Kirtorf (jol). Die Arbeit für Vielfalt jenseits von Fremdenhass und gegen Rechtsextremismus ist keine Sache des schnellen Erfolgs, sie erfordert viele kleine Zwischenschritte. Aber sie lohnt sich auch, wie die jüngste Mitgliederversammlung des Kirtorfer Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus zeigte.
Das Aktionsbündnis gegen Rechtsextemismus erhielt gestern in Kassel für seine Arbeit eine Urkunde und ein Preisgeld von 1000 Euro. (Foto: pm)
Mit Stolz präsentierten die Aktiven der kleinen Vereinigung ein Programm, das seit vergangenem Jahr recht viele Jugendliche angesprochen hat und das als sichtbares Zeichen in einigen örtliche Geschäften und Gaststätten eine Protestresolution gegen Rechtsextremismus gebracht hat. An der Versammlung nahm fast ein Dutzend junger Leute teil. Auch überregional wird das Aktionsbündnis hoch geschätzt: Am Donnerstag verlieh das Bündnis für Demokratie und Toleranz in Kassel einen Förderpreis (Urkunde und Preisgeld) an die Kirtorfer.
Mit dem Preis wolle die Bundesregierung dem Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung mehr Anerkennung verschaffen, erläuterte Staatssekretär Alfred Hartenbach. Das »Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus in Kirtorf» setze da an, wo die Grenzen des staatlichen Handelns erreicht seien, würdigte Hartenbach den zweiten hessischen Preisträger, der mit 1000 Euro bedacht wurde.
Anfangs habe die Bevölkerung den rechtsextremen Umtrieben in der mittelhessischen Gemeinde noch mit einer »gewissen Gleichgültigkeit und stillschweigenden Akzeptanz« gegenübergestanden, Hartenbach. Es sei das Verdienst der vor genau vier Jahren gegründeten Initiative, dass dies heute nicht mehr so sei.
Zurück zur Mitgliederversammlung im Rathaus: hier erinnerte Dieter Schmidt an die positive Resonanz, die die Resolution gegen Rechtsextremimus bei Geschäftsleuten und in Vereinen gefunden hat. Das Protestschreiben ist in einer ganzen Reihe an öffentlichen Einrichtungen der Großgemeinde ausgehängt worden.
Albert Naumann zeigte auf, wie die Vorschläge von Jugendlichen für Aktivitäten in diesem Jahr umgesetzt werden. So habe es erst kürzlich einen spannenden Vortrag von Prof. Krahulec gegeben, der für mehr Zivilcourage warb (die Allgemeine berichtete). Das sei immer noch ein Problem, es sei eben nicht leicht, dann einzugreifen, wenn es nötig ist. Experimente hätten aber gezeigt, dass eher Frauen zum Intervenieren bereit sind.