Artikel vom
12.01.2011 - 19.05 Uhr
Nach Dioxinskandal bessere Kontrollen gefordert
Romrod (bl). Sehr erfreut über den guten Besuch beim Winterball der »Ehemaligen« (Schüler der Landwirtschaftsschule) war kürzlich Vorsitzender Udo Kornmann.
Aufgrund der milde gewordenen Temperaturen sei der Winterball wohl eher ein Frühlingsball geworden, meinte er. Im Jahresrückblick meinte Kornmann, nach einem harten Winter und einem späten Frühjahr sei der Pflanzenwuchs dann explosionsartig vonstatten gegangen. Der heiße Juli habe zur Vorhersage einer guten Ernte verführt, was aber der nasse August wieder zu nichte gemacht habe. Nach Einschätzung des Vorsitzenden befinden sich die Milchpreise auf dem richtigen Weg, die Erlöse für Getreide und Raps seien zufriedenstellend, die Schweinepreise jedoch zu niedrig. Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog, waren die aktuellen Veröffentlichungen über Dioxin in Futtermitteln und Lebensmitteln. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Kontrollen seien nötig, und die Kontrolleure müssten nicht nur bei den Bauern, sondern vor allem bei den Vorlieferanten vorstellig werden.
Das 100-jährige Jubiläum im September hat nach Einschätzung von Vorsitzendem Kornmann gezeigt, dass so ein Verein lange Jahre bestehen kann. Die Mühen einzelner Personen seien nichts, wenn sie nicht auch entsprechend unterstützt würden.
Über die Landwirtschaft äußerte Landtagsabgeordneter Manfred Görig (SPD, Romrod), es sei wichtig, die Betriebe am Leben zu erhalten. Dass Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben notwendig sind, sei richtig, jedoch müssten auch die Vorbetriebe und die Lieferanten richtig kontrolliert werden, damit nicht die Landwirte durch »verbrecherische Art ins Verderben gerissen werden«.
Auf mit Dioxin belastete Futtermittel eingehend sagte Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel (CDU, Lauterbach), es müsse nicht alles staatlich kontrolliert werden, sondern die privaten Kontrollen müssten ehrlicher sein, und gleich bei Verdachtsfällen müssten diese gemeldet werden. Dass belastete Futtermittel nicht nur im Inland Auswirkungen hätten, zeigten einige Staaten, die ein Einfuhrverbot für Waren aus Deutschland ausgesprochen hätten. Auch deshalb müssten die Verursacher zur Kasse gebeten werden. Man müsse vermeiden, dass sich solche Verursacher durch Insolvenzanträge aus der Affäre ziehen könnten. Freimut Krug, der Leiter der Landwirtschaftsschule Alsfeld, sprach zwar auch kurz über die aktuellen Vorfälle, ging aber dann auf die Schule ein. Bei der Fachschule in Alsfeld sei »alles im grünen Bereich«, meinte er. Zwei volle Klassen und 42 Studierende würden dies unterstreichen. Der Unterricht verlaufe gut. Es gebe 39 Meisteranwärter im neuen Schulsystem für Nebenerwerbslandwirte. Zu den Klängen der Kapelle »Windows« wurde dann der Winterball eröffnet.