Homberg-Ober-Ofleiden (kli). Gut besucht war am Dienstag das zweite Forum zur Dorferneuerung im evangelischen Gemeindehaus. Die Leitung lag in Händen der Geografinnen Kirstin Steimel und Henriette Klinkhart.
Blick in eine der Arbeitsgruppen zur Dorferneuerung. (Foto: kli)
Homberg-Ober-Ofleiden (kli). Gut besucht war am Dienstag Abend das zweite Forum zur Dorferneuerung im evangelischen Gemeindehaus. Die Leitung lag in Händen der Geografinnen Kirstin Steimel und Henriette Klinkhart von der Bürogemeinschaft regioTrend und HKlinkhart. Begrüßt wurden auch Ralf Tost von der Stadtverwaltung Homberg und Matthias Sebald vom Amt für den ländlichen Raum in Lauterbach. Ralf Tost gab wertvolle Hinweise zu Möglichkeiten und den vorgeschlagenen Vorhaben. Bei der Vorstellung der Anwesenden sagte Rainer Pfeil, er hofft, dass Ober-Ofleiden durch die Dorferneuerung nach vorne komme. Auch private Maßnahmen können gefördert werden, dazu gebe es gesonderte Informationen, hieß es. Es wurden vier Handlungsfelder vorgestellt mit 1. Natur und Freizeit inklusive Tourismus, 2. Ortsbild und städtebaulicher Handlungsbedarf, 3. Versorgungsinfrastruktur, Wirtschaft und Energie sowie 4. aktive Dorfgemeinschaft, Bildung, Kultur und Soziales.
Tourismus spiele eine besondere Rolle. Die Ohmaue sei dazu ein wertvoller Bereich und die Landwirte sollten zur Landschaftserhaltung eingebunden werden. Die Versorgungsinfrastruktur mit Anreizen zu Energiesparmaßnahmen und Nutzung des lokalen Energiepotenziales gehöre dazu. Zur aktiven Dorfgemeinschaft stellte man fest, dass sie sehr gut zu ergänzen sei mit der Förderung von Bildung, Kultur und sozialem Miteinander. Hier könne man auch Jung und Alt zueinander bringen.
Das Programm sah am Abend den Start zu den Arbeitsfeldern 1 und 2 vor. Was das Geld angeht, so sagte Matthias Sebald: »Erst die Projekte, dann die Finanzierung«. Der umgekehrte Weg sei nicht sinnvoll. Nach dem Festlegen von Zielen und Strategien könne man die Verfügbarkeit öffentliche Gelder in nicht unerheblicher Summe in Erfahrung bringen.
Bei einem Dorfrundgang, so Kirstin Steimel, werde man praktisch erkennen, was man theoretisch vorgesehen hat. Zur Frage der Baugebietserschließung antwortete Ralf Tost, diese dürfe nicht vor Abschluss der Dorferneuerung erfolgen. Es gehe bei dem Forum nicht um Neubauten, sondern um Erneuerung. Die Bauplatznachfrage sei zurzeit sowieso »sehr gering«. Er schlug vor, Baulücken zu schließen und Sanierungen den Vorrang zu geben.
Die Arbeit der Ofleidener begann mit der Bildung von zwei Arbeitskreisen und dem Erkunden von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die Gruppe 1. Natur und Freizeit inklusive Tourismus erarbeitete folgende Ziele: Pflege der öffentlichen Kinder- und Jugendtreffs, Ausbau der Freizeitinfrastruktur, Erhalt und Förderung von kulturlandschaftsprägenden Elementen, Förderung des Erlebniswertes von Natur und Landschaft (Ohm) mit Einbindung des Ohmufers, Streuobstwiesenerhalt und Erlebbarmachen der Ohmaue, dazu Korrektur des Ohmsteges, Verbindung vom Kindergarten zur Ohm, Fußweg an der Ohm anlegen sowie Schaffung von Sitzgelegenheiten und Flutung des Bolzplatzes im Winter.
Die Strategie zu den Radwegen fordert deren Erhalt, Ausbau von neuen und Infrastrukturansiedlung. Des Weiteren wurde ein probeweises »Schlafen im Heu« mit modernen Gastronomieelementen angedacht.