Die Romröder Stadtverordneten von CDU/FW und SPD sind sich einig: Der Haushalt ist in Ordnung, er wurde denn auch einstimmig verabschiedet. Zudem beschloss man einen Zuschuss für eine Arztpraxis
Romrod (ks). Am 1. April diesen Jahres soll die Niederlassung der Arztpraxis von Dr. Stefan Harlfinger in Romrod ihre Arbeit in den ehemaligen Praxisräumen Albach ihre Arbeit aufnehmen. In den ursprünglich vorgesehenen Räumen des ehemaligen Schlecker-Marktes sei das Vorhaben nicht zu verwirklichen gewesen. Die Stadtverordneten waren in ihrer Sitzung am Dienstag Abend im Rathaus einstimmig dafür, die neu entstehende Praxis zur Modernisierung einen einmaligen Investitionszuschuss von maximal 15000 Euro zu zahlen. Dieser darf allerdings nicht für Möbel oder medizinische Geräte, sondern nur für das Gebäude verwandt werden. Der Zuschuss ist an eine Mindestlaufzeit von acht Jahren gekoppelt. Würde der Betrieb vorher eingestellt, dann müsste der Zuschuss anteilig zurückgezahlt werden. Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg erläuterte, dass eine weitere Ärztin eingestellt wird und dann außer Mittwochs jeden Tag Sprechstunde ist, dazu kommt Montag und Donnerstag eine Abendsprechstunde. Zudem wird von Zeit zu Zeit ein Orthopäde eine Sprechstunde abhalten, auch eine Podologin (Fußpflegerin) wird vor Ort sein.
Einstimmig wurde in der Sitzung der Haushaltsplanentwurf 2011 verabschiedet. Er weist bei den Erträgen rund 3,6 Mio. Euro aus und bei den Aufwendungen rund 3,9 Mio. Euro. Angesichts des Fehlbetrags von rund 316000 Euro muss ein Konsolidierungskonzept vorgelegt werden.
In Anlehnung an die Fastnacht leitete SPD-Fraktionsvorsitzender Arndt Planz seine Rede in Reimform ein und mahnte »Denkt daran, wir wollen noch auf ne Feier, verzichtet daher auf das Wahlkampfgeeier.« Romrod solle so weitermachen wie bisher, riet er »Vorausschauendes Handeln, sparsames Wirtschaften und sinnvoll investieren. Und das alles ohne Schuldenbremse.« Nur so erhalte man den Spielraum, den andere Kommunen schon längst nicht mehr hätten. Er schlug vor, die Bau- und Gewerbeflächen besser zu vermarkten, damit Familien und Gewerbetreibende zuziehen. »Romrod hat Stärken, die mancher an anderen Orten vergeblich sucht. Wir brauchen uns da nicht verstecken.« So könne Romrod ab April auf eine Arztpraxis verweisen, während in anderen Gemeinden noch über die medizinische Grundversorgung diskutiert werde. Auf die Zahlen im Haushalt könne man »fraktionsübergreifende stolz sein.«
CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhold Rausch stimmte in das Lob. Man blicke auf eine solide Jahresrechnung, »die sich im Vergleich zu unseren Nachbarn sehen lassen kann.« Der ausgewiesene Fehlbetrag ergebe sich durch die Abschreibung von 428000 Euro, der Gesamtfinanzhaushalt dürfte sogar mit einem kleinen Plus abschließen. Die Investitionen würden 2011 wieder auf ein Normalmaß zurückgeführt. Mit der Haushaltsplanung werde die positive Aufwärtsentwicklung des Städtchens fortgesetzt. Zudem würden mit bescheidenen Mitteln wichtige Zukunftsentscheidungen getroffen. Rausch: »Romrod bleibt ein familienfreundlicher Wohnort mit einer hohen Lebensqualität, dies dürfte sich auch auf die Standortentscheidung kleiner Gewerbetreibender auswirken. Rausch erinnerte daran, dass das neue Parlament statt 23 dann nur noch 15 Stadtverordnete haben wird und dankte für die gute Zusammenarbeit. Aufgenommen wurde noch, dass die gestrichene Solarförderung von 2500 Euro wieder in den Etat aufgenommen werden soll.
Ebenso wie der Haushalt wurde das Konsolidierungskonzept einstimmig angenommen. Am Ende der Sitzung bedankten sich auch Bürgermeisterin Dr. Richtberg und Stadtverordnetenvorsteher Udo Kornmann für die gute Zusammenarbeit. »Ihr ward alle wirkliche Verbündete,« lobte die Bürgermeisterin, dankenswerterweise werde in Romrod wenn dann »um die Sache gerungen.« Udo Kornmann erinnerte an Lichtblicke der Parlamentsarbeit und an weniger schöne Seiten und dankte für den gemeinsamen Einsatz.