Mücke (rs). Der allgemeine demografische Wandel wirkt sich auch auf Mücke aus. Bereits heute stehen insbesondere in den Ortskernen einzelne Häuser leer. Eine Besserung von sich aus ist nicht zu erwarten. Vor diesem Hintergrund ist ein Antrag der SPD zu sehen, der darauf abzielt, die Ansiedlung junger Familien im Neubaugebiet Wallenbach (Nieder-Ohmen gegenüber der Gesamtschule) zu fördern.
Vor rund zwei Wochen war das Thema bereits im Jugend-, Sport- und Kulturausschuss behandelt worden, dabei hatten die Fraktionsvertreter den Antrag zum Anlass genommen, sich zu dem Problem breiter angelegt und auf alle Ortsteile bezogen Gedanken zu machen. Die Fraktionen sollten darüber beraten und das dann in das Plenum des Ausschusses beziehungsweise der Gemeindevertretersitzung einzubringen.
Für die SPD begründete Fraktionsvorsitzender Ottmar Traum den Antrag, man wolle auf diese Weise den Zuzug fördern und dies auf das Baugebiet Wallenbach beschränken, weil man dort noch hinreichend Platz für Interessenten habe. Zudem sei dort die Infrastruktur mit Schule, Hallenbad, Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten intakt. Bauplätze in den anderen Ortsteilenmüsse man nicht noch subventionieren, weil sie sowieso preiswerter seien. Die SPD hatte vor-geschlagen einen Preisnachlass beim Baugelände von 5000 Euro je Kind, maximal aber15000?Euro, festzulegen.
Von der CDU entgegnete Dr. Anneliese Brunn unter Bezugnahme auf die Diskussion im anderen Ausschuss vor zwei Wochen, mit einer punktuellen Förderung und nur mit Geld werde man keine jungen Familien ansiedeln können. Förderungen müssten breiter angelegt sein, sie plädierte für die Verfahrensweise wie vom anderen Ausschuss vorgeschlagen. Dem schloss sich auch Günter Zeuner von den Freien Wählern an, denn wenn die Gemeinde etwas fördere, müsse das überall gelten.
Allerdings machte Zeuner auch darauf aufmerksam, dass ein finanzieller Anreiz alleine wenig bringe, das Interesse für einen Zuzug müsse anderweitig geweckt werden. Zudem gebe es mehr und mehr Leerstände in den Ortskernen, das dürfe man nicht unberücksichtigt lassen. Von den Grünen regte Peter Schäfer an, eine Förderung prozentual zu fassen, wegen der Gleichbehandlung. Auf seine Frage, wie viele Plätze im Gebiet Wallenbach überhaupt noch frei seien, wurde ihm vom Bürgermeister Matthias Weitzel mit »17 bis 18« geantwortet, was das erschlossene Areal angehe. Als Erschließungsreserve seien weitere 50 Bauplätze möglich, aber das sei vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung wohl nicht aktuell.
Von der SPD unterstützte Kurt Stiehler die Begründung seines Fraktionsvorsitzenden, gestand aber zu, dass der zunehmende Leerstand in den Ortschaften ein Problem sei, über das noch nachgedacht werden müsse. Stiehler bat, bei der Bauplatzvergabe in den Ortsteilen an Auswärtige »dezent zu verfahren«, damit die Kinder von Ortsbürgern noch bauen könnten. Ottmar Traum wies darauf hin, dass die SPD bereits im Vorjahr einen Antrag eingebracht habe, um die Nutzung und den Ausbau von vorher leerstehenden Objekten zu fördern. Das sei damals von der Mehrheit abgeschmettert worden.