Er sei in dieser Hinsicht ein »gebranntes Kind,« so sei sowohl vor zwölf als auch vor sechs Jahren versucht worden, seinen Ruf zu beschädigen. Um eine Entscheidung über seine Amtsführung zu treffen, dafür sei der Wahltag da, »und wer mich nicht will, der wird mich nicht wählen.« Orth betonte einmal mehr, er habe sich nichts vorzuwerfen: »Ich habe niemanden belästigt oder unter Druck gesetzt.« Bestärkt fühlt er sich durch die Kommunalaufsicht des Vogelsbergkreises, die keinen Handlungsbedarf sehe.
Noch nichts gehört hat er unterdessen von der Staatsanwaltschaft Gießen. Sein Anwalt hatte sich bisher vergeblich um eine Akteneinsicht bemüht. Die Akten könnten nicht bereit gestellt werden, weil sie anderweitig versandt seien, war dem Anwalt seitens der Behörde beschieden worden. Orth will jetzt darauf dringen, dass die Staatsanwaltschaft »wegen der Besonderheit des Einzelfalls« rasch zu einer Beurteilung kommt. Zudem erwartet er von seinem früheren Mitbewerber Löhr, dass der sich entschuldige, »das lasse ich ihm nicht durchgehen.«
Der vormalige Mitbewerber hält an seinem Vorwurf fest und hat sich in einem offenen Brief an Volker Orth gewandt. Danach sei die Anzeige »nötig gewesen, um für eine unmissverständliche Klärung der Vorfälle zu sorgen.«
Liebe Frau Reichhardt, Sie haben vollkommen Recht: Ich habe mich selbst und meine eigenen Unterstützer bedroht und eingeschüchtert. Dafür habe ich in mich ins Rathaus geschlichen und vom Dienstapparat des Bürgermeisters aus telefoniert, damit ich Herrn Orth belasten konnte. Deshalb bin ich auch so dünnhäutig und feige und scheue jede direkte Konfrontation mit Herrn Orth oder meinen Kritikern. Aber, liebe Frau Reichhardt, ich gelobe mich zu bessern! Schon morgen werde ich anfangen, mir das Handwerkszeug für einen guten Bürgermeisters beizubringen! Ich will lernen, wie man Schulden bis zum Absaufen machen kann ohne dafür eine persönliche Verantwortung tragen zu müssen. Oder wie man unliebsame Köpfe los wird. Egal ob es sich um Personen im Ortsbeirat oder in der Stadtverordnetenversammlung handelt. Das gilt vor allem auch in Wahlkampfzeiten! Wo kämen wir da hin, wenn Kandidaten auf einmal glauben, dass wir in einer Demokratie leben! Und immer dieses Gemecker wegen den Haushaltsplänen? Die Bevölkerung ist doch ohnehin viel zu dumm, als dass sie dieses komplexe Zahlenwerk überhaupt verstehen könnte! Außerdem sind es ja ohnehin nur die jüngeren Leute, die dauernd am Nörgeln sind. Wollen ernsthaft, dass die Stadt ein Betreuungsangebot für ihre Kinder sicherstellt und dann noch Bauplätze, die bezahlbar sind? Was bilden sich diese jungen Rotznasen eigentlich ein! Homberg hat doch ein leerstehendes Kino, dort können sich die Blagen austoben. Und die Senioren sind auch nur deshalb fit, weil bewusst kein Nahverkehr angeboten wird, damit sie wenigstens mal zum Einkaufen ihre müden Knochen bewegen! Und immer dieses Geschwätz von Wirtschaftsförderung: Dabei stehen doch genügend Gebäude zur Verfügung. Der ehemalige Rewe-Markt ist doch nahezu intakt und wartet schon auf seinen nächsten Besitzer! Und von wegen fehlender Gewerbesteuer: Es wurden doch satte 300.000 ? eingenommen! Das reicht vollkommen aus, um ein Bürgermeistergehalt und Pensionsverpflichtungen zu bezahlen! Was soll also die ganze Aufregung? Es läuft doch alles wie geschmiert! Dankeschön nochmal, Frau Reichhardt, dass Sie mir die Augen geöffnet haben! In der Tat muss ich noch viel dazulernen, bis ich nur annähernd verstehen kann, was in Ihrem oder dem Kopf der Anhängerschar von Herrn Orth vorgeht. Welch ein Glück für Homberg, dass ich dies noch rechtzeitig erkannt habe und deshalb zurückgetreten bin! Wer weiß, was Homberg sonst passiert wäre? Herzliche Grüße, Stefan Löhr
