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Hoffen auf Rückkehr des Gemeinschaftsgeists

Artikel vom 03.04.2012 - 19.29 Uhr

Hoffen auf Rückkehr des Gemeinschaftsgeists

Ulrichstein-Kölzenhain (au). »Wir haben es geschafft! Entgegen anders lautender Meinungen haben wir das Ziel erreicht«, so Jörg Jost am Sonntagnachmittag bei der Einweihung und Wiederinbetriebnahme des umgebauten Dorfgemeinschaftshauses.

Kölzenhain sei in der Umgebung für die gelebte Dorfgemeinschaft bekannt. Sei es beim Sternwandern oder beim Hochzeitssingen, beim Backhausfest oder bei der Feuerwehr, zählte er Beispiele auf, wo viele Dorfbewohner mitmachen. »Diese intakte Dorfgemeinschaft ein Gemeinschaftshaus als Mittel- und Treffpunkt verdient,« betonte Jost in seiner Ansprache.

Er ging auf die Entstehung der Gemeinschaftshäuser ein, die ein Kernpunkt des zu Beginn der 1950ger Jahre aufgestellten »Hessenplanes« des Ministerpräsidenten Georg August Zinn waren. Ziel war die Schaffung von Räumen für kulturelles Leben, was schlicht und einfach eine Kneipe bedeuten konnte, die aber vor allem aber Räume für Vereine und Verbände waren. Ab den 1970er Jahren seien zunehmend leere Schulen zu Dorfgemeinschaftshäusern umgebaut worden – wie in Kölzenhain im Jahre 1981.

Nach gut 30 Jahren Nutzung habe eine Renovierung und Modernisierung erfolgen müssen, so Jost. Vor drei Jahren, am 19. März 2009, wurde der Ortsbeirat informiert, dass auf Initiative von Ehrenbürgermeister Horst im Rahmen des Konjunkturprogramms Geld für Um- und Anbau genehmigt wurde. In einer öffentlichen Ortsbeiratsitzung wurde darüber abgestimmt.

Man habe sich »demokratisch und mehrheitlich« für die Baumaßnahme entschieden. Vor Ausführung der Baumaßnahme traf man sich dreimal mit Vertretern der Stadt und dem Architekten, um zu besprechen, was und wie gebaut werden soll. Dazu seien eine Bestandsanalyse über Art und Umfang der Veranstaltungen im DGH erstellt und Vorschläge über die An- Umbaumaßnahmen aufgezeichnet worden, »dieses wurde fast gänzlich ignoriert«, bedauerte Jost. Schnell sei klar geworden, »dass für Architekt und Bauherren die Maßnahme bereits beschlossene Sache war und nur noch wenig Einfluss durch die Kölzenhainer genommen werden konnte«.

Das einzig Eindeutige sei gewesen, dass ohne sehr viel Eigenleistung die Baumaßnahme nicht zu stemmen war. Dies habe zu heftigen und zum Teil lauten Wortgefechten auf allen Seiten geführt. Viele Bürger seien seitdem gegen die Baumaßnahme gewesen. »Die Proteste gingen so weit, das man sogar die Abschaffung und Stilllegung des DGH forderte«. Die Unterstützung und das Interesse der Dorfbevölkerung an den Arbeiten sei sehr gering gewesen und nach weiteren Treffen mit Vertretern der Stadt und mit dem Architekten sei sie noch geringer geworden. Die Arbeiten blieben einem kleinen Bautrupp von sieben Leuten vorbehalten. Dieser Trupp bestand aus Hartmut Habicht, Volker Repp, Wolfgang Dietz, Hans Jörg Leinen, Willi und Jörg Jost sowie Jürgen Berges, der im Mai 2010 bei den Eigenleistungen schwer verunglückte und noch heute darunter leidet. »Das Team hat sich zusammengeschweißt in einer sehr freundschaftlichen, respektvollen und kollegialen Art«, meinte Jost dankte allen Helfern und überreichte deren Ehefrauen Blumen und eine Flasche Wein für ihre Unterstützung. Abschließend merkte Jost an, dass es noch anstehende Arbeiten gebe, aber die Räumlichkeiten zur Nutzung freigegeben sinid: »Vielleicht findet die alte Gemeinschaft wieder den Weg zurück und der Bruch wird gekittet«.

Das sei ein großer Tag für den Stadtteil Kölzenhain, nach einer längeren An- und Umbauphase könne das Dorfgemeinschaftshaus wieder seiner Bestimmung übergeben werden, sagte Bürgermeister Edwin Schneider in seiner Ansprache. Er ging noch auf Kosten der Maßnahme ein, die bei 174 000 Euro mit knapp 8000 Euro geringfügig über dem Kostenrahmen liegen. Hierbei seien die vielen Stunden Eigenleistung nicht eingerechnet. Jörg Jost hatte diese mit über 20 000 Euro beziffert. Mit der Fertigstellung dieses DGH und der »Neuen Mitte« in Unter-Seibertenrod seien dann in allen Stadtteilen öffentliche Begegnungsstätten vorhanden. »Es liegt jetzt an Ihnen, das Haus zu Ihrem Haus zu machen. Es liegt aber auch auf der Hand, dass die Unterhaltung des Hauses nur mit ehrenamtlicher Hilfe geleistet werden kann«, so Schneider abschließend.

Grußworte gab es auch von Ehrenbürgermeister Erwin Horst, der 2009 das Projekt auf den Weg gebracht hatte und von Architekt Herbod Gans.

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Artikel vom 03.04.2012 - 19.29 Uhr
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