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US-Professor warnt vor »katastrophaler« Gentechnik

Artikel vom 18.10.2011 - 10.52 Uhr

US-Professor warnt vor »katastrophaler« Gentechnik

Romrod (au). Deutliche Warnung vor Gentechnik für die Landwirtschaft von einem amerikanischen Professor: Don Huber verwies bei einer Veranstaltung von Zivilcourage Vogelsberg auf Gesundheitsgefahren.

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Dr. Peter Hamel (links) mit Prof. Don Huber und Dolmetscherin.
Vogelsbergkreis (au). Der Zusammenschluss »Zivilcourage Vogelsberg« informierte am Freitagabend im Bürgerhaus Romrod über »die katastrophalen Folgen der grünen Gentechnik«. Dr. Peter Hamel (Schwalmtal-Storndorf) und Martin Werner (Schwalmtal-Vadenrod) zeigten sich bei der Begrüßung erfreut, dass es gelungen war, den renommierten US-amerikanischen Regierungsberater und Wissenschaftler Prof. Don Huber zu dieser Veranstaltung zu gewinnen. Rund 200 Besucher an diesem Abend zeigten im Bürgerhaus deutlich, wie aktuell dieses Thema auch für Landwirte und Verbraucher im Vogelsberg ist.

Im Mittelpunkt der Ausführungen von Prof. Huber stand das in der Gentechnik eingesetzte Totalpflanzengift Glyphosat und Roundup-Ready. Erhöhte Rückstände von Glyphosat in Futter- und Lebensmitteln verursachten Störungen der Embryonalentwicklung und hätten negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, informierte der US-Wissenschaftler. Statt der behaupteten Reduzierung des Pestizid-Einsatzes komme es weltweit zu steigenden Glyphosateinsatz. Gründe seien die Zuwachsrate im Anbau des herbizidresistenten genveränderten (GV) Sojas. Die herbizid-
resistenten »Superunkräuter« würden in den Anbauländern zum unbeherrschbaren Problem, und die Folge sei ein steigender und unkontrollierter Einsatz von
Glyphosat.

Der zulässige Glyphosat-Grenzwert sei 1996 von der Zulassungsbehörde in den USA bei Sojabohnen auf
extrem hohe 20 Milligramm je Kilogramm angehoben worden. Dieser Wert werde auch in der EU angewendet. Neuere Untersuchen legten allerdings den Verdacht nahe, dass Glyphosat und seine Abbauprodukte schon in weitaus geringeren Konzentrationen gesundheitliche Risiken bergen würden. Rückstände von Glyphosat treten in den herbizid-toleranten Pflanzen regelmäßig auf, weil
das Herbizid direkt auf die Kulturen
aufgebracht wird und das sogar kurz vor der Ernte.

Prof. Huber informierte über aktuelle wissenschaftliche Untersuchen aus Kanada. Dabei seien über die Nahrungskette »Glyphosat – GV-Soja – GV-Soja Futtermittel – Lebensmittel« Rückstände von Glufosinat und Glyphosat im Blut von Frauen und sogar im fötalen Blut schwangerer Frauen entdeckt worden. Sogar das in gentechnisch verändertem Mais produzierte Insektizide Cry1Ab sei im Blut werdender Mütter und ihrer heranwachsenden Föten identifiziert worden. Die aktuelle, aus diesem Jahr stammende Studie verstärke zudem den Verdacht, dass die in Pflanzen produzierten Insektengifte bei der Verdauung im menschlichen Körper nicht abgebaut würden.

Wissenschaftliche Untersuchungen aus den USA, Großbritannien und Brasilien hätten nachgewiesen, dass der in Roundup enthaltende Pestizidwirkstoff Glyphosat zu Missbildungen bei Embryonen von Hühnern und Fröschen führte. Verschiedene Beobachter berichteten von erhöhten Krebsraten, Geburtsschäden, Neugeborenensterblichkeit, Immunerkrankungen, Nierenschäden sowie Haut- und Atemproblemen bei Menschen, die in der Nähe von GV Sojafeldern lebten. Einer der beteiligten Wissenschaftler, Andrès Carrsco (Argentinien) vermutet ähnliche Wirkungen bei menschlichen Embryonen.

Prof. Huber wies darauf hin, dass die Missbildungen der tierischen Embryonen bereits bei Konzentrationen festgestellt wurden, die weit unterhalb der in der Landwirtschaft üblichen Konzentration liege.



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Artikel vom 18.10.2011 - 10.52 Uhr
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