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»Vorhandene Infrastruktur nicht kaputtsparen«

Artikel vom 28.02.2010 - 18.19 Uhr

»Vorhandene Infrastruktur nicht kaputtsparen«

Homberg (jol). »Ich habe hier meine Wurzeln eingegraben, ein Haus gekauft und will hier weiter arbeiten« - so einfach begründet Volker Orth seinen Willen, eine erneute Amtszeit als Bürgermeister in Homberg anzustreben.
Beim Gespräch mit gut 50 Interessierten im Güntersteiner Hof betonte Volker Orth, er trete bei der Wahl als Parteiloser an. Zu s
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Beim Gespräch mit gut 50 Interessierten im Güntersteiner Hof betonte Volker Orth, er trete bei der Wahl als Parteiloser an. Zu seiner Rechten saß allerdings der 1. Stadtrat Armin Klein, der die Unterstützung der CDU zusicherte. (Foto: jol)
Dabei verweist er besonders auf seine gewachsenen Kontakte aus zwölf Jahren Amtszeit. Und er hofft auf bessere Zeiten, denn die aktuelle politische Lage wird überschattet von einem krassen Haushaltsdefizit, was einen scharfen Sparkurs erfordert, der wiederum sozialverträglich laufen müsse. »Wir können nicht alles verhökern«, sagte Orth in seiner ersten öffentlichen Wahlkampfveranstaltung am Freitag im Güntersteiner Hof. Der Anzeige des ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten Löhr sieht er kämpferisch entgegen und fordert eine Entschuldigung, seinen Mitbewerber Bela Dören hingegen empfindet er als »feinen Kerl«.

Wer gekommen war, um flotte Patentrezepte für die Entwicklung der Großgemeinde an der Ohm zu hören, wurde enttäuscht. Orth sieht die Probleme, wie zum Beispiel die örtliche Finanzkrise, aber er verwies immer auf die Schwierigkeiten bei der Lösung, weil es die Realität erfordert. Immerhin hat er ja in seinem Wahlprospekt, das am Freitag verteilt wurde, auch Ehrlichkeit als eine Tugend angegeben. Dazu gehöre es, auch auf die Schattenseite jeder Entscheidung hinzuweisen.

So erinnerte er daran, dass die Stadtverordneten das externe Büro arf beauftragt hatten, ein Sparkonzept zu erstellen. Hintergrund war, dass im vergangenen Jahr die Gewerbesteuereinnahme von vier Millionen auf 300 000 Euro eingebrochen war. »Wenn man das Sparkonzept aber Eins zu Eins umsetzt, ist die Infrastruktur erledigt«, so Orth. Gemeinschaftshäuser, Kindergärten, Feuerwehrhäuser und Schwimmbad - alles sei dann in Frage gestellt. Aber: In den Stadtteilen würden Gemeinschaftsräume benötigt, Gastwirtschaften als Treffpunkte gebe es ja oft nicht mehr. Es könne nicht angehen, dass die Wahlen im Wohnzimmer des Ortsvorstehers abgehalten werden. Schwierig sei das im Blick auf die Stadthalle, für die man die Miete für Vereine verringern müsste, um sie besser auszulasten.

Deshalb müsse man in allen Bereichen die Betroffenen für den Sparkurs mit ins Boot holen. Die Stadt sei auf das Ehrenamt angewiesen, betonte Orth, gerade bei den Feuerwehren werde das deutlich. Wenn man den ehrenamtlich Tätigen die Gerätehäuser nimmt und die Einsatzabteilungen zusammenlegt, verliere man unter Umständen dieses Engagement - dann müsse die Stadt eine Berufsfeuerwehr einrichten, was sehr teuer komme. Neben dieser Debatte um die finanzielle Zwangsjacke der Stadt verwies Orth auf die vorzeigbaren Ergebnisse seiner zwölfjährigen Amtszeit.

So ist er stolz auf das moderne Waldschwimmbad, das Besucher aus der ganzen Umgebung nach Homberg lockt. Er freute sich über die gelungene Ansiedlung der Firma Winter in Nieder-Ofleiden und den Bau des Altenheims in der Ohmaue. Er empfindet es als »Meisterleistung«, die Oldtimerfreunde beim Bau ihrer Hhalle unterstützt zu haben.



