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»Zur Wehrpflicht gibt es keine echte Alternative«

Artikel vom 09.03.2010 - 20.51 Uhr

»Zur Wehrpflicht gibt es keine echte Alternative«

Homberg (ks). Uniformen grau, aber der Himmel strahlend blau: beim Feierlichen Gelöbnis auf dem Sportplatz an der Homberger Altenstadt lachte am Dienstag die Sonne, wenn auch bei frostigen Temperaturen.
Einmarsch der Rekruten zum Feierlichen Gelöbnis auf dem Sportplatz An der Altenstadt in Homberg. 	(Fotos: ks)
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Einmarsch der Rekruten zum Feierlichen Gelöbnis auf dem Sportplatz An der Altenstadt in Homberg. (Fotos: ks)
268 junge Rekruten und Rekrutinnen legten unter den Augen von rund 1000 Zuschauern ihr Gelöbnis ab. Vertreten waren das 6./Luftlandfernmeldebataillon DSO (»Hessischer Löwe«) aus Stadtallendorf, mit dessen 4. Kompanie Homberg seit vergangenem Jahr eine Patenschaft hat, die Heeresfliegerstaffel 369 aus Fritzlar und das 10./Jägerregiment 1 aus Schwarzenborn. Beim Gelöbnis bekannten sich die wehrpflichtigen Soldaten zu ihrer Pflicht und sprachen die Formel: »Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.«

Oberstleutnant Achim Fahl, Kommandeur des Luftlandefernmeldebataillons, sprach Krisen, Kriege und Menschenrechtsverletzungen weltweit an. Deshalb wisse man besser als gestern, »wofür wir dienen und welche Werte es zu schützen gilt.« Und wenn jetzt vor der Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Momante erneut eine Diskussion um die Wehrform entflammt sei, »dann sage ich hier aus voller Überzeugung, dass es keine echte Alternative zur Wehrpflicht gibt.« Durch die Wehrpflicht erreiche die Bundeswehr wesentliche Teile der Bevölkerung und bleibe der Auftrag der Soldaten im Fokus’ des öffentlichen Interesses. Dieser Rückhalt sei wesentlich, damit Soldaten ihren Auftrag erfolgreich erfüllen könnten. Militärische Schutz- und Risikovorsorge seien auch künftig Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden, so Fahl. Der Funker Alessandro Santoro wandte sich an seine Kollegen und sprach die komplizierte Aufgabe der Bundeswehr gegenüber den jungen Leuten an: »Was bunt ist, muss grün werden, ohne seine Farbe zu verlieren.« Alle seien gespannt und bunt gemischt in die Kaserne geströmt, »der Schüler, der Auszubildende, der Abiturient, der Leistungssportler, der Schulsportschwänzer.« Wehrdienst sei aber nicht nur eine Verpflichtung, sonder auch eine einmalige Chance. So erlebe man in der Kaserne einen Querschnitt der gesamten Gesellschaft auf kleinstem Raum. Dadurch entstünden Zusammenhalt und Kameradschaft.

Der Stellvertreter des Wehrbeauftragten des Bundestages, Friedhelm Dreyling, betonte in seiner Ansprache, die beim Gelöbnis vertretenen Verbände hätten beachtliche Aufgaben und Lasten in der Einsatzarmee Bundeswehr zu tragen. Für die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate sei die Erhöhung der Wehrgerechtigkeit ein entscheidendes Motiv gewesen. Es bleibe abzuwarten, ob die Wehrpflicht attraktiver wird. Deutschlands Sicherheit existiere nicht losgelöst von internationalen Verpflichtungen: »Wir können uns nicht verweigern, wenn die Völkergemeinschaft unsere Unterstützung braucht.« Vor diesem Hintergrund habe sich die Bundeswehr zur Armee im Einsatz gewandelt - »mit neuen Aufgaben und großen Herausforderungen«. Dreyling sprach auch die jüngst bekannt gewordenen Skandale um unwürdige Aufnahmerituale an, diese seien bei der Bundeswehr fehl am Platz, seine Rechte gebe keiner am Kasernentor ab.

Falsch sei es allerdings, die Bundeswehr unter Generalverdacht zu stellen. Oberstleutnant Fahl, Friedhelm Dreyling und Bürgermeister Volker Orth schritten dann die Ehrenformation ab, zwischen den Reden erklangen Märsche und andere Lieder sowie die Nationalhymne. Im Anschluss an den abgelegten Fahneneid und gute Wünsche gab es noch einen kleinen Empfang im nahen Sportheim, bei dem auch Bürgermeister Orth eine Grußbotschaft an die Soldaten richtete.

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Artikel vom 09.03.2010 - 20.51 Uhr
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