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Hier ist neben Wurst auch mal ein Witzchen drin

Artikel vom 10.01.2012 - 09.35 Uhr

Hier ist neben Wurst auch mal ein Witzchen drin

Ulrichstein-Bobenhausen (ks). Gibt es noch Kopfsalat? Heute nicht, aber morgen wieder. Die Wurst wartet in der Kühltheke und das frische Brötchen, um sie draufzulegen, ist auch nicht weit. Wäre etwas Exotisches gefragt, »dann besorgen wir auch Austernpilze,« lacht Anika Döring.

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Beim Einkauf bleibt hier auch noch Zeit für ein kleines Schwätzchen. (Fotos: ks)
Und neben Milch und Dauerwaren kann man noch die Zeitung mit in die Tüte packen, eine Batterie wechseln lassen oder eine Glückwunschkarte kaufen: Es könnte so schön sein im Dorfladen von Bobenhausen. Wären da nicht die ständigen Sorgen um den weiteren Bestand des kleinen Lädchens von »Beiersch«, wie er nicht nur im Volksmund heißt, sondern auch auf dem offiziellen Schild am Laden firmiert. Denn der Kundenverkehr, der beim Besuch der AZ gerade im Lädchen herrscht, täuscht: »Es müssten einfach mehr sein, gerade weil uns Leute aus unserer Stammkundschaft wegsterben,« berichtete Anika Döring.

Der demografische und gesellschaftliche Wandel lässt sich am kleinen Lädchen fast beispielhaft aufzeigen. Die jüngeren Leute müssen zum Job pendeln und erledigen auf dem Weg dorthin oder nach Hause auch die Einkäufe am Arbeitsort in Lauterbach oder Mücke. Wer auf dem Weg zum Arzt oder in die Apotheke sowieso ins Auto steigen muss, der verbindet die Fahrt mit einem Besuch in einem größeren Lebensmittelmarkt. Einige Jahre lang haben sich die Betreiber bemüht, das Angebot aufrecht zu erhalten, doch jetzt stoßen sie an ihre Grenzen. Die benötigte Frequenz fehlt.

Es reiche nicht, wenn man mal eben Zucker und Mehl holt, das woanders vergessen wurde. »Davon kann der Laden nicht leben,« meint Döring. Mit der Stammkundschaft könne man den Laden immer weniger halten. Ein paar Monate wollen sich die Betreiber die Zahlen noch anschauen, dann wäre Schluss, wenn die Umsätze nicht steigen. An der Eingangstür weist dezent ein kleines Schild darauf hin, dass ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht werden, »die uns helfen und den Dorfladen unterstützen.« Auch das ein Versuch, zumindest etwas von den Lohnkosten herunter zu kommen,

Natürlich liegt man etwas über den Preisen von großen Supermärkten oder Discountern, aber dass sie sich nicht bemühen, kann man den Betreibern wohl kaum vorwerfen. »Wir haben schon versucht, im Sortiment umzustellen, flexibler zu sein und bei Obst und Gemüse besser zu werden«. Dabei wird sogar auf spezielle Kundenwünsche eingegangen und das Gewünschte besorgt.

Ab der fünften Kalenderwoche soll auch die Werbung intensiviert werden. Leider habe man die Öffnungszeiten seit diesem Januar einschränken müsssen, »sonst legen wir nur noch drauf.« Mit einer weiteren Halbtagskraft kümmert sich Anika Döring zu den Ladenöffnungszeiten um die Kunden. Der gelernten Industriekauffrau macht der Job sichtlich Freude, obwohl sie das gar nicht gelernt hat: »Man wächst rein.« Eine solche Nähe zu den Kunden finde man doch in großen Märkten gar nicht, anders als dort kann sie hier zwischen Kaffee und Kartoffeln mehr als ein nur paar persönliche Worte wechseln »und auch mal ein Witzchen machen.« Gerade das würden wohl auch die treuen Stammkunden schätzen.



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Artikel vom 10.01.2012 - 09.35 Uhr
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