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Artikel vom 28.02.2010 - 18.19 Uhr
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Leserkommentare
(13.03.2010 02:00)
stefanloehr
Antwort auf Fragen zur Wahl
Liebe Homberger,
nachdem in den vergangenen Tagen vermehrt Fragen an mich herangetragen wurden, möchte ich auf diesem Weg für eine Klarstellung sorgen:
1) Ich werde am Wahltag nicht in Homberg sein.
2) Ich empfehle eine Abwahl von Herrn Orth.
3) Sollte es wider Erwarten zu einer Stichwahl zwischen Herrn Orth und mir kommen, so werde ich aktiv gegen Herrn Orth antreten!
4) Sollte es wider Erwarten zu einer Stichwahl zwischen Herrn Dören und mir kommen, so werde eine Wahl von Herrn Dören empfehlen!
Herzliche Grüße,
Ihr
Stefan Löhr
(05.03.2010 19:31)
Michael Dagit
Homberg (Ohm)? Homberg (Athen)
Gestatten Sie mir als Ex-Homberger und Beobachter aus der Ferne den Hinweis, dass es bei um 90% reduzierten Gewerbesteuereinnahmen + dem Schuldenberg nicht mehr lange dauern wird, bis Andere über die leeren Konten der Stadt verfügen werden. Erinnere ich mich an die letzten 10 Jahre, so wurde meine Geburtsstadt von Jahr zu Jahr ärmer und irgendwie "leerer". Der Verfall ist nicht sichtbar, sondern wird mit hübschen Blumenarrangements und frischem Kopfsteinpflaster in der Innenstadt übertüncht. Solche Maßnahmen sind mit vollen Kassen machbar. Insofern ist der Kauf der Bahntrasse so wahrscheinlich wie die plötzliche finanzielle Gesundung von Griechenland. Es ist bedauerlich, dass keine konkreten und ernsthaften Maßnahmen im Umgang mit einem rechtswidrigen (weil nicht ausgeglichenen) Haushalt erkennbar sind. Jede Hausfrau weis, dass man im Privathaushalt nicht mehr Geld ausgeben kann, als reinkommt. Und droht bei diesen Gewerbesteuerausfällen so etwas ähnliches wie Arbeitslosigkeit, verspricht man seiner Familie keine Karibikreise. Es gibt wie immer zwei Wege: Kosten runter oder Einnahmen rauf. Für Homberg bedeutet dies Gewerbeansiedlungen, und zwar um jeden Preis. Gelingt dies nicht, müssen die Einnahmen aus dem Geldbeutel des Bürgers kommen. Also höhere Kommunalabgaben. Das macht die Stadt noch unattraktiver. Sie sollten als Homberger die Vorstellungstouren beider Kandidaten nutzen, um empfindliche Fragen zu stellen. Andernfalls wird sich nichts ändern. Ausser der Schließung des Waldschwimmbades und einiger Dorfgemeinschaftshäuser. Sowas macht ein Sanierer als allererstes. Google gibt für die Suchanfrage ...Schwimmbad geschlossen Stadt ist pleite... exakt 374.000 Treffer aus.
Michael Dagit
Aachen
(01.03.2010 12:57)
stefanloehr
Wie käuflich sind Sie?
Liebe Frau Reichhardt,
gestatten Sie mir eine Frage vorab: Wie käuflich sind Sie eigentlich?
In Ihrem letzten Leserbrief haben Sie ein erstes Bild Ihrer Gedankenwelt abgeliefert:
Darin attestieren Sie Herrn Orth wortwörtlich "Bürgernähe", weil er Ihnen persönlich eine Arbeitsstelle vermittelt hat. Eigennutzen geht offenkundig auch bei Ihnen vor Gemeinnutzen!
Was würden Sie tun, werte Frau Reichhardt, wenn ein Mensch vor Ihren Augen zusammengeschlagen wird? Gehen Sie dann auch hin und teilen dem Opfer mit, dass es sich doch bitte nicht so "anstellen" solle und dass die Schläge gar nicht so "wehgetan" haben können?
Ansonsten kann ich mir nicht erklären, weshalb Sie allen Homberger Opfern von Bedrohungs- und Einschüchterungsmethoden direkt ins Gesicht spucken, indem Sie das Verhalten der Täter entschuldigen!
Wahrscheinlich sind in Ihren Augen auch der Stadtverordnete Krebühl und die zurückgetretenen Ortsbeiräte in Ober-Ofleiden alles nur Weicheier, weil diese Herren und Damen im Gegensatz zu Ihnen Charakter gezeigt und genauso wie ich bereit waren, Entscheidungen zu ihrem eigenen Nachteil zu treffen.
Dass Sie mir persönlich Feigheit unterstellen, weil ich nach zwei Wochen Wahlkampf ausgestiegen bin, damit kann ich leben. Wer offenbar so käuflich ist wie Sie und um des eigenen Vorteils wegen sogar Straftaten herunterspielt, von dem erwarte ich wirklich keine Unterstützung oder gar Verständnis für mein Handeln. Und weil Sie von Herrn Dören sprechen: Ich halte ihn übrigens auch für einen anständigen Menschen. Allein schon deswegen, weil mir nach einem persönlichen Gespräch im Januar bereits seine Unterstützung im Kampf gegen die unsäglichen Methoden der Orthschen Anhängerschar zugesagt hat und -was ich für eine besonders liebenswürdige Geste hielt- mich zum Verbleiben im Rennen um das Amt bewegen wollte.
Abschließend gebe ich Ihnen in einem Punkt Recht. Die Wahl wird in der Tat über zwei wesentliche Dinge entscheiden, die für Homberg von existenzieller Bedeutung sind:
1) Wer hat die Fähigkeiten, Homberg aus der finanziellen Katastrophe zu retten?
2) Besitzt die Bevölkerung soviel Zivilcourage und distanziert sich unmissverständlich von sämtlichen Formen der Bedrohung, Einschüchterung oder Nötigung in der politischen Auseinandersetzung?
So gesehen wäre die Wahl von Herrn Dören zum künftigen Bürgermeister wirklich ein deutliches Zeichen und dürfte damit auch für Sie und sämtliche Anhänger der glücklosen "Verwaltung Orth" eine unmissverständliche Aufforderung sein, ebenfalls den Platz zu räumen!
Stefan Löhr
Würzburg
(01.03.2010 05:54)
Rumpelgitti
Manchmal wäre man besser ruhig
Sehr geehrter Herr Löhr, es ist leicht von außen zu urteilen. Es ist noch leichter den Kopf einzuziehen und seine Kandidatur zurückzuziehen. Was wollen Sie eigentlich noch?
Wollten Sie alles besser machen, wo Sie nicht mal in der Lage waren, einen Wahlkampf durchzustehen? Sprüche kloppen kann jeder, aber Tatsachen sind die Meßlatte, die Sie leider nicht erreicht haben. Volker Orth hat sehr viele Referenzen, die Sie durch Ihr Verhalten sehr wahrscheinlich verlieren, wenn Sie sich wiedereinmal als Bürgermeisterkandidat irgendwo bewerben! Auch Belá Dören schätze ich als einen sehr feinen, fairen Kandidaten. Möge die Wahl entscheiden, wer zukünftig die Geschicke der Stadt Homberg leitet.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Brigitte Reichhardt
(01.03.2010 03:51)
stefanloehr
Rekordbürgermeister
EIN "REKORDBÜRGERMEISTER" TRITT ZUR WIEDERWAHL AN
Herr Orth darf ohne jeden Zweifel als ?Rekordbürgermeister? bezeichnet werden. Im gebührt die volle Anerkennung für seinen herausragenden Leistungen auf den Gebieten der
- Neuverschuldung
- Ortsbeirats-Auflösung
- Stadtverödung
- Finanzzerrüttung und
- destruktive Wirtschaftspolitik
Wer es nicht glaubt, der mache sich anhand der Wahlversprechen von Herrn Orth aus dem Jahr 1998 sein eigenes Bild. In seinen Prospekten hat er folgende Ankündigungen wörtlich gemacht:
Orth: ?Bürgernahe Verwaltung muss zum Tragen kommen?
Kommentar: Die Verwaltung ist so ?bürgernah?, dass sogar ganze Ortsbeiräte auflösen!
Orth: ?Verbesserung der Verwaltungsabläufe?
Kommentar: Seit 2009 kein genehmigungsfähiger Haushalt; 25% des Haushaltsvolumens geht für Personalkosten drauf, dafür sind die Gewerbesteuereinnahmen um stolze 90% gesunken!
Orth: ?Schaffung von neuen Ausbildungsplätzen?
Kommentar: Schaffung von neuen Schulden wäre treffender gewesen. Aber es sind ja nur um die 10 Mio Euro. Vielleicht können die ja mit Magistratsbeschluss einfach für nichtig erklärt werden?
Orth: ?Ortsbeiräte in die Entscheidungsprozesse besser einbinden?
Kommentar: Ziel erreicht! Die Ortsbeiräte in Ober-Ofleiden, Haarhausen und Deckenbach leisten hervorragende Arbeit?
Orth: ?Jugendarbeit in den Jugendzentren besser unterstützen?
Kommentar: Welches Jugendzentrum in der Kernstadt meinten Sie, Herr Orth?
Orth: ?ausreichend Bauplätze schaffen?
Kommentar: Ziel erreicht! Jetzt müssen sie nur noch bezahlbar werden!
Orth: ?Gewerbeflächen für Investoren vorhalten?
Kommentar: Ziel erreicht! Wer braucht schon einen Abwasserkanal im Gewerbegebiet?
Orth: ?Angebot an Kultur ausweiten?
Kommentar: Ziel erreicht! Das Kino läuft schon im Dauerbetrieb?
Orth: ?Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung ohne Widerspruch umsetzen?
Kommentar: Ziel erreicht! Sie wurden samt Magistrat auch nur zweimal missbilligt!
Wenn das keine ausreichenden Referenzen für eine Wiederwahl sind, dann weiß ich auch nicht!
Stefan Löhr
97080 Würzburg
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