Mücke (sf). Die Gesamtschule Mücke startet ein großes Sportprogramm. Sportfachleiter Markus Günterberg und seine Kollegen haben dazu gleich einige Events organisiert.
Spannende Versuche im Rollstuhl-Basketball und eine Vorführung von Profis gab es jetzt in der neuen Sporthalle der Gesamtschule in Mücke. (Foto: sf)
Damit will man unter anderem Freude über die neue Sporthalle ausdrücken, die auch dank 30 Jahren beharrlichen Dranbleibens von Seiten der Schule zu Stande gekommen war. Die Aktivitäten sind auf viele Bereiche hin orientiert und so hofft man, dass alle Schülerinnen und Schüler daran viel Spaß haben. An zwei Tagen fand jetzt bereits für die 7. Klassen ein spannendes Schnuppertraining mit den Rollstuhl-Basketballern vom RSV Lahn-Dill statt.
Das war mal ein Sportunterricht der ganz anderen Art. Keiner der Schülerinnen und Schüler konnte sich im Vorfeld vorstellen, was sich hinter einem gemeinsamen Training mit Rollstuhlbasketballern verbirgt. Unsicherheit im Umgang mit behinderten Menschen ist eine nachvollziehbare Haltung, aber hier wurden mit Hilfe des Sports in kürzester Zeit Blockaden abgebaut. Vom RSV Lahn- Dill, dem amtierenden deutschen Meister im Rollstuhlbasketball, hatten sich mit Techniker und Trainer Harald Webelsiep die beiden Spieler Jan Haller und Steve Serio in der neuen Sporthalle eingefunden. Jan Haller, der erst 2011 vom ASV Bonn nach Wetzlar wechselte, zeigte den verblüfften Schülern, welche Mobilität, Geschwindigkeit und Dynamik man mit dem Sportgerät Rollstuhl entwickeln kann. Dass man auch noch während der Fahrt auf den Korb werfen und treffen kann, sah aber einfacher aus, als es sich später tatsächlich herausstellte.
Steve Serio – seit 2010 beim RSV – gilt seit längerem als einer der weltbesten Rollstuhlbasketballer. Was er mit dem Rollstuhl und dem Basketball zeigte, ließ einige Münder offenstehen und rang den meisten erhöchsten Respekt ab.
Aber nicht nur einige Demonstrationen des Könnens sollten Thema des Vormittags sein – die Schüler wurden eingebunden. Dazu hatte das Team mit Betreuer Webelsiep elf Rollstühle mitgebracht, die den Schülern hautnah das Erlebnis Rollstuhlbasketball vor Augen führen sollte. Zu Beginn standen einfache Übungen wie Geradeausfahren, Wenden, Beschleunigen, Rückwärtsfahren. Waren dies noch einigermaßen zu bewältigende Aufgaben, so stellte der ins Spiel gebrachte Ball die meisten vor Probleme. Wie sollte man fahren und den Ball dribbeln und auch noch dahin kommen, wo man sich in der Nähe des Korbes befindet? »Auffahrunfälle« und »stabile Seitenlage« waren nicht zu vermeiden. Das größte Problem aber war der jetzt in noch größerer Höhe über dem Kopf befindliche Korb – aber der Kampfgeist siegte dann doch ab und zu. In direkten Spielen gegeneinander kam so richtig Freude auf und die Schüler waren hochmotiviert bei der Sache. Leider waren die zwei Stunden viel zu schnell vorbei und so war es verständlich, dass einige zu spät zum Unterricht kamen, da die Autogrammstunde zum Pulk von herumwieselnden Schülern wurde. Die beiden Spieler waren sehr angetan von der Disziplin der Schüler und das Team der Gesamtschule dankte für ein unvergessliches Erlebnis.