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»Mücke 2020«: Jetzt ist die Bevölkerung gefragt

Artikel vom 12.03.2010 - 20.53 Uhr

»Mücke 2020«: Jetzt ist die Bevölkerung gefragt

Mücke (rs). »Jetzt muss es die zurückgehende Bevölkerung selbst in die Hand nehmen, die Gemeinde weiter zu entwickeln. Denn von der Gemeinde kann man nicht mehr viel erwarten.« Moderator Hartmut Kind zog am Donnerstag offen, locker und einprägsam eine Bilanz von fünf Abenden, in denen sich seit Herbst mehrere Arbeitsgruppen zum Thema »Mücke 2020« getroffen hatten.
Im Dorfgemeinschaftshaus von Flensungen erwähnte Kind als jetzt anzugehende Projekte unter anderem ein Vorgehen gegen den zunehmenden Gebäudeleerstand in den alten Ortskernen, Nachbarschaftshilfe im weitesten Sinne wegen des immer größer werden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung und eine Reihe von Vorschlägen, wie das kulturelle Angebot ausgebaut werden kann, wobei eine solche Veranstaltung nicht als die eines Ortsteiles sondern vielmehr als die der Großgemeinde ingesamt verstanden werden sollte. Gutes Beispiel dazu: Der diesjährige Fastnachtsumzug, der im hessischen Fernsehen gleich nach dem Frankfurter Umzug in einem Filmbeitrag gewürdigt worden war.

Mit einem sehr positiven Eindruck begann die Veranstaltung zur Vorstellung der Ergebnisse, denn mit rund 40 Personen waren vergleichsweise viele Menschen gekommen. Allerdings ließen einige der Besucher erkennen, dass sie bei der letzten von insgesamt sechs Veranstaltungen das erste Mal dabei waren. Positiv war auch, dass sich neben Bürgermeister Matthias Weitzel nur noch sechs weitere Kommunalpolitiker eingefunden hatten, denn die Gemeindevertretung hatte das Projekt ja ausdrücklich an die Bevölkerung abgetreten.

»Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?« - so hatte der Untertitel zur »Mücke 2020« gelautet, und Moderator Hartmut Kind wies auf die Basis allen Handelns, den Rückgang der Bevölkerung und den steigenden Anteil älterer Menschen, hin. Damit einher gehe zwangsläufig, dass viele Gebäude ihren Zweck verloren habe, Landwirtschaft wird in vielen Dörfern nicht mehr betrieben, riesige Scheunen und Maschinenhallen stehen leer. In diesem Zusammenhang machte Kind auch auf den seit einigen Jahren zu beobachtenden Werteverfall bei den Immobilien insgesamt aufmerksam.

In den Arbeitsgruppen hatten mehrere Dutzend Bürger seit dem Herbst zusammengetragen, was es an Problembereichen gibt, und wie man die Probleme aus der Bevölkerung heraus angehen könnte. Denn während in Zeiten florierender Wirtschaft der Ruf nach der öffentlichen Hand oft eine positive Reaktion auslöste, stellte Kind dies für die Zukunft in Abrede. Die Kommunen seien bei sinkenden Einnahmen selbst kaum mehr in der Lage, ihren Aufgaben gerecht zu werden.

Eine Energiewende nannte Kind als ein erstes Projekt. Der Bedarf sei unstrittig, aber es habe sich in der Diskussion gezeigt, dass es noch enormen Informatonsbedarf gebe. Dem könnten engagierte Bürger mit Unterstützung der Gemeinde und Energieversorgern abhelfen. Für einen Praxisbezug seien modellhafte Projekte sinnvoll. Mögliche Vorhaben wie einen Bauernmarkt oder Natur- und Umweltschutzprojekte lösten zwar bei einigen Besuchern Erstaunen aus, aber Kind hob darauf ab, dass das Image einer Kommune von großer Bedeutung sei. Dieses könne man durch Dinge unterstützen, die von überörtlichem Interesse seien. Dabei müsse das Angebot - etwa Nahrungsmittel aus der Region - nicht zwingend im Vordergrund stehen, der Markt als Treffpunkt mit sozialer Funktion sei die Attraktion. Dabei waren in den Arbeitsgruppen als mögliche Standorte das Gewerbegebiet an der Autobahn-Anschlussstelle bei Atzenhain und die zentrale Einkaufzone zwischen Flensungen und Merlau angesprochen worden.



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Artikel vom 12.03.2010 - 20.53 Uhr
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