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Appell aus Chile: Miteinander teilen

Artikel vom 01.03.2011 - 18.15 Uhr

Appell aus Chile: Miteinander teilen

Ulrichstein (au). »Wie viele Brote habt ihr?« - unter diesem Motto feiern Menschen in über 170 Ländern am kommenden Freitag, 4. März, Weltgebetstag.

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Christa Hofmann erläutert die der Landkarte von Chile ähnelnde Dekoration mit den Pinguinen im Süden und den Anden im Osten. (Foto: au)
Ulrichstein (au). »Wie viele Brote habt ihr?« - unter diesem Motto feiern Menschen in über 170 Ländern am kommenden Freitag, 4. März, Weltgebetstag. Texte, Lieder und Gebete stammen von Frauen aus dem südamerikanischen Land Chile. Allein in Deutschland werden zu den zahlreichen ökumenischen Gottesdiensten wieder Hunderttausende Besucherinnen und Besucher erwartet. Angesichts der Endphase der Faschingsveranstaltungen hatten die Frauen in Ulrichstein und Feldkrücken beschlossen, den Weltgebetstag vorzuverlegen. Der gute Besuch der Veranstaltung am Sonntag in der evangelischen Kirche Feldkrücken gab ihnen Recht.

In zahlreichen Vorbereitungstreffs hatten Ingrid Kaiser, Waltraud Ewert, Marie-Luise Missikewitsch, Karin Krämer, Marie Dierlamm, Waltraud Leinberger, Rosel Haag, Leni Hansmann und Marion Appel unter Leitung von Christa Hofmann den Gottesdienst erarbeitet. Sie informierten über ein Land der extremen Gegensätze. Sowohl geographisch, als auch politisch, ökonomisch und gesellschaftlich. Nach Jahre langer Herrschaft der Spanier hätten Anfang 1800 die Unabhängigkeitskriege begonnen. 1818 habe das Land seine Unabhängigkeit erklärt. 1907 sei durch die Niederschlagung eines Streikes mit 2000 bis 3600 Toten in Santa Maria in die Geschichte des Landes eingegangen. Ein düsteres Kapitel sei auch die Herrschaft von Diktator Augusto Pinochet von 1973 bis 1990 gewesen.

Eine Erdbebenkatastrophe am 27. Februar mit über 500 Toten, die spektakuläre Rettung der 33 verschütteten Bergleute im Oktober und ein Hungerstreik der arbeitslosen Frauen aus der Stadt Lota im November waren Schlagzeilen aus dem Jahr 2010. Inhalt dieser Meldungen sei immer wieder die krasse gesellschaftliche Ungleichheit in Chile gewesen. Auch der Gottesdienst zum Weltgebetstag 2011 griff dies auf: Das schwere Erdbeben Anfang 2010 habe den Menschen vor Augen geführt: Wir müssen das, was wir haben, solidarisch teilen.

Das solidarische Teilen war auch Thema des Bibeltextes, der im Gottesdienst angesprochen wurde. In dem Text über die Witwe von Sarepta (1 Könige 17) geht es um den Propheten Elija, der in das Wildbachtal Kerith östlich des Jordan gegangen war. Dort wird er auf wundersame Weise durch Raben ernährt. Die Dürre erreicht Kerit, und Elija wandert nach Zarephath, »das zu Sidon gehört« und im heutigen Libanon lag. Elija kehrt bei einer Witwe ein, die ihre letzte Ration Mehl und Öl zubereitet. Er wird bewirtet, und durch Gottes Segen wird der Vorrat immer wieder aufgestockt.

Auch im Gottesdienst gab es dann die symbolische Handlung des Brotteilens. Pfarrer Manfred dankte den Frauen für den sehr interessanten und lehrreichen Gottesdienst der viele Informationen über Chile und ihre Menschen zum Inhalt hatte. Dank ging auch an Karl-Friedrich Dörr, an der Orgel.



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Artikel vom 01.03.2011 - 18.15 Uhr
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