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Ein Bäumchen soll verbinden

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Artikel vom 17.12.2013 - 09.06 Uhr

Ein Bäumchen soll verbinden

Mücke-Merlau (sf). Ende vergangener Woche fand eine gemeinsame Baumpflanzung der Ahmadiyya Muslim Gemeinde und der Gemeinde Mücke auf dem alten Merlauer Friedhof statt. Irfan Bhatti (Mücke) ist in der Ahmadiyya Muslim Bildungsbeauftragter und er moderierte die Baumpflanzung.

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Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde mit Bürgermeister Weitzel und Ortsvorsteher Daniel beim Pflanzen des Ahornbäumchens. (Foto: sf)
Weitere Gäste waren neben Bürgermeister Matthais Weitzel auch Waseem Bhatti (Stadt Grünberg), Ahmed Muner, Ansar Anwar (Imam aus Frankfurt), Shahid Warraich (Frankfurt), Ortsvorsteher Dieter Daniel, Abdul Majeed (ehemaliger Präsident der Frankfurter Gemeinde) und Alimajed Wahid. Nach der Begrüßung wurde die Pflanzung des Baumes vorgenommen. Abschließend gab es pakistanische Spezialitäten für alle.

Bernd Greb vom Bauhof hatte die Vorbereitungen getroffen. Gepflanzt wurde ein weißbunter Spitzahorn. Irfan Bhatti sprach davon, dass das Pflanzen eines Baumes in vielen Sprüchen und Gedichten Eingang gefunden hat. Der neu angepflanzte Baum möge nun Wurzeln schlagen und heimisch werden. Mücke reihe sich mit der Aktion in eine Kette ein, die symbolisch für das Ankommen der lokalen Ahmadiyya Muslim Gemeinde stehen soll. Bürgermeister Matthias Weitzel fand, dass der alte Friedhof ein guter Platz für die Baumpflanzaktion ist. Bäume aus allen Herren Länder hätten dort schon ihren Platz gefunden. »Möge der Baum die Kulturen und Religionen verbinden,« wünscht er.

»Liebe für alle, Hass für keinen«

Am neu gepflanzten Baum wird noch ein Schild mit dem Text »Dieser Baum wurde gestiftet von Ahamadiyya Muslim Jamaat Majlis Ansarullah Deutschland – Liebe für alle, Hass für keinen« befestigt. Dann wurde ein Gebet gesprochen. Die Pflanzgruppe kam anschließend noch im Sitzungsaal der Gemeindeverwaltung zusammen. Dort wurden Bürgermeister Matthias Weitzel und Ortsvorsteher Dieter Daniel jeweils ein Buchgeschenk überreicht. Anschließend wurden aus der Sure Ibrahim die Verse 25,26 und 27 rezitiert. Der Imam sprach von einem Zeichen und davon, dass der Friedhof ein besonderer Ort ist. »Möge sich der Baum fest verwurzeln und Frucht zu jeder Zeit tragen«. Die Ahamadiyya Muslim Jamaat (AMJ) versteht sich als Reformgemeinde im Islam. Sie wurde 1889 gegründet. In der heutigen Welt spielt die AMJ eine einzigartige Rolle. »Sie ist in über 200 Staaten der Erde die größte islamische Reformbewegung unserer Zeit«, so Irfan Bhatti. Unter dem Vorsitz eines gewählten Kalifen trete sie ein für ursprüngliche Werte des Islam: Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit von Mann und Frau, Trennung von Religion und Staat, Beendigung gewalttätiger Aktionen im Namen der Religion sowie Menschenrechte, wie sie im Koran festgelegt sind. Trotz der friedlichen Interpretation des Islam seien die Anhänger in vielen islamischen Ländern und zum Teil sogar im Westen Anfeindungen und gewalttätigen Angriffen extremistischer Muslime ausgesetzt. Die AMJ wird aus Spenden finanziert und ist bemüht, sich konstruktiv am gesellschaftlichen Zusammenleben zu beteiligen und durch soziale Projekte, Ausbildungsstätten, medizinische Dienste, Publikationen und interreligiöse Veranstaltungen zu Verständnis und Toleranz aufzurufen.

Viele Berührungspunkte

Vor über 15 Jahren wurde die Gemeinde Grünberg und Umgebung gegründet. Mit knapp 50 Mitgliedern aus zwölf Familien ist sie eine verhältnismäßig kleine Gemeinde. Trotzdem beteiligen sich die Mitglieder in verschiedenen Vereinen, so in der Feuerwehr oder in politischen Gremien. Bürgermeister Weitzel sprach davon, Berührungsängste abzubauen, denn alle Religionen hätten das gleiche Ziel und die gleichen Wurzeln. Man solle das Verbindende betonen und nicht das Trennende. Auch Ortsvorsteher Daniel sprach von Berührungspunkten, etwa bei den im DGH stattfindenden Gottesdiensten. »Wichtig sind die Menschen und nicht Hautfarbe oder Nation«.

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Artikel vom 17.12.2013 - 09.06 Uhr
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