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Außergewöhnliche Dinge an ungewöhnlichen Orten

Artikel vom 09.06.2010 - 10.00 Uhr

Außergewöhnliche Dinge an ungewöhnlichen Orten

Mücke (ks). »Äußergewöhnliche Dinge an ungewöhnlichen Orten« - unter diesem Motto verspricht die Erzart 2 in diesem Jahr wieder Kunst (-und Naturgenuss), verbunden mit heimatgeschichtlichen Beiträgen.
Die Macher des Kunstturms Mücke und beteiligte Künstler freuen sich auf die Erzart 2, die in Kürze startet. 	(Foto: ks)
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Die Macher des Kunstturms Mücke und beteiligte Künstler freuen sich auf die Erzart 2, die in Kürze startet. (Foto: ks)
Im Rahmen des Mittelhessischen Kultursommers warten die Macher der ErzArt mit einem Kunstwanderweg auf, dazu gibt es Live-Musik von »Speedmoik« aus Berlin und »Pink Moon« aus Homberg/Alsfeld, ferner eine Nacht-Lese-Wanderung mit Michael Fliegl (nur ein klein bisschen gruselig, wird versprochen!) und Führungen während der Ausstellung vom 21. Juni bis 31. Juli. Vertreter des Vereins kunst_turm_mücke und einige beteiligte Künstler stellten jetzt das Programm vor.

Los geht es am Samstag, 19. Juni, mit dem großen Eröffnungsfest ab 14 Uhr mit kurzen Reden und anschließenden Führungen entlang des Kunstwanderweges. Ab 21 Uhr heizen dann »Speedmoik« aus Berlin dem Publikum ein.

Michael Fliegl, Vorsitzender des kunst_turm_mücke, zeigte sich selber gespannt auf die Veranstaltung. Der Erfolg der ersten Veranstaltung und die gesammelten Erfahrungen sind aber ein Pfund, mit dem man jetzt schon wuchern kann. Dr. Thorsten Reichel vom Förderverein Hallenbad Mücke begrüßte die Nachbarschaft von Bad und Kulturinitiative, hier solle das zarte Pflänzchen der Zusammenarbeit weiter gepflegt werden, regte er an. »Was ist schon die documenta in Kassel, wenn wir hier die Erzart haben?«, scherzte Schirmherr und Bürgermeister Matthias Weitzel. Er begrüßte es, dass es zwei Fußwanderwege zur Kunst gibt, so dass wer möchte, nicht ganz so weit laufen muss. Er wünscht sich einen großen Zustrom von Kunstbegeisterten und Neugierigen auf dem Weg, der Kunst erfahrbar und begreifbar macht. Was die Unterstützung angeht, so könne die seitens der verarmten Gemeinde »nur ideell sein.« Karl Rudi verwies auf die Verbindung zum Eisenerz und auf frühere Auswanderergeschichten, als in Zeitungen für günstige Überfahrten von Bremen aus nach Amerika geworben wurdem, bevor das Eisenerz den Menschen Arbeit brachte.

Der künstlerische Leiter Volker Schönhals stellte die beteiligten Künstler vor. Das Thema Eisenerz in all seinen Fasetten inspirierte 13 Künstler und Künstlerinnen zu dieser einzigartigen Werkschau. Sie stellten und stellen Arbeiten her, die sich auf die Geschichte des Erzabbaues, die sozialen Aspekte und auf das Material Eisen beziehen. So zeigt Veronika P. Dutt (Poppenhausen) Werke zu Licht und Raum im Ausstellungsraum des Kunstturms, Nicole Fehling (Wiesbaden) stellt ebendort Papierobjekte aus, die den Betrachter zur Reflektion einladen. Monika Golla (Offenbach) präsentiert am Weg auf einem Hochsitz ihren Beitrag unter dem Motto »Zielfindung« und Dr. Anja Mohr (Gießen) arbeitet mit Mitteln der Verfremdung und Abstraktion und zeigt dies am Unterstand der Schreinerei HolzArt auf ihren Fotografien. Rainer Lather (Kirchhain) zeigt »Haus Tambaran« als Ahnenhaus der Erzarbeiter an der Schreinerei und einen Bildstock auf der Feldwegkreuzung am Schlammteich zwischen Zettlteich und Friedhof. Christine Wigge (Friedberg) fragt »Wen oder was möchten Sie beschützen« und lädt dazu am Unterstand auf der Wiese vor dem Zettlteich und der Außenanlage von HolzArt an ihren Schutzhütten-Stationen ein. Susanne Walter (Frankfurt) errichtet auf der Wiese zwischen Zettlteich und Wald eine Siedlung in traditioneller Hüttenbauweise. Olaf Beck (Rabenau) wird seine schwimmenden Skulpturen auf dem Zettlteich zu Wasser lassen und Kathrin Brömse (Marburg) zeigt im Bauwagen und auf der Obstwiese gegenüber dem Friedhof Merlau eine Arbeit mit Asche auf Bütten/Hautleim und Filterpapier, das sich mit Händen befasst. Berthold Kampa (Frankfurt) zeigt seine Kunst mit Seife als Form- und Farbgeber an der Holzhütte (Expumpenhaus) an der Ohm. Ortrud Storm (Rödermark) sammelt seit Wochen Material für eine Skulptur (scheinbar gestapelter Quader), die sie am Hallenbad präsentieren wird. Georg Martin (Wallau) wird wieder das Thema Maulwurfshügel beleuchten und Volker Kusterer (Gießen) zeigt entlang des gesamten Weges Fotografien. Der »lange« Kunstwanderweg umfasst 2,5 bis 5 Kilometer, der »kurze« 1,5 bis 2. Er führt entlang der Überreste der Erzabbaugeschichte, Ruinen, Schlammteiche, einer ehemaligen Verladestation, Aufschüttungen und den dort platzierten Kunstobjekten und endet wieder am Kunstturm. Am Sonntag, 1. August, gibt es das Abschlussfest mit Vorstellung von Katalog/CD, erneut Führungen sowie die Präsentation von Schülerarbeiten und Live-Musik von »Pink Moon.« Während der ErzArt 2 werden Schüler und Kindergartenkinder den Weg erkunden und eigene Arbeiten dazu anfertigen.

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Artikel vom 09.06.2010 - 10.00 Uhr
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