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Wissen über Folgen des Klimawandels umsetzen

Artikel vom 27.07.2009 - 19.32 Uhr

Wissen über Folgen des Klimawandels umsetzen

Homberg (pm). Diese Woche besuchte die ECT Oekotoxikologie GmbH mit Sitz in Flörsheim am Main im Rahmen eines Treffens eines Hessen-Modell-Projekts im Bereich der Klimaforschung Neu-Ulrichstein.
Von links Dr. Peter Ebke (Mesocosm GmbH Homberg), Dennis Fennel (FH Wiesbaden), Dr. Jörg Römbke und Dr. Anja Coors (ECT GmbH Flö
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Von links Dr. Peter Ebke (Mesocosm GmbH Homberg), Dennis Fennel (FH Wiesbaden), Dr. Jörg Römbke und Dr. Anja Coors (ECT GmbH Flörsheim). Im Hintergrund künstliche Teichsysteme, denen als Modell-Ökosystemen in der Klimaforschung eine große Rolle beigemessen wird. (Foto: pm)
Zwei mittelständische Unternehmen, die ECT GmbH und das Institut für Gewässerschutz Mesocosm GmbH in Homberg-Neu-Ulrichstein kooperieren mit dem durch die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) ermöglichten Forschungszentrum zur Biodiversität und Klima (BiKF) in Frankfurt. LOEWE ist ein Forschungsförderungsprogramm, mit dem seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse gesetzt und damit die Forschungslandschaft nachhaltig gestärkt werden soll.

Projektleiter Dr. J. Römbke, der Geschäftsführer der ECT GmbH, und Dr. Anja Coors verschafften sich ein Bild über die laufende Forschung in Neu-Ulrichstein. Die Aufgabe der Projektpartner ECT Oekotoxikologie und Mesocosm im Rahmen dieses Projektes besteht darin, das in der Grundlagenforschung erworbene Wissen über Konsequenzen des Klimawandels in die Praxis umzusetzen. Es werden insbesondere konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt, die den Vollzugsbehörden Konzepte an die Hand geben, um die neuartigen Auswirkungen des Klimawandels bei gleichzeitig vorhandenen Stressfaktoren (etwa Chemikalien) in der Umwelt in der behördlichen Praxis bewerten zu können.

Die Projektpartner können auf eine Reihe von Ergebnissen verweisen, die bereits in der wissenschaftlichen Fachpresse veröffentlicht wurden. Es geht in der ersten Phase der Untersuchungen darum, Methoden zu entwickeln, um im Labormaßstab oder auch in künstlichen Modell-Ökosystemen Umweltsituationen zu simulieren, die den Klimawandel widerspiegeln. Unter diesen Bedingungen können dann gezielt Fragen beantwortet werden, wie sich zum Beispiel bestimmte Chemikalien in der Umwelt unter heutigen oder unter zukünftigen Klimabedingungen verhalten.

Eine wichtige Frage ist, ob die Einwanderung von neuen Tier- und Pflanzenarten in diesem Zusammenhang eine größere Rolle spielen. Hier wird das Beispiel einer Reihe von Krankheitserregern, die aus wärmeren Zonen einwandern könnten, genannt. Überträger für Humanpathogene sind zum Beispiel die Tigermücke Aedes albopictus oder die Tellerschnecke Bulinus truncatus, die Dengue-Fieber bzw. Bilharziose übertragen. Können Chemikalien gezielt ökologische Nischen »freischlagen«, um derartigen Einwanderern den Einzug in unsere Ökosysteme zu erleichtern? Die Besichtigung dauerte vier Stunden und es wurde klar, wie herausfordernd und auch interessant die zu bearbeitenden Fragen sind. Dr. Anja Coors: »Unser gemeinsames Projekt entwickelt sich bisher genau nach Plan und wir hoffen so unsere Ziele in geeigneten Handlungsempfehlungen bis in 2010 entwickeln zu können«.

Dr. J. Römbke, der Geschäftsführer der ECT GmbH in Flörsheim, beurteilt das Potenzial des Standortes ebenfalls sehr positiv: »Die Ressourcen, die das Areal auf Neu-Ulrichstein für die Umweltforschung bietet, stellen für beide Kooperationspartner ein enormes Kapital dar. Die weitläufigen Flächen und die Gewässeranlagen bieten für vielseitige Forschungsmethoden optimale Bedingungen. Wir konnten bereits in der ersten Phase unsere Kooperation weit über das Modell Projekt hinaus vertiefen und somit unsere Marktfähigkeit verbessern.«

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Artikel vom 27.07.2009 - 19.32 Uhr
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