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Posaunenmusik und Melodien aus dem Dschungelbuch

Artikel vom 10.11.2009 - 19.08 Uhr

Posaunenmusik und Melodien aus dem Dschungelbuch

Mücke-Nieder-Ohmen (sf). Der Posaunenchor besteht nun bereits 41 Jahre, und wenn es Herbst und die Jahreszeit dunkel wird, dann erschallen die Trompeten aus der Kirche und laden zu einem Geburtstagskonzert ein.
In der voll besetzten Kirche präsentierte der Posaunenchor mit Chorleiter Dekanatskantor Jens Amend ein feinsinnig abgestimmtes
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In der voll besetzten Kirche präsentierte der Posaunenchor mit Chorleiter Dekanatskantor Jens Amend ein feinsinnig abgestimmtes klangliches Kontrastprogramm. (Foto: sf)
Vorsitzender Helmut Langohr begrüßte am Sonntagabend die Gäste in der voll besetzten Kirche und gab einleitend bekannt, dass in diesem Konzert hauptsächlich drei Komponisten gedacht werde. Für Georg Friedrich Händel (1685-1759) sei es der 250. Todestag und Franz Josef Haydn (1732-1809) der 200. Todestag. Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) hätte in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiern können. Der Posaunenchor hatte mit Chorleiter Dekanatskantor Jens Amend ein feinsinnig abgestimmtes klangliches Kontrastprogramm zusammengestellt. Den Gästen bot sich eine brillante Bühnenmusik.

Für den 1. Deutschen Evangelischen Posaunentag in Leipzig im vergangen Jahr hatte Traugott Fünfgeld (Bezirkskantor in Offenburg/ Franken) den ausgeschriebenen Komponistenwettbewerb gewonnen und so wurde das Stück »Einzug« mit mehreren 1000 Bläsern dort uraufgeführt. Auch die fast 30 Bläser aus Nieder-Ohmen eröffneten ihr Konzert mit diesem Stück und ernteten rauschenden Beifall. Königliche Musik erwartete die Zuhörer, denn die bekannte »Wassermusik« erklang, und daraus spielten die Bläser die »Suite aus der Wassermusik«. Händel galt als deutsch-britischer Komponist, der zu seinem Lebensende in London lebte. Franz Josef Haydn, war österreichischer Komponist und ein führender Vertreter der so genannten Wiener Klassik. Helmut Langohr, der gekonnt durch das Programm geleitete, beschrieb die Situation am Hofe des Schloss Esterhazy, und man konnte sich im Geiste ein Bild malen, und die Musiker spielten live der »Diversimento« mit Allegro-Adagio-Menuett und Pretso.

Ein wahrlich gekonntes Zusammenspiel von Orgel und Tenorhorn erfreute die Zuhörer. Jens Amend an der Orgel und Heinz Sodtke als Solist am Tenorhorn spielten gemeinsam »Ja, es sollen wohl Berge weichen«. Die facettenreichen Klänge der Chormusik begeisterten, und es war ein wahrer Hörgenuss, die musikalische Reise in die vergangenen Jahrhunderte. Mit »Wirf dein Anliegen« und »Es strahlen hell die Gerechten« gab es eine Hommage an Felix Mendelssohn-Bartholdy im Jahr seines 200. Geburtstages. Sehr getragen erklang dann das gespielte Gebet »Prayer of St. Gregory« (von Alan Hovhaness). Dieses Gebet war ein Zusammenspiel von Orgel (Jens Amend) und einem Trompetensolo von Frank Sodtke. Beide stellten eine sehr dichte musikalische Atmosphäre im Kircheninneren her.

Dem romatischen Musikteil folgten moderne Stücke, so etwa die Rag-Filmmusik von Scott Joplin »The Entertainer«, bekannt aus dem Film »Der Clou« im Jahre 1973, und »Oysters und Clams« von Theodor Morse stammt aus den 20-er Jahren. Man stelle sich vor, die 20-er Jahre in Berlin und das rhythmische Singen der Comedian Harmonists, und so erschallten die Trompetenklänge bei den Titeln »Wenn die Elisabeth« und »Was machst Du mit dem Knie, lieber Hans«. Ausgefallene Arrangement wie »Slow and Easy« von dem Jazztrompeter Jürgen Hahn und »Home on the Range«, das traditionelle amerikanische Volkslied, erweiterten das musikalische Spektrum Dieses Volkslied ist ein Loblied auf die Schönheit des Staates Kansas.

Schon in der Bibel steht in Psalm 150 ein Loblied auf die Instrumente. Und wenn dann Worte durch Musik ersetzt würden, so Pfarrer Alexander Janka, finde man darin Freude, Kummer, Vertrauen, Scham und Schuld, eben alles, was ein Mensch an Gefühlen erleben könne. Denn alles was Atem habe, solle Gott loben, und so lobten auch die Trompeten und Posaunen das Wort Gottes in der Nieder-Ohmener Kirche.

Zum Abschluss des Konzertes gab es leichte und genüssliche Klänge. Wer kennt ihn nicht, den Bären Balu aus dem Dschungelbuch mit dem Lied »Probier’s mal mit Gemütlichkeit«, oder auch den »Colonel Hathis March«. Colonel Hathis ist der Elefant, der im Dschungelbuch seiner Elefantengruppe etwas Militärkultur beibringen will. Es war ein sehr originelles Arrangement mit einigen Überraschungen. Überwältigender Endapplaus sowie stehende Ovationen erfreuten die Bläser, und sie gaben noch eine Zugabe. Sie verabschiedeten sich mit »Wenn die Elisabeth« und »Guten Abend, gute Nacht«. Ob feierlich getragen, gefühlvoll-melodisch oder strahlend-beschwingt musiziert, die Bläser zeichneten sich durch erstklassiges Zusammenspiel, saubere Intonation und orchestrale Opulenz aus. Es war ein Hörerlebnis besonderer Art, ein veritabler Ohrenschmaus.

Auf dem Kirchenvorplatz hatte der Posaunenchor schließlich noch zu einem Glas Glühwein eingeladen, und die Zuhörer folgten der Einladung. Auf diese Weise gab noch eine nette Nachbereitung des wundervollen Konzertes.

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Artikel vom 10.11.2009 - 19.08 Uhr
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