(28.02.2010 10:37)
Rumpelgitti
Leserbriefe v. Stefan Löhr
Ich gebe "herbstleyd" ausnahmslos Recht! Auch ich empfinde Herrn Löhr als kleines Kind, der trotzig auf das reagiert, was er nicht bekommen kann. Aber auf einen Bürgermeisterkandidaten, der so dünnhäutig ist, dass er den Wahlkampf nicht mal durchsteht, können wir durchaus verzichten. Denn er würde auch den harten Tagesalltag bzw. das Fraktionengerangel nicht durchstehen. An seiner Stelle würde ich jetzt einfach ruhig sein und eventuell von dem vielgepriesenen Papa noch ein bisschen für die Zukunft dazulernen. Auch ich hatte noch nie ein Problem mit Volker Orth. Im Gegenteil er hatte immer ein offenes Ohr für meine Belange! Er hat sich dafür eingesetzt, dass ich nach langer Arbeitslosigkeit wieder eine Arbeitsstelle bekommen habe und wenn das nicht bürgernah ist, dann weiß ich es auch nicht. Mit erwartungsvollen Grüßen gez. Brigitte Reichhardt
(22.02.2010 14:39)
stefanloehr
Re: HAHA
Werter anonymer Schreiber, da Sie zu leider auch zu feige sind, mit Namen zu Ihren Zeilen zu stehen und sich hinter einem Pseudonym verstecken, gebe ich Ihnen auf diesem Weg Antwort: 1) Ich musste einen Kommentar im Internet schreiben, weil durch die Berichterstattung der AZ mein Offener Brief an Herrn Orth aus dem Zusammenhang gerissen wurde und die AZ (bisher) keine Gegendarstellung veröffentlicht hat. 2) Am 3. Januar hatten Sie Gelegenheit, mich kennen zu lernen. 3) Sind Sie schon mal bedroht, belästigt und genötigt worden weil Sie im Wahlkampf standen? Wenn das "Kleine Kind" -wie Sie mich so charmant bezeichnen- unbedingt Bürgermeister werden wollte, dann dürfen Sie versichert sein, hätte ich die Kandidatur nicht zurückgegeben! 4) Ich gönne Ihnen Ihr gutes Verhältnis zu Herrn Orth. Wenn Sie zur Stadt Homberg ebenfalls ein so gutes Verhältnis hätten, müssten Sie eigentlich die öffentliche Diskussion zwischen Herrn Orth und mir unterstützen. Aber mit "Offenheit" scheinen Sie es ja ohnehin nicht gerade zu haben, wobei ich das von einem "Orth-Anhänger" nach sämtlichen persönlichen Erlebnissen ohnehin nicht erwartet hätte... Ihr Stefan Löhr
(22.02.2010 07:26)
herbstleyd
HAHA
Herr Löhr? Soll das ein Witz sein?? Wollen sie die Homberger verarschen? Sie schreiben ein Kommentar hier auf der Alsfelder-Allgemeine.de? Wollen sie sich nicht mal den Hombergern vorstellen? Ich kenne sie noch nicht mal. Sie klingen wie ein kleines Kind, welches unbedingt Bürgermeister werden will. Ach ja.. sie sie haben die Kandidatur ja zurückgezogen. Zum schutz von Herrn Orth kann ich nur sagen: Er hatt immer ein offenes Ohr für die Probleme seiner Bürger. Und seit den 24 Jahren die ich in Homberg wohne hatte ich auch noch nie ein Problem mit ihm. Mir kommt es schon fast so vor als wollten sie Herrn Orth aus seinem Amt reissen. (Klingt als aussen stehender so)
(20.02.2010 06:54)
stefanloehr
Orth zu feige für Diskussion?
Lieber Herr Orth, wenn meine Vorwürfe doch so "unhaltbar" wären, warum sind Sie bis zum heutigen Tag zu feige, sich einer öffentlichen Diskussion mit mir vor der Homberger Bevölkerung zu stellen? Warum sind Sie außerdem so feige und behinder(te)n eine demokratische Wahl, indem Sie öffentliche Informationem vorenthalten? Warum mißbrauchen Sie kommunale Gelder für Ihren Wahlkampf, indem Sie wiederholt von Ihrem Dienstapparat aus Unterzeichner meiner Liste anrufen? Dass Sie von mir noch eine Entschuldigung einfordern, ist der Gipfel Ihrer Frechheit. Und wenn ich ehrlich bin, überrascht mich Ihr Verhalten nicht einmal. Von einem Menschen Ihres Schlages erwarte ich nicht mal die Fähigkeit zur Selbstkritik; ansonsten hätten wären Sie schon längst zurückgetreten oder hätten sich zumindest bei der Homberger Bevölkerung für die katastrophalen Folgen Ihrer offensichtlichen Unfähigkeit als Bürgermeister entschuldigt! Mit hoffnungsvollen Grüßen, Stefan Löhr
Sie haben vollkommen Recht:
Ich habe mich selbst und meine eigenen Unterstützer bedroht und eingeschüchtert.
Dafür habe ich in mich ins Rathaus geschlichen und vom Dienstapparat des Bürgermeisters aus telefoniert, damit ich Herrn Orth belasten konnte. Deshalb bin ich auch so dünnhäutig und feige und scheue jede direkte Konfrontation mit Herrn Orth oder meinen Kritikern.
Aber, liebe Frau Reichhardt, ich gelobe mich zu bessern! Schon morgen werde ich anfangen, mir das Handwerkszeug für einen guten Bürgermeisters beizubringen!
Ich will lernen, wie man Schulden bis zum Absaufen machen kann ohne dafür eine persönliche Verantwortung tragen zu müssen. Oder wie man unliebsame Köpfe los wird.
Egal ob es sich um Personen im Ortsbeirat oder in der Stadtverordnetenversammlung handelt. Das gilt vor allem auch in Wahlkampfzeiten! Wo kämen wir da hin, wenn Kandidaten auf einmal glauben, dass wir in einer Demokratie leben! Und immer dieses Gemecker wegen den Haushaltsplänen? Die Bevölkerung ist doch ohnehin viel zu dumm, als dass sie dieses komplexe Zahlenwerk überhaupt verstehen könnte! Außerdem sind es ja ohnehin nur die jüngeren Leute, die dauernd am Nörgeln sind. Wollen ernsthaft, dass die Stadt ein Betreuungsangebot für ihre Kinder sicherstellt und dann noch Bauplätze, die bezahlbar sind? Was bilden sich diese jungen Rotznasen eigentlich ein! Homberg hat doch ein leerstehendes Kino, dort können sich die Blagen austoben. Und die Senioren sind auch nur deshalb fit, weil bewusst kein Nahverkehr angeboten wird, damit sie wenigstens mal zum Einkaufen ihre müden Knochen bewegen! Und immer dieses Geschwätz von Wirtschaftsförderung: Dabei stehen doch genügend Gebäude zur Verfügung. Der ehemalige Rewe-Markt ist doch nahezu intakt und wartet schon auf seinen nächsten Besitzer! Und von wegen fehlender Gewerbesteuer: Es wurden doch satte 300.000 ? eingenommen! Das reicht vollkommen aus, um ein Bürgermeistergehalt und Pensionsverpflichtungen zu bezahlen! Was soll also die ganze Aufregung? Es läuft doch alles wie geschmiert!
Dankeschön nochmal, Frau Reichhardt, dass Sie mir die Augen geöffnet haben!
In der Tat muss ich noch viel dazulernen, bis ich nur annähernd verstehen kann, was in Ihrem oder dem Kopf der Anhängerschar von Herrn Orth vorgeht. Welch ein Glück für Homberg, dass ich dies noch rechtzeitig erkannt habe und deshalb zurückgetreten bin!
Wer weiß, was Homberg sonst passiert wäre?
Herzliche Grüße,
Stefan Löhr