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Landfrauen brachten Schwung ins Landleben

Artikel vom 02.07.2012 - 17.48 Uhr

Landfrauen brachten Schwung ins Landleben

Ulrichstein (au). »Der Landfrauenverein ist ein sehr agiler Verein, der für viele eine Anlaufstelle geworden ist, die sie nicht mehr missen möchten.« Das sagte Bürgermeister Edwin Schneider zur Jubiläumsfeier.

»Sie schätzen den Austausch und die gemeinsamen Unternehmungen, sie sind davon angetan, sich weiter zu qualifizieren und für die eigenen Belange zu engagieren.« Das betonte Bürgermeister Schneider am Sonntag beim Festkommers zum 50-jährigen Jubiläum. Im Gründungsjahr habe das Leben auf dem Land aber noch ganz anders ausgesehen.

Landleben hieß überwiegend Landwirtschaft, Landfrauen waren Bäuerinnen, die Haus und Hof zu versorgen hatten. Frauenrechte und Gleichberechtigung waren lange nicht so ausgeprägt wie heute. Deshalb war es wichtiges Ziel der Landfrauen, der harten Arbeit der Bäuerinnen Anerkennung zu verschaffen. Ebenso wichtig war den Gründerinnen, den auf dem Lande recht isoliert lebenden Frauen die Möglichkeit zu geben, Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Auch die Weiterbildung spielte eine wichtige Rolle.

Seit der Gründung hat der Landfrauenverein manchen Wandel durchgestanden: Wirtschaftsaufschwung der 1960er Jahre, hohe Arbeitslosigkeit in den 1980er Jahren, Fall der Mauer und die Öffnung der innerdeutschen Grenze oder die Ausweitung der Europäischen Union mit den Agrarprogrammen, die ihre Spuren in der Arbeit hinterließen.

Der sich seit geraumer Zeit vollziehende Strukturwandel hat laut Schneider nicht nur das Bild der Dörfer stark verändert, sondern auch die Aktivitäten. Landfrauen sind heute nicht mehr in erster Linie Bäuerinnen. Landfrauen seien die Frauen, die auf dem Lande leben. »Ulrichsteiner Frauen haben Power, Ihre Aktivitäten sind der beste Beweis. Ich bin immer wieder beeindruckt, was Sie alles leisten, zumal Sie es ja in Ihrer Freizeit tun«, so Schneider und dankte dafür.

Pfarrer Manfred Hofmann lud die Anwesenden zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit ein: Ins Gründungsjahr des Landfrauenvereins 1962. Seine Zeitreise begann allerdings auf einem Bauernhof in der höchstgelegenen Stadt Hessens. Hofmann erzählte, wie um fünf Uhr der Wecker klingelte und Lisbeth und Karl aufstanden, um in den Stall zu gehen und die zwölf Kühe zu versorgen. Um 6.30 Uhr mussten die Kinder für die Schule geweckt werden. Dann war den ganzen Tag Hausarbeit für Lisbeth angesagt. Um 17 Uhr musste sie wieder in den Stall. Sie war müde, als sie wieder in die Küche kam, um das Abendessen für die Familie vorzubereiten. Gegen acht Uhr wollte Karl zum »Pfannstiel«, eine damalige Gaststätte, doch er musste zu Hause bleiben, denn Lisbeth wollte zu den Landfrauen um etwas über richtige Ernährung zu erfahren. Am nächsten Mittag wurde dann das Rezept vom Vorabend ausprobiert.



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Artikel vom 02.07.2012 - 17.48 Uhr
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