Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Lokales » Städte und Gemeinden » Kirtorf »

Planer: Denkmalschutz in Kernstadt lockern

Artikel vom 25.02.2010 - 20.33 Uhr

Planer: Denkmalschutz in Kernstadt lockern

Kirtorf (jol). Kirtorf braucht kein Neubaugebiet, auch wenn in den nächsten zehn Jahren 53 neue Wohnungen notwendig werden. Allein in der Kernstadt gibt es genügend leerstehende Gebäude und Brachflächen, dass innerorts 76 Wohnungen entstehen können.
Für Neubau im Ortskern: Planer Rode.
Lupe - Artikelbild vergrössern
Für Neubau im Ortskern: Planer Rode.
Was viele der Kirtorfer Stadtverordneten schon dachten, aber noch nicht genau beziffern konnten, untermauerte Planer Bernd Rode von der Uni Kassel mit Datenmaterial: Die Bevölkerung in Kirtorf nimmt ab, die Menschen brauchen aber mehr kleinere Wohnungen und die können allein aus dem Bestand der Kernstadt gedeckt werden. In der Sitzung am Mittwoch entschied das Stadtparlament zudem eine neue Friedhofssatzung und bewilligte eine Vereinbarung mit den Nachbarkommunen über den Finanzausgleich vom Kindergartenbesuch über die Gemeindegrenze hinweg.

Im Mittelpunkt der StadtverordnetenSitzung unter Leitung von Manfred Schaaf stand die Vorstellung der »Ortskernanalyse Kerngemeinde Kirtorf« durch den Planer der Universität Kassel. Bürgermeister Ulrich Künz erinnerte daran, dass die Stadtverordneten die Analyse in Auftrag gegeben haben, um bauliche Potenziale zu ermitteln und die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zu prüfen. So haben die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. A. Busch alle Gebäude einzeln erfasst, die in der Denkmalschutzliste des Landes stehen. Bei einigen stellte sich heraus, dass ihr Zustand inzwischen so schlecht ist, dass es sich für keinen Investor rechnet, sie wieder instand zu setzen.

Sie sollten besser aus der Liste gestrichen werden, so Rode. Zudem schlagen die Planer vor, künftig nur noch den alten Ortskern und eine Häusergruppe an der Marburger Straße unter Denkmalschutz zu belassen. Inzwischen seien so viele Neubauten an der Marburger Straße entstanden, dass ein Ensembleschutz nicht mehr notwendig sei.

Interessant der Exkurs Rodes, weshalb man die Stadt modernisieren müsse. In den Jahrhunderten war die Kernstadt auf Landwirtschaft ausgerichtet, die Grundlage der Einkommen war. Inzwischen spielt die Landwirtschaft keine so große Rolle mehr, die Gebäude sollten mehr auf Wohnzwecke als auf landwirtschaftliche Arbeiten hin ausgerichtet sein. Eine Folge davon ist, die Nebengebäude wie Stall und Scheune durch Wohngebäude zu ersetzen. Das ist zum Teil schwierig, zumal die Scheunen am Bach nach Abbruch nicht durch Neubauten ersetzt werden dürfen.

Aber auch ohne die Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude bleibt genug Raum für das notwendige Wachstum. Platz für 57 Wohneineiten besteht allein im Bereich der Kernstadt. Hinzu kommen 19 leer stehende Gebäude, die entweder saniert oder aber durch Neubauten ersetzt werden können.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 25.02.2010 - 20.33 